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WDC bei der European Cetacean Society Konferenz

Mitte März nahm ich an der jährlichen Konferenz der European Cetacean Society (ECS) teil, der Vereinigung der europäischen Wal- und Delfinforscher. Sie fand auf der schönen Insel Madeira statt.

 

Bevor die eigentliche Konferenz los ging, nahm ich mit meinen WDC-Kolleginnen Sarah Dolman und Fiona Read an einem Workshop zur EU-Legislation teil. Bei diesem Workshop sollten die Synergien (bzw. das Fehlen der Synergien) zwischen verschiedenen EU Gesetzestexten und Abkommen, die sich mit dem Meeresschutz beschäftigen, diskutiert werden. Ich hielt einen Vortrag über das Thema „Kollisionen von Schiffen mit Walen“ – dies tat ich meiner Funktion als Vertreter der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Verein MEER. 

Der Workshop resultierte in einer ECS Resolution zum Thema Beifang von Meeressäugern, welche später von der ECS einstimmig angenommen wurde. Damit sendet die ECS ein deutliches Signal an die EU, dass strengere Maßnahmen zur Verhinderung und Eindämmung von Beifang getroffen werden müssen. Wir freuen uns sehr darüber, zumal wir an der Entstehung der Resolution direkt beteiligt gewesen sind. Die ECS verabschiedet beileibe nicht alle Tage (bzw. Jahre) eine Resolution.

Eine solche Konferenz ist immer eine sehr gute Gelegenheit, bekannte oder neue Kollegen zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen, und sich auf den neuesten Stand der unterschiedlichen Forschungsgebiete (Verhalten, Ökologie, Pathologie, Physiologie, Effekte menschlicher Handlungen, um nur einige zu nennen) zu bringen. Und natürlich ist es immer schön, den „großen Namen“ aus der Walforschung zu begegenen, von denen immer der ein oder andere auftaucht, nicht selten werden sie auch eingeladen, etwas länger als üblich über ihre Forschungen zu berichten. Die regulären „scientific talks“ sind indes 15 Minuten lag, die Kurzvorträge nur fünf Minuten. Für meinen Vortrag, wiederum zum Thema „ship strikes“, hatte ich immerhin zehn Minuten. Die große Kunst besteht darin, diese Zeit möglichst genau ein zu halten und trotzdem alles Wichtige gesagt zu haben.  

Den diesjährigen ECS Award für besondere Leistungen im Bereich des Schutzes von Walen und Delfinen erhielt Hal Whitehead, der „Papst der Pottwalforschung“, der zuvor bereits einen sagenhaften Vortrag zur Biologie & Kultur bei Pottwalen gehalten hatte. Der Preis ist mehr als verdient – dieser Mann ist einer meiner großen Helden. Es gibt wenige, die bei absolut herausragenden wissenschaftlichen Leistungen so sehr ihre Natürlichkeit und Bescheidenheit bewahrt haben.

 

Natürlich sollte man bei einer so schönen Umgebung auch nicht darauf verzichten, sich ein wenig umzusehen. Madeira hat neben atemberaubenden Landschaften auch jede Menge Angebote für Wal- und Delfinbeobachtung. Ich nahm an einer „ökologisch ausgerichteten“ Tour vom Hafenort Calheta aus teil. Unsere Ausfahrt war von großem Erfolg gekrönt: Wir trafen auf mehrere Delfinarten und dazu auf Unechte Schwertwale, die ich zuvor noch nie gesehen hatte auf meinen vielen Reisen. Was für ein Glücksfall!

Ich freue mich bereits jetzt auf die nächste Konferenz, die 2017 in Dänemark stattfinden wird. Und das liegt nicht zuletzt daran, dass das europäische „Walforschervolk“ zum größten Teil aus sehr sympathischen Menschen besteht!

Über Fabian Ritter

Leiter Meeresschutz - Fabian Ritter ist Biologe und leitet bei WDC den Bereich Meeresschutz.