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Vergessene Delfine #4 – Belugas in Not

UNTERSCHREIBEN SIE JETZT UNSERE PETITION

Für die Fortsetzung der Serie “Vergessene Delfine” wirft WDC-Volontärin Naomi Bentley einen Blick auf die Belugas in SeaWorld.

Die Bekanntmachung über das Ende der Orca-Zucht waren ermutigende Neuigkeiten – denn es bedeutet, diese Orcas werden die letzte Generation in den SeaWorld Parks sein. Wie weit eine Industrie gewillt ist zu gehen, um die Menschen zu „unterhalten“, verdeutlicht der Dokumentarfilm „Blackfish“ (2013). Darin wird unter anderem gezeigt, wie junge Orcas aus ihrem natürlichen Lebensräumen entrissen und von ihren Familien getrennt werden. Der Film erfuhr große öffentliche Aufmerksamkeit und wurde somit ein großer Meilenstein für die weltweiten Orca-Kampagnen.

Trotz der guten Nachrichten für die Schwertwale stellt sich die Frage, was mit den anderen 168 Walen und Delfinen passieren wird, die in SeaWorlds Betonbecken leben müssen. Unter den vielen unterschiedlichen Arten befinden sich 15 Belugas, von denen drei in Orlando, sieben in San Antonio und fünf in San Diego gehalten werden. Die Hälfte von ihnen sind Wildfänge aus der Hudson Bay in Kanada.

Mit ihrer auffallenden weißen Erscheinung und sonderbaren Körperform sind Belugas dort seit Jahrzehnten eine beliebte Attraktion. Sie können ihre Mimik verändern und weil ihre Wirbelsäule nicht verwachsen ist, haben sie die Fähigkeit, ihren Kopf frei zu bewegen.

In den Meeresthemenparks ist es gängige Praxis, die Tiere untereinander auszutauschen. Am 7. Februar 2016 wurden sechs Belugas zwischen SeaWorld Orlando, Chicago’s Shedd Aquarium, Georgia Aquarium und Mystic Marinelife Aquarium in Connecticut transferiert. Die Wale wurden mit Flugzeugen zwischen den Delfinarien transportiert – eine immense Stresserfahrung.

Einer der ältesten in Gefangenschaft lebenden Belugas weltweit ist Ferdinand, der im Jahr 1975 gefangen wurde. Die ersten 30 Jahre verbrachte er in einem Wasserbecken im Duisburger Zoo, bevor er 2004 ins SeaWorld San Diego gebracht wurde, wo er bis heute lebt.

In der Wildnis sind Belugas in den arktischen und subarktischen Regionen der nördlichen Hemisphäre verbreitet. Einzelne Populationen finden sich von der Westküste Grönlands westwärts bis nach Svalbard und entlang der russischen Nordküste. Heimische Populationen treten auch im Cook Inlet in Alaska und dem St. Lawrence Flussbett in Kanada auf.

Viele Populationen reisen in den Sommermonaten Hunderte von Kilometern, um die Gebiete zu erreichen, in denen sie ihren Nachwuchs aufziehen. Dieses beeindruckende jährliche Wanderungsmuster zeigt wie weitreichend ihre Habitatnutzung sein kann. Für die Tiere ist es natürlich unmöglich, diese Aspekte ihrer natürlichen Umwelt in einem Wassertank nachzuleben.

Echoortung und Gesänge werden nicht nur genutzt, um miteinander zu kommunizieren, sondern auch, um Beute zu jagen: ein Verhalten, das in Gefangenschaft überflüssig gemacht wird, da die Wale dort mit toten Fischen gefüttert werden.

Das tägliche Leben für Belugas in Gefangenschaft ist einseitig, die Abläufe wiederholen sich Tag für Tag. Der karge Tank, in dem sie den Rest ihres Lebens verbringen werden, hat keine natürlichen Strömungen oder lebende Nahrung zum Jagen. Sie werden weder ihre Familienmitglieder wiedersehen noch dürfen sie kilometerweit schwimmen wie ihre freilebenden Artgenossen. Belugas werden in freier Wildbahn bis zu 60 Jahre alt, während sie in Gefangenschaft selten über 30, häufig sogar nicht über 25 Jahre alt werden.

Trainer bringen den Walen bei, Tricks im Austausch gegen Futter durchzuführen. Dieses Prinzip von Leistung und Gegenleistung ist eine altbewährte Methode, um einen Wal gefügig zu machen. Während der Shows müssen die Wale die sich wiederholenden Abläufe und Tricks zur Unterhaltung der zahlenden Kunden darbieten, stets untermalt mit im Hintergrund laufender Rockmusik. Sobald die Show vorbei ist, können die Belugas nur innerhalb eines abgetrennten Areals schwimmen, während Zuschauer ihre Gesichter gegen die Scheiben ihrer kleinen Becken drücken.

Der Fang von Belugas ist in Russland immer noch legal und nicht weniger grausam als Orcafang oder Delfinjagden. Von ihren Familien und ihrem Zuhause weggerissen, werden gezielt junge Tiere, denn sie sind leicht trainierbar. Heute werden sie in Delfinarien in China gebracht oder auf dem russischen Inlandsmarkt gehandelt. Die jungen Belugas werden in Netze gehüllt, auf Lastwagen verladen und viele Hundert Kilometer über Land transportiert. Mütter und andere Gruppenmitglieder werden zurückgelassen und schreien nach ihren Jungen, noch lange nachdem sie ihnen weggenommen wurden.

Vergangenes Jahr konnte verhindert werden, dass das Georgia Aquarium Genehmigungen für den Import von 18 Belugas erhält, die aus dem Ochotskischen Meer im fernen Osten Russlands gefangen wurden. Die Gesetzgebung in Russland ist noch weit entfernt von den US-Standards.

In der freien Natur werden weibliche Belugas nur paarungsbereit, wenn eine großen Gruppe von Männchen anwesend ist. In Gefangenschaft kann dies nicht nachgestellt werden, da die Wahl auf wenige verfügbare männliche Beluga-Wale im Park beschränkt ist. Aus diesem Grund scheitern viele Zuchtversuche in Gefangenschaft.

Die Zahlen sprechen für sich: Seit 1992 sind in fünf verschiedenen Delfinarien in den USA 49 Belugas vorzeitig gestorben. Im Georgia Aquarium sind in den letzten neun Jahren fünf Belugas verstorben. Und im Jahr 2015 wurde ein Baby geboren, welches nach weniger als einem Monat starb.

SeaWorlds „Pfleger-Team“, die für das Wohlbefinden der Belugas verantwortlich sind, verschreiben oft dauerhaft Antibiotika und Medikamente gegen Angstzustände. Wenn konstant stimmungsstabilisierende Medikamente benötigt werden, sollte man annehmen, dass das Beweis genug dafür sein sollte, dass Belugas nicht für die Haltung in Gefangenschaft geeignet sind?

Die Meeressäuger brauchen Ihre Hilfe! Was können Sie tun, um der Grausamkeit ein Ende setzen? Die Antwort ist einfach: Keine Tickets für Orte kaufen, an denen Wale und Delfine in Gefangenschaft gehalten werden!

Die aktuelle Kampagne richtet sich an British Airways, damit die Airline den Verkauf von Karten für SeaWorld einstellt. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 86% der britischen Bevölkerung mit der Gefangenschaft von Walen nicht einverstanden sind – die größte Fluggesellschaft des Landes sollte aus dieser klaren Absage an Delfinarien Konsequenzen ziehen.

Bitte unterstützen Sie unsere Kampagne und unterzeichnen Sie jetzt die Petition!