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Screenshot aus der Filmaufnahme, die zwei der Delfine bei der Aussetzung zeigen. (C) Ivanna Kudina / Facebook

Vier Delfine aus Delfinarium an der Krim ausgesetzt

Screenshot aus der Filmaufnahme, die zwei der Delfine bei der Aussetzung zeigen. (C) Ivanna Kudina...

Delfinexperten setzen sich gemeinsam für eine EU ohne Delfinarien ein

Am 4. März haben Wal- und Delfinexperten aus aller Welt gemeinsam vor dem Europäischen Parlament eine neue Initiative ins Leben gerufen, um auf das Schicksal der in Gefangenschaft lebenden Wale und Delfine aufmerksam zu machen. Derzeit gibt es 33 Anlagen in 15 EU Ländern, in denen die intelligenten Meeressäuger untergebracht sind.

Die „Dolphinaria-Free Europe“–Koalition besteht derzeit aus 19 Nichtregierungsorganisationen aus elf Ländern, darunter WDC. EU-Bürger, EU-Parlamentarier und Regierungen werden dazu aufgerufen, Delfinshows und Interaktionsprogramme zu beenden. Der Ausbeutung der Tiere soll ein Riegel vorgeschoben werden.

Zeit für Veränderung

„Es ist an der Zeit, dass wir unseren Umgang mit Walen und Delfinen entscheidend verändern – dazu gehört, dass wir sie nicht zu unserem Vergnügen in Betonbecken sperren. Eine Haltung in Gefangenschaft wird den physischen wie psychischen Bedürfnissen dieser hochsozialen Tiere niemals gerecht. Wir freuen uns darüber, dass so viele Experten weltweit an einem Strang ziehen, um die Vision von einer EU ohne Delfinarien Wirklichkeit werden zu lassen!“ so David Pfender, WDC-Biologe, auf dem Weg zur ersten Konferenz der Koalition nach Brüssel.

Derzeit unterliegen 32 der 33 Delfinarien in der EU der jeweils nationalen Zoogesetzgebung sowie der EU-Zoorichtlinie, die von den Betreibern einen signifikanten Beitrag zur Arterhaltung, Bildung und zum Wohlbefinden der gehaltenen Tiere verlangt. Ein aktueller Bericht der NGO-Koalition ENDCAP/WDC kommt jedoch zu dem Schluss, dass ganze 15 Mitgliedstaaten den Vorgaben der Gesetze nicht nachkommen.

Schutz statt Gefangenschaft

Marc Affronte, ein EU-Parlamentarier, der die Veranstaltung unterstützt hat, sagt: „Das Delfinarium in meiner Heimatstadt Rimini, Italien, wurde gerade erst geschlossen, weil es nationale Gesetze brach. Es ist nicht zu entschuldigen, dass Delfinarien weiterhin Wale und Delfine halten, wenn sie ihren Ansprüchen nicht gerecht werden – dann ist kein Platz mehr für solche Attraktionen in der EU. Wir müssen uns auf den Schutz dieser Tiere in freier Wildbahn konzentrieren anstatt auf die Debatte um ihre Haltung“.

Die Dolphinaria-Free Europe – Koalition wird die Delfinarienindustrie in der gesamten EU ins Visier nehmen. Dazu gehört die Untersuchung und Veröffentlichung von Missständen und Gesetzesbrüchen