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Erschreckende Zahlen: Schweinswale enden häufig als Beifang

Ein neuer Bericht aus England schätzt die Zahl der Schweinswale, die 2014 als Beifang in britischen Fischernetzen enden, auf mindestens 1400 bis 1700 Individuen, Tendenz vermutlich steigend. Es wird angenommen, dass darüber hinaus seit 2014 bis zu 276 Gewöhnliche Delfine in Stellnetzen und 417 Kegelrobben in Schleppnetzen als Beifang endeten.

Der Gebrauch von Pingern kann den Beifang an Schweinswalen in Netzen bis zu einer Länge von vier Kilometern zwar reduzieren, und sie werden auch immer häufiger eingesetzt, allerdings auch heute noch in begrenztem Umfang und nur auf Schiffen über zwölf Metern Länge. Diese kleinen akustischen Signalgeber sorgen zudem für zusätzlichen Lärm im Meer und bleiben somit leider auch nicht ohne Folgen für geräuschempfindliche Lebewesen wie dem Schweinswal. Dennoch sind sie in bestimmten Fällen wahrscheinlich das kleinere Übel.

Hinzu kommt, dass Pinger zwar die Beifangzahlen bei Schweinswalen reduzieren, jedoch ist nicht bekannt, ob die akustischen Signalgeber den Beifang von Delfinen oder Seehunden mindern. Deshalb ist der Einsatz von verlässlicheren Methoden zur Schadensminderung zu bevorzugen. Eine Alternative ist beispielsweise, Fischereigebiete mit hohen Beifangzahlen teilweise oder saisonal zu schließen. WDC betrachtet Pinger grundsätzlich nur als Übergangslösung für das Problem.

Schlussendlich sind die Beifangzahlen nur für britische Schiffe aussagekräftig – sie beinhalten nicht die ausländischen Schiffe, die in britischem Gewässer fischen. Großbritannien betreibt zwar einigen Aufwand mit der Überwachung der britischen Fischerei, jedoch ist dieses Monitoring alles andere als flächendeckend und daher müssen die jetzt vorgelegten Zahlen als Minimalschätzungen gelten. Eine verbesserte internationale Zusammenarbeit ist dringend erforderlich. Erhebungen von Beifangsraten und Fischereimaßnahmen müssen im Zuge dieser Zusammenarbeit von allen EU-Mitgliedsstaaten bereitgestellt werden. WDC fordert, dass endlich strengere Maßnahmen zur Reduzierung von Beifang eingeführt werden.

Mit dem Projekt „Walheimat“ setzen wir uns seit Jahren dafür ein, dass die für den Schweinswal in Europa ausgewiesenen Schutzgebiete zu einem effektiven Netzwerk werden, das der in unseren Gewässern häufigsten Walart dauerhaften und wirkungsvollen Schutz bietet.

Harbour porpoise showing net marks