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Isländische Brauerei produziert erneut Walbier

Im Januar 2014 machte die isländische Mikro-Brauerei Steðja mit ihrem „Walbier“ Schlagzeilen. Das Gebräu, das wenig überraschend in Zusammenarbeit mit dem isländischen Finnwal-Fänger und Fischereimogul Kristján Loftsson entstanden war, enthielt zur Würzung geringe Mengen an Walmehl. Die Markteinführung des Biers wurde noch vor Verkaufsstart durch die zuständige Lebensmittelbehörde verboten, da das enthaltene Mehl nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen war. Der Fischereiminister – ein  enger Vertrauter  Loftssons – kippte das Verbot jedoch kurz darauf und das Bier wurde zum Verkauf freigegeben. Im Oktober 2014 wurde das ursprüngliche Verbot dann abschließend bestätigt.

Wie die Steðjar Brauerei jetzt bekanntgab, wird pünktlich zu Beginn des diesjährigen Winter-Festivals Þorrablót (Thorrablot) erneut Walbier produziert, diesmal mit jedoch mit neuer Rezeptur: Geräucherter Finnwalhoden statt Walmehl.

In einem Interview mit dem isländischen Nachrichtenmagazin Visir sagte Dagbjartur Arilíusson, Geschäftsführer von Steðja: „Wir wollen eine echte Thorablod- Atmosphäre schaffen und haben daher beschlossen, die geräucherten Hoden von Finnwalen zum Aromatisieren des Biers zu verwenden „. Er fügte hinzu, dass jede Abfüllung einen Hoden enthalte. Legal ist das Ganze diesmal nach Angabe der Behörden auch, die Hoden sind für die Zubereitung von Lebensmitteln zugelassen.

Treffend benannt ist das Gebräu mit „Hvalur 2“ – Loftssons Finnwalfang-Firma heißt Hvalur – und damit natürlich ein wenig subtiler Hinweis auf den Mann, der der Welt und all den „Wal-Kuschlern“ da draußen so mal wieder zeigen kann, wer momentan die dicksten Kartoffeln hat.  Solange die isländische Regierung den Walfang erlaubt und der Rest der Welt nur zusieht, kann Loftsson weitermachen – unabhängig davon, dass immer mehr seiner Landsleute die Waljagd ablehnen und kaum ein Isländer Interesse an Walfleisch hat.  Doch genau darin besteht auch die Hoffnung und ich bin zuversichtlich, dass sich in Island bald die vielen Stimmen durchsetzen werden, die die Wale lieber lebendig draußen im Ozean sehen und nicht am Boden eines Bierfasses.

Über Astrid Fuchs

Astrid Fuchs leitet bei WDC Deutschland den Bereich Policy und strategische Entwicklung. Daneben koordiniert sie die EU-Arbeit und betreut die Bereiche Walfang und Delfinarien.