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Begegnungen mit den Delfinen der Azoren

Sarah Dolman, Mitarbeiterin bei WDC, berichtet über ihre Zeit auf den Azoren, wo sie während des Sommers beim dortigen Forschungsprojekt Nova Atlantis mitarbeiten konnte.

Während meiner vier Wochen auf Pico begegneten wir am häufigsten Gruppen von Rundkopfdelfinen. In den 15 Jahren, in denen das Forschungsprojekt bereits läuft, konnte  Nova Atlantis bereits 1.250 Individuen fotografieren von denen ca. 150 in dem Untersuchungsgebiet leben. Die anderen haben ein größeres Verbreitungsgebiet und ziehen nur vorbei. 


Das Team von Nova Atlantis hat herausgefunden, dass Rundkopfdelfine nicht die gleichen Sozialstrukturen haben wie Große Tümmler oder Grindwale. Wenn die Männchen älter werden, formen sie stabilere Gruppen mit anderen Männchen. In den engen Gruppen ist es vermutlich einfacher, Weibchen anzulocken und das Gebiet zu verteidigen, was in der Tierwelt eher selten ist. Wir konnten selbst beobachten, wie eine kleine Gruppe  männlicher Rundkopfdelfine sowohl Nördliche Entenwale als auch Grindwale verscheuchte. Diese sind nicht nur größer als die Rundkopfdelfine sondern waren in diesem Fall auch in der Überzahl.

Die Weibchen leben in lockeren Gruppen, schließen sich aber enger zusammen, wenn sie junge Kälber haben. Wir vermuten, dass dies dem gegenseitigen Schutz, z.B. vor Haien, und der produktiveren Nahrungssuche dient. Wenn die Kälber noch sehr jung sind, bleiben die Weibchen mit ihnen näher an der Küste.

Um mehr über das Alter der einzelnen Tiere herauszufinden, untersucht Nova Atlantis das Narbenmuster der Delfine. Mehr Narben deuten auf ein höheres Alter des Tieres hin. Scheinbar können wir viele Informationen durch diese Kratzer bekommen, da sie dauerhaft sind und Form und Farbe meist beibehalten. Dies hilft, die Individuen auch im nächsten Jahr wiederzuerkennen. Da die Weibchen in der Regel weniger zerkratzt sind, kann man davon ausgehen, dass sie „friedlicher“ sind. Die Forschung zum Alter der Tiere konnte sogar belegen, dass Rundkopfdelfine bis zu 50 Jahre alt werden!

Während meines Aufenthalts hatten wir wunderbare Begegnungen mit vielen weiteren Wal- und Delfinarten. Hier sind Videoaufnahmen von Kleinen Schwertwalen und Atlantischen Fleckendelfinen, wie sie mit unserem Forschungsboot interagieren.

Der Ausflug nach Pico, auf dem ich viel über Rundkopfdelfine gelernt habe, ist mittlerweile schon eine Weile her und ich bin jetzt auf der Isle of Lewis, bei unserer WDC-eigenen Feldstudie. Hier konnten wir bereits „schottische“ Rundkopfdelfinen beobachten. Mehr dazu in einem bald folgenden Blog…

Über Ulla Ludewig

Projektreferentin - Ulla Christina Ludewig setzt sich im deutschen und internationalen WDC-Team für die Schließung von Delfinarien und verantwortungsbewusste Wal- und Delfinbeobachtung ein.