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Sollten wir damit aufhören, Fisch zu essen?

Ich beschäftige mich schon seit langem mit der Fischerei und insbesondere mit ihren Auswirkungen auf...

Von der Praktikantin zur offiziellen Walretterin

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Bestände vs. Population − warum wir bei WDC einen Unterschied machen

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Treibjagd auf den Färöern (C) WDC

Delfinjagd auf den Färöern − Enttäuschung ist eine Untertreibung

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Alte Bekannte und neue Erkenntnisse

Delfinen in freier Wildbahn zu begegnen ist ein Privileg und ein tolles Erlebnis – und etwas ganz besonderes, wenn man einzelne Individuen sogar wiedererkennt. Im Jahr 2010 begannen wir unsere Forschungsarbeit auf der Insel Lewis, um mehr die Rundkopfdelfine zu erfahren, die sich regelmäßig in den Gewässern dort aufhalten. Und so hat sich in den letzten Jahren ein interessantes Bild ergeben.

Rundkopfdelfine haben verschiedene Narben, Kratzer und Markierungen auf ihren Körpern, anhand derer man sie Jahr für Jahr wiedererkennen kann. Man kann so ihre Verhaltensweisen gut erforschen und interessanterweise auch viel über ihr Sozialleben lernen. Wir haben bisher mehr als 75 Individuen identifiziert, dazu gehören Mütter mit ihrem Nachwuchs, Gruppen von Jungtieren und sogar vermutliche Freundschaften, die mehrere Jahre anhalten. Erst vor ein paar Tagen haben wir eine Gruppe jagender Delfine in Ufernähe beobachtet und bei genauerem Hinsehen festgestellt, dass wir genau diese Individuen bereits 2010 zusammen beim Jagen fotografiert hatten.

Ein anderer Delfin, den wir auch bereits 2010 fotografiert hatten, tauchte 2013 mit Nachwuchs wieder auf. Somit war dann auch die Geschlechtsfrage geklärt. Diese Gewässer sind für die Delfinmutter offensichtlich sehr wichtig, da wir sie vor einigen Wochen erneut mit einem Jungtier hier gesehen haben.

Eine verblüffende Entdeckung bei unserer Forschung auf dieser magischen Insel nordwestlich von Schottland (am Rande des Polarkreises – zumindest das Wetter fühlt sich manchmal so an!) sind Kreuzungen zwischen Rundkopfdelfinen und Großen Tümmlern. Es gibt zwar bereits Berichte von Kreuzungen zwischen Wal- und Delfinarten an anderen Orten, dies aber ist der erste Beleg dafür in britischen Gewässern. Unser Ziel ist es, mehr über dieses Verhalten und auch die Auswirkungen auf die Populationen heraus zu finden. Nur kontinuierliche Forschung kann uns dabei helfen, Mischbildung bei Delfinen in freier Wildbahn und deren Konsequenzen zu verstehen.


Unser Forschungsgebiet um die Insel Lewis wurde von der schottischen Regierung als Schutzgebiet für die Rundkopfdelfine vorgeschlagen. Und aufgrund der Tatsache, dass wir viele Individuen seit mehreren Jahren in diesem Gebiet beobachten und die Dokumentation von Mischbildungen erfolgt ist, halten wir diese Ausweisung für sehr wichtig.

Über Nicola Hodgins

Policy Manager at WDC