Zum Inhalt springen
Alle News
  • Alle News
  • Beifang
  • Delfinarien
  • Grüner Wal
  • Meeresschutz
  • Plastik
  • Walbeboachtung
  • Walbeobachtung
  • Walfang
Große Tümmler in Freiheit. (C) Charlie Phillips

Färöer Inseln: 100 Delfine geschlachtet

Große Tümmler in Freiheit. (C) Charlie Phillips Heute Morgen wurden in Skálafjörður auf den Färöer...

Walfang-Harpunen zünden nicht – NGOs fordern ein Ende der qualvollen Schlachtungen in Island

© Hard to Port Erneut wurde gestern in Hvalfjörður, Island, ein harpunierter Finnwal an Land...
beaked-whale-berardius-minimus-new-species

Seltene Walart erstmals lebend gesichtet

Wissenschaftler:innen konnten mittels DNA-Proben zum ersten Mal die Sichtung des seltenen Sato-Schnabelwals bestätigen. Bislang wurden...
Fin whale

Finnwale kehren zu ihren ehemaligen Nahrungsgebieten zurück

Forscher:innen in der Antarktis beobachteten die Rückkehr von Finnwalen in ihre früheren Nahrungsgründe. Bei Untersuchungen...

Japans manipulierte Walfangzahlen

Ein kürzlich von der Royal Society veröffentlichter Bericht deckt auf, dass Japan seine Walfangzahlen in den 1960er Jahren wohl massiv manipuliert hat. Daten bezüglich Gewicht, Größe und Geschlecht der industriell bejagten Pottwale wurden gezielt gefälscht, um die Vorgaben der Internationalen Walfangkommission zu umgehen.

Im Zuge der Aufdeckung des großangelegten Betruges durch Walfänger der ehemaligen Sowjetunion war die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auch auf die japanischen Zahlen gelenkt worden. Besonders auffällig war die große Diskrepanz zwischen den sowjetischen und den japanischen Daten hinsichtlich der gejagten Pottwale.

  • In den Jahren 1968/1969 tötete die japanische Walfangflotte beispielsweise im Nordpazifik 1568 Pottwal-Weibchen, von denen 1525 (97,3%) die von der IWC vorgegebene Mindestlänge von 11,6 m oder mehr hatten.
  • Im Gegensatz dazu harpunierte die sowjetische Flotte in diesem Zeitraum 12.578 weibliche Pottwale, von denen nur 824 (6,6%) über der Mindestgröße lagen. Die japanischen Fänger waren bei der Jagd auf Tiere mit der erforderlichen Mindestgröße im Durchschnitt neun Mal erfolgreicher als ihre sowjetischen Kollegen und die Angaben bezüglich Größe und Gewicht der gefangenen Tiere variieren erheblich.

Der Bericht macht deutlich, dass eine ordnungsgemäße Überwachung und Meldung der Fangdaten nahezu unmöglich ist, da es immer Raum und Schlupflöcher für Betrug und gefälschte Berichte geben wird. Die Studie ist ein weiterer Beweis dafür, dass es keine Diskussion über die Aufhebung des kommerziellen Walfangverbots (seit dessen Einführung immer noch tausende Wale getötet wurden) geben darf. Eine erneute großangelegte kommerzielle Waljagd wäre wahrscheinlich das Ende für einige Walpopulationen. Die Zahl der industriell getöteten Wale liegt allein für das 20. Jahrhundert bei knapp drei Millionen, noch immer stehen einige Populationen am Rande des Aussterbens.

Wie der nun veröffentlichte Bericht außerdem deutlich macht, sind die gefälschten Daten Teil der IWC Datenbank, die von vielen Forschern als Grundlage verwendet wird. Wie viele Studien werden nun aufgrund falscher Schätzungen ungültig?

Wenn die japanischen Walfänger die Pottwal-Fangzahlen manipuliert haben, dann ist es zudem naheliegend, dass sie auch falsche Berichte über die Buckel- und Finnwaljagden vorgelegt haben.

Vollständiger Bericht:

„What´s the catch? Validity of whaling data for Japanese catches of sperm whales in the North Pacific”

Yulia V. Ivashchenko, Phillip J. Clapham

Herausgeber: Royal Society