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Plastik – Fragen und Antworten

In den letzten Wochen seit Beginn unserer Kampagne „Weniger Plastik ist Meer“ erreichen uns viele Fragen zum Thema Plastik:

Wie groß ist der Anteil von Plastik aus Deutschland am Gesamtaufkommen in den Meeren? Macht es überhaupt Sinn, wenn wir in Deutschland Plastik einsparen?

Grundsätzlich ist es schwer herauszufinden, aus welchem Land der Müll im Meer stammt. Dementsprechend gibt es keine valide Statistik, die den Plastikmüll im Meer einem Land zuordnen kann. Dennoch weiß man, dass Deutschland im internationalen Vergleich nicht der Hauptproduzent für den Plastikmüll im Meer ist. Man geht davon aus, dass allein 60% des Plastikmülls im Meer aus China, Indonesien, den Philippinen, Thailand und Vietnam stammt.

Dafür produziert Deutschland im EU-Vergleich mit Abstand das meiste Plastik und trägt damit immerhin einen Anteil von 8% an der weltweiten Plastikproduktion. Außerdem haben Untersuchungen des Rheins ergeben, dass dieser im Vergleich zu allen weltweit untersuchten Flüssen am stärksten mit Mikroplastik belastet ist. Durch den Rhein gelangen jährlich ungefähr zehn Tonnen Mikroplastik ins Meer.

Plastikverschmutzung der Meere ist ein Problem, das auch uns betrifft. Jedes Jahr landen in der Nordsee rund 20.000 Tonnen Müll. OSPAR-Untersuchungen zufolge sind auf 100 Meter Küstenlinie durchschnittlich bis zu 712 Müllteile zu finden.

Würde kein Plastik ins Meer gelangen, wenn andere Staaten eine vernünftige Müllentsorgung hätten?

Plastik gelangt auf den verschiedensten Wegen ins Meer.  Beim Waschen von polyesterhaltiger Kleidung gelangen bis zu 2000 Faserteilchen pro Kleidungsstück ins Abwasser, da Waschmaschinen sie nicht herausfiltern können. Auch Mikroplastik kommt in zahlreichen Kosmetika wie Peelings oder Zahnpasta vor. Es kann ebenso wie die Polyesterfasern in Kläranlagen nicht herausgefiltert werden und gelangt so ungehindert über Flüsse in die Meere.

Der Großteil des Plastikmülls gelangt durch Wind und Wetter in Flüsse und endet letztendlich im Meer. Untersuchungen des Mülls an Stränden zeigen, dass der Müll in Strandbereichen (am Meer und an Flüssen) mit steigender  Bevölkerungsdichte zunimmt. Städtische Infrastrukturen wie Mülldeponien in  wassernahen Bereichen fördern natürlich die Verschmutzung.

Mikroplastik ist doch winzig klein. Es können sich also keine Meerestiere darin verfangen. Worin liegt denn dann das Problem?

Mikroplastik gelangt besonders leicht in das marine Nahrungsnetz. Auch wir Menschen nehmen es beispielsweise durch Fischkonsum direkt auf. In Plastik sind viele krank machende Chemikalien wie Weichmacher oder Flammschutzmittel gelöst. Studien belegen dramatische Auswirkungen dieser Chemikalien auf Meereslebewesen.

Wieviel Prozent des Plastiks wird in Deutschland recycelt?

In Deutschland werden durchschnittlich nur 34% des Plastiks recycelt. Der Rest wird zur Energiegewinnung verbrannt. Unserer Meinung nach muss deutlich mehr recycelt werden da wir zur Herstellung von Kunststoffen  auf endliche Rohstoffe wie Erdöl angewiesen sind. Somit unterstützt man mit jedem Kauf von Plastik die klimaschädliche Ölindustrie.

Auch muss die Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen wie Mais kritisch begutachtet werden, denn Tüten aus diesem Stoff können in der Natur nicht abgebaut werden sondern lassen sich nur industriell bei sehr hohen Temperaturen kompostieren.

Was passiert eigentlich genau mit dem Plastik, das wir entsorgen?

Der extra gesammelte Plastikmüll (zum Beispiel im Gelben Sack oder Plastik-Container an den Wertstoffinseln) durchläuft mehrere Sortierungsprozesse, in denen Fremdmaterialien wie Metalle herausgefiltert werden. Er wird dann weiter nach seinem kalorischen Wert sortiert (also der Energie, die beim Verbrennen freigesetzt wird) und anschließend entsprechend als Zugabe verbrannt.

Insgesamt ist nur ein Bruchteil des Plastiks komplett recycelbar. Dabei nimmt die Qualität jedoch immer weiter ab –  es kann also nicht unendlich oft recycelt werden. Eine Alternative zur Weiterverarbeitung ist das sogenannte Downcycling. Bei diesem Vorgang werden aus Kunststoffen minderwertigere Produkte als der Ursprungsgegenstand hergestellt.

Über David Pfender

David Pfender ist diplomierter Biologe und hat sich auf Meereslebewesen sowie Biodiversität und Ökologie spezialisiert. Er war bei WDC Deutschland bis März 2020 für Kampagnen und Projekte zur Beendigung der Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen zuständig.