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Delfin-Massensterben im Schwarzen Meer

Der bulgarische Premierminister Boiko Borissov hat zu einer Sondersitzung aufgerufen, nachdem Berichten zufolge eine Rekordzahl toter Delfine an der Küste des Schwarzen Meeres in Bulgarien angespült wurde. 108 Tiere wurden von den lokalen Behörden bereits in diesem Jahr gezählt. 35 tote Tümmler seien allein an einem Wochenende im Juli gefunden worden. Die Todesursache ist noch unbekannt. Die Behörden hoffen jetzt, dass Obduktionen die Ursachen klären können.

Drei Arten von Delfinen leben im Schwarzen Meer vor Bulgarien: der Gewöhnliche Delfin, der Schweinswal und der Große Tümmler. Alle gelten in dieser Region als gefährdet.

Es gibt Vermutungen, die lokalen Fischer seien für das Delfinsterben entlang der Küstenstrecke verantwortlich, weil die Tiere als Beifang in den Netzen ersticken oder sie sogar vorsätzlich getötet werden. Beweise gibt es dafür bisher keine. Delfine gehören in Bulgarien zu den geschützten Tierarten. Ihre Tötung wird mit einer Geldstrafe und bis zu fünf Jahren Haft geahndet.

Abgesehen vom Verfangen in Netzen sind die Meeressäuger durch Überfischung, Meeresverschmutzung, Lebensraumverlust, Unterwasserlärm und Verletzung durch Schiffe bedroht.