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Screenshot aus der Filmaufnahme, die zwei der Delfine bei der Aussetzung zeigen. (C) Ivanna Kudina...

Länder vereinbaren einen besseren Schutz für Wale und Delfine

Ein UN-Treffen, das am 1.9. in der finnischen Hauptstadt Helsinki zu Ende ging, hat einen Plan zur Förderung von Schutzmaßnahmen für den bedrohten Ostsee-Schweinswal verabschiedet. Die Schweinswale in der zentralen Ostsee gehören zu den am stärksten bedrohten Säugetieren der Welt. Der Bestand östlich von Rügen liegt nur noch bei etwa 500 Individuen.

Die Regierungsvereinbarung, Bemühungen zum Schutz der Ostsee-Schweinswale zu verstärken (v.a. vor Gefahren wie Verletzungen oder sogar Tod durch Beifang in Fischernetzen), wurde auf der 8. Tagung der Vertragsparteien zum Abkommen zum Schutz von Kleinwalen in Nord- und Ostsee, im Nordöstlichen Atlantik sowie der Irischen See (ASCOBANS) getroffen.

Insgesamt wurden dreizehn Resolutionen verabschiedet, die die große Vielfalt an aktuellen Bedrohungen für Wale und  Delfine betreffen. In der Sitzung, bei der auch WDC anwesend war, wurden die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf Wale und Delfine eingehend diskutiert, u.a. auch die Tatsache, dass diese Effekte kumulativ wirken und sich oft sogar gegenseitig verstärken.

Die Resolutionen beinhalten Empfehlungen an Regierungen, Chemische Verschmutzung, den Bau von Offshore-Energieanlagen sowie die Entsorgung von Munitionsaltlasten aus den beiden Weltkriegen, aber auch die Fischerei und den generellen Lärmeintrag in die Meere effektiver zu managen. Die Bedeutung der sorgfältigen Planung neuer Anlagen und die Notwendigkeit für Umweltverträglichkeitsprüfungen wurden ebenfalls betont.

Die Sitzung wurde Anfang letzter Woche mit einer Rede von WDC Geschäftsführer Chris Butler Stroud eröffnet. Zudem wurde WDC mit einem renommierten Preis für seine weltweite Bildungsarbeit zum Schutz von Walen und Delfinen ausgezeichnet.

 „Die Resolutionen sind wichtig und notwendig, wenn man die ernste Lage insbesondere der Ostsee-Schweinswale bedenkt“, sagt Fabian Ritter, Meeresschutzexperte bei WDC, der in Helsinki an der Tagung teilnahm. „Allerdings kommt es jetzt darauf an, dass die Länder die empfohlenen Maßnahmen schnell und wirkungsvoll umsetzen. Genau daran hat es in der Vergangenheit aber vielfach gemangelt. Wir sind froh, dass wir aktiv an der Gestaltung der Schutzmaßnahmen beteiligt waren, denn die Probleme für Wale und Delfinen in unseren Gewässern werden nicht weniger. Die Bedrohungen müssen insbesondere dort gelindert werden, wo die Tiere besonderen Schutz genießen sollen, d.h. in den ausgewiesenen Meeresschutzgebieten. Dafür setzt sich WDC seit vielen Jahren mit dem Projekt ‚Walheimat‘ ein“.