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WDC fordert für den Schiffsverkehr weitere Geschwindigkeitsgrenzen zum Schutz der gefährdeten Atlantischen Nordkaper

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Clean-Up mit besonderem Flair

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Erfreuliche Nachrichten von den Southern Residents

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Zeiten und Gezeiten – Orcas vor Großbritannien

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Besorgniserregende Wasserqualität in Delfinarium in Mexiko

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250 Wale beim Walfang auf den Färöer-Inseln getötet

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Papier, Stoff und Glas – Umweltfreundliche Alternativen für Plastik im Alltag?

Mit 11,7 Millionen Tonnen verbraucht Deutschland jährlich mehr Plastik als jedes andere Land in Europa. Das meiste davon landet schon nach kurzer Zeit im Müll. Zusammen mit den Abfällen aus anderen Ländern entsteht so ein globaler Müllberg mit einem Gewicht von mehreren hundert Millionen Tonnen. Ein beträchtlicher Teil davon gelangt in unsere Ozeane und stellt eine Gefahr für Meerestiere und letztlich auch den Menschen dar. Zu einem großen Teil handelt es sich um Reste von Verpackungen und Tüten, sodass ein Umstieg auf umweltfreundlichere, nachhaltige Alternativen in diesem Bereich besonders wichtig erscheint. Doch sind die Konkurrenzprodukte in Glas-, Papier- und Stoffvariante tatsächlich ökologisch sinnvoller?


Plastiktüte vs. Stoffbeutel und Papiertüte

Diese Alternativen muten meist effizienter und klimaneutraler an als das Pendant aus Plastik. Blickt man jedoch auf die Details und verfolgt den Produktionsprozess der Baumwollbeutel und Papiertüten zurück, so zeigt sich: Nicht automatisch tut man der Umwelt mit dem Griff zum Ersatzprodukt einen Gefallen. Die Herstellung von Stoff- und Jutebeuteln bedarf des Einsatzes großer Mengen Wasser und Chemikalien (sofern nicht Bio-Zertifiziert), sodass die Ökobilanz zunächst schlechter ausfällt als für Plastiktüten. Ähnlich sieht es aus bei Papiertüten, für deren Produktion zum Zwecke der Stabilität ein höherer Ressourcen- und Energieaufwand von Nöten sind. Der Knackpunkt liegt in der Wiederverwendung. Obgleich Plastiktüten aufgrund ihrer Leichtigkeit und des geringen Produktionsaufwandes als Ein- oder Zweimalprodukt noch an erster Stelle in Sachen Umweltverträglichkeit stehen mögen, so werden sie von den Papier- und Baumwollalternativen überholt, je öfter diese verwendet werden. Deshalb und um Plastik in den Meeren zu vermeiden stellt der mehrmalige Gebrauch von den strapazierfähigeren, häufig nutzbaren Stoffalternativen die wohl beste Option dar.

Plastikflasche vs. Glasflasche

Zentraler als der Unterschied zwischen Glas und Plastik ist zunächst die Differenzierung zwischen Einweg- und Mehrwegflasche. Nur Mehrwegflaschen werden auch nachhaltig wiederverwendet (zu erkennen am dickerem Kunststoff und dem Mehrweg-Symbol auf dem Etikett). Einwegflaschen werden meist geschreddert und in verschiedenen industriellen Bereichen (vorwiegend in Asien) weiterverwendet.

Die Mehrwegalternative liegt hier deutlich vorn: Das Reinigen und Wiederbefüllen ist wesentlich umwelt- und ressourcenschonender als eine ständige Neuproduktion von Flaschen. Hinzu kommt, dass die Vertreiber von Mehrwegprodukten überwiegend lokal agieren und die Transportwege gering halten. Während Glasflaschen bis zu 50 mal neu befüllt werden können, beläuft sich die Zahl bei Plastikmehrwegflaschen auf immerhin 25.

Zwar sind Herstellungsaufwand, Transportkosten und Emissionswerte bei Plastikflaschen aufgrund des leichteren Gewichts geringer, doch die Glasvariante hat deutlich bessere Recyclingwerte, eine natürlichere Erscheinung und man vermeidet, dass das Produkt letztendlich als Plastikpartikel im Meer landet.

Innovative Konzepte zum Wiederverwenden von Verpackungen und Tüten oder zum gänzlichen Verzicht findet man beispielsweise in Unverpackt-Läden. Muss man doch mal zur Plastiktüte greifen, so sollte man dieses Produkt zumindest so oft wie möglich wiederverwenden. Grundsätzlich ist Vermeiden besser als Ersetzen!

David Pfender

Über David Pfender

Kampagnen- und Projektmanager - David Pfender ist diplomierter Biologe und hat sich auf Meereslebewesen sowie Biodiversität und Ökologie spezialisiert. Er war bei WDC Deutschland bis März 2020 für Kampagnen und Projekte zur Beendigung der Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen zuständig.