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Schutz der Antarktis erneut auf Eis gelegt

Bei ihrem jährlichen Treffen in Hobart, Australien, hat die Internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) wieder keine Einigung für Meeresschutzgebiete im Rossmeer und in der östlichen Antarktis erreicht. 

Zur Entscheidung standen bereits zum fünften Mal hintereinander zwei Anträge: Das Rossmeer wird dank seiner Unberührtheit und großen Artenvielfalt oft als „letzter Ozean“ bezeichnet. Darüber hinaus geht es um sieben Gebiete im Küstenbereich der Ostantarktis. Das Südpolarmeer bietet mehr als 10.000 Spezies ein Zuhause – darunter die weltweit meisten Pinguine, Wale, Seevögel, sowie Riesenkalmare und der Riesen-Antarktisdorsch, der das Hauptziel der Fischerei in dieser Region darstellt.

CCAMLR hatte sich bereits 2012 dazu verpflichtet Meeresschutzgebiete in der Antarktis einzurichten, doch auch nach vier Jahren und einem Sondertreffen scheiterten die Bemühungen. China hatte zusammen mit Russland und der Ukraine in den letzten Jahren die Schutzbemühungen abgelehnt, so auch bei dem letzten Treffen. Doch während China nun zum ersten Mal seine Unterstützung für den Antrag des Schutzgebietes des Rossmeeres aussprach, blockierte Russland diesen Antrag in diesem Jahr erneut vehement.

Chinas Zustimmung für den Rossmeer-Antrag wird als positive Entwicklung gewertet, doch erst wenn alle Mitgliedsstaaten ihre Zustimmung für beide Anträge geben, können sie umgesetzt werden.

Somit ist die Einrichtung der Meeresschutzgebiete des Rossmeeres und der Ostantarktis weiterhin ausstehend. Notwendig sind beide Schutzgebiete nicht zuletzt, um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken, die Fischerei in den Gebieten einzuschränken und somit die extrem langsam nachwachsenden Bestände zu schonen und die große Artenvielfalt dieses einzigen vom Menschen fast noch unberührten Lebensraumes der Erde für zukünftige Generationen zu erhalten.

„Die Landmasse der Antarktis steht seit langem unter strengem Schutz, das sie umgebende Meer jedoch nicht“, so Fabian Ritter, Meeresschutzexperte bei WDC. „Die Bedeutung der Gewässer rund um den eisigen Kontinent für die globale Meerwasserzirkulation – und damit für das Weltklima – ist jedoch unermesslich. Deswegen sind Meeresschutzgebiete dort so wichtig. Es wurde einmal gesagt, die Antarktis sei unsere letzte Chance. Wenn wir sie erhalten können, gibt es Hoffnung, auch den Rest der Welt zu retten.“

WDC ist Mitglied der Antarctic Ocean Alliance (AOA), die sich seit vielen Jahren unermüdlich für die Meeresschutzgebiete in der Antarktis einsetzt. Wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis es einen effektiven Schutz des Südpolarmeeres gibt.