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Screenshot aus der Filmaufnahme, die zwei der Delfine bei der Aussetzung zeigen. (C) Ivanna Kudina...

Letzte Chance für den Vaquita?

Die mexikanische Regierung startet einen weiteren und vielleicht den letzten Versuch, den Vaquita vor dem Aussterben zu bewahren. Die Population des kleinen Schweinswals wurde stark dezimiert – es gibt nur noch etwa 100 Individuen im nördlichen Golf von Kalifornien.

Bedroht ist der Vaquita durch Garnelen-Stellnetze, in denen er sich verfängt, aber auch durch die illegale Fischerei nach einem Fisch namens „Totoaba“, dessen Schwimmblase in China als Delikatesse verkauft wird. Nun hat die mexikanische Regierung ein neues Gesetz erlassen, das die Verwendung von Stellnetzen im Heimatgebiet des Vaquita für zwei Jahre untersagt. Die Fischer erhalten währenddessen Ausgleichszahlungen für den dadurch entstehenden Schaden.

Noch in diesem März soll das Stellnetzverbot in Kraft treten. Forscher sollen außerdem Vaquita-freundliche Netze entwickeln, mit denen die Fischer ausreichend Garnelen fangen können um ihre Familien zu ernähren. Die Umsetzung des Stellnetzverbotes wird eine Herausforderung, da bisherige Maßnahmen allesamt weitgehend gescheitert sind. Zudem steigt die Nachfrage nach Totoaba in China. Die organisierte Kriminalität und der illegale Handel steigen rasant an, da für ein Kilogramm Totoaba-Schwimmblase bis zu 10.000 Dollar gezahlt werden.

„Es ist eine gewisse Ironie, dass die illegale Fischerei nach Totoaba nicht nur zu dessen Gefährdung führt, sondern „nebenher“ auch das Aussterben des Vaquita beschleunigt – zumal es sich um eine relativ neue Gefährdung handelt, die vorwiegend durch die Nachfrage aus Fernost angetrieben wird. Man kann sich über die jetzigen Vorschläge strenger Maßnahmen zwar freuen, es wird aber abzuwarten sein, ob es entsprechende Kontrollen geben wird und wie wirksam das neue Gesetz ist. Leider wurden in der Vergangenheit auch zu viele Gelegenheiten, den Vaquita effektiv zu schützen, liegen gelassen“, so Fabian Ritter, Meeresschutzexperte bei WDC.

Aber wir brauchen gar nicht ins Ausland zu schauen um den Finger zu heben. Auch bei uns in der Ostsee geht es für den Schweinswal ums Überleben. WDC setzt sich seit langem für effektive Schutzgebiete für Schweinswale ein.

Quelle: NY Times