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Walbeobachtung im Pelagos Schutzgebiet

Wale und Delfine in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten ist eine ganz besondere Erfahrung, die ich nun auch in Südfrankreich erleben durfte. Entlang der Küste gibt es verschiedene Anbieter für verantwortungsvolle Walbeobachtung, die das High Quality Whale Watching Zertifikat von ACCOBAMS tragen.

Mit diesem Label wird sichergestellt, dass sich ein ausgebildeter Experte an Bord befindet, der nicht nur über die im Schutzgebiet lebenden Wale und Delfine Bescheid weiß, sondern auch eine Menge Hintergrundwissen zu anderen Meeresbewohnern mitbringt. Darunter fallen zum Beispiel Fische, Seevögel oder Schildkröten.

Die Anbieter verhalten sich respektvoll, sobald sie sich Meeresbewohnern nähern. Keiner der Anbieter bietet Schwimmen mit Delfinen an oder verwendet Drohnen, um die Meeressäuger aufzuspüren – sie könnten sich dadurch gestört fühlen, wenn diese zu nah über dem Wasser fliegen. Sobald man sich einem Wal oder Delfin nähert, wird der Motor ausgestellt. Man fährt nie direkt auf sie zu, um Kollisionen zu vermeiden. Manchmal schwimmen sie jedoch von sich aus relativ nah an ein Walbeobachtungsboot heran.

Das Pelagos Schutzgebiet befindet sich zwischen Südfrankreichs Küste, Sardinien und Italien und misst etwa 87.000 km² Wasseroberfläche. Es wurde im Jahr 1999 unter anderem deshalb eingerichtet, weil dort intensiver Schiffsverkehr herrschte und Kollisionen mit Walen ein gravierendes Problem waren. Der Schiffsverkehr im Schutzgebiet ist seither eingeschränkt, ebenso die Fischerei, da sich Meeresbewohner häufig in Treibnetzen verfangen und nicht mehr zum Atmen auftauchen können.

Im Pelagos Schutzgebiet halten sich viele verschiedene Meeressäuger dauerhaft auf, weil es dort ein besonders gutes Nahrungsangebot gibt –  darunter Finnwal, Pottwal, Cuvier-Schnabelwal, im August und September wegen der hohen Wassertemperatur sogar Grindwale. Außerdem werden dort regelmäßig Gemeine Delfine, Große Tümmler, Streifendelfine und Rundkopfdelfine gesichtet.  Sogar Orcas, Rauzahndelfine, Kleine Schwertwale und Zwergwale hat man dort bereits angetroffen!

Während meines Walbeobachtungsausfluges hatte ich das Glück, zwei große Finnwale zu beobachten. In der Regel werden sie seltener gesichtet als andere Arten, da sie sehr schnell schwimmen und tief tauchen können. Außerdem tauchen sie nicht vollständig auf, sondern man sieht nur einen Teil ihres Rückens und die Finne, bevor sie wieder hinabtauchen.

Es war eine wunderschöne Erfahrung, diese riesigen Wale in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können!

Weitere Informationen: Ratgeber verantwortungsvolle Walbeobachtung

Michaela Harfst

Über Michaela Harfst

Leiterin Kommunikation - Bei WDC ist Michaela Harfst für den Kontakt mit Journalist*innen zuständig. Sie betreut außerdem die Website und Social Media Kanäle von WDC.