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Der tödliche Lärm der Ölsuche im Mittelmeer

Vier Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko spitzt sich die Lage im Mittelmeer dramatisch zu: Mit bedrohlich lauter Beschallung wird in immer mehr Meeresgebieten und in immer grösserer Tiefe nach Erdöl und Erdgas gesucht. Im Rahmen der Kampagne Silent Oceans will WDC zusammen mit 19 Partnerorganisationen dafür sorgen, dass unter Wasser wieder Ruhe einkehrt – damit die Meeresbewohner eine Zukunft haben.

Die Zahl der Orte, an denen nach Öl und Gas gebohrt wird, nimmt  drastisch zu. Und damit auch das Risiko einer Katastrophe wie jener der BP-Ölbohrplattform «Deep Water Horizon», wo am Ostersonntag vor vier Jahren nach einer Explosion tausende Liter Rohöl ins Meer ausgelaufen sind. «Was viele nicht wissen: Bereits die Suche nach Öl und Gas im Meer ist für die Meerestiere lebensgefährlich», sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, und warnt vor den Gefahren des Unterwasserlärms: «Die Druckluftkanonen, die für die Rohstoffsuche gebraucht werden, sind ohrenbetäubend laut. Nach extremer Beschallung durch seismische Tests stranden Wale sowie Delphine und Fischfänge brechen um bis zu 80 Prozent ein.»

Silent Oceans: Kampagnenerfolg auf EU-Ebene

In der nördlichen Adria ist im Herbst 2013 im Auftrag der kroatischen Regierung grossflächig nach Erdöl und Erdgas gesucht worden: Während fünf Monaten mit extrem lauten Schallwellen im 10-Sekunden-Takt – ohne vorher die Umweltverträglichkeit geprüft zu haben. OceanCare hat diesen Skandal im Rahmen der Kampagne Silent Oceans an die Öffentlichkeit gebracht. Über 9000 Menschen haben unter www.silentoceans.org bei der kroatischen Regierung gegen die Suche nach Rohstoffen vor Kroatien protestiert.

Nach intensiver Lobbyarbeit hat das EU-Parlament am 12. März 2014 entschieden, Umweltverträglichkeitsprüfungen vor der Suche nach Rohstoffen in europäischen Gewässern zur Pflicht zu machen. Das ist ein Meilenstein im Einsatz für Stille im Meer, denn unter Wasser gibt es – anders als an Land – keine verbindlichen Regeln und Grenzwerte für lärmerzeugende Technologien. Aber nicht nur seismische Tests gefährden die Meerestiere. Militärsonare sind eine weitere tödliche Lärmquelle. Anfangs April sind nach Militärmanövern um Kreta Schnabelwale gestrandet.

Mit Silent Oceans fordern die Kampagnenpartner eine weltweit verbindliche Obergrenze für Unterwasserlärm, eine global koordinierte Strategie zur Lärmreduktion, ein Verbot der Beschallung sensibler Meeresgebiete, lärmdämmende Verfahren an den Emissionsquellen, die Überwachung der Auswirkungen von Lärm in den Ozeanen und die Übernahme von Verantwortung von Lärmverursachern für die Auswirkungen ihres Handelns.
 
Folgen von Lärm für die Meeressäuger

In den letzten 60 Jahren hat sich der Unterwasserlärm zirka alle zehn Jahre verdoppelt, wie der Infotainment Film auf www.silentoceans.org zeigt. Doch das Meer hat weder Schallmauern noch Notausgänge – Lärm verbreitet sich unter Wasser vier bis fünf Mal schneller als an Land. Extremer Schalldruck kann die Blutgefässe der Meeressäuger bersten lassen: In Panik tauchen die Tiere blitzartig auf und sterben an den Folgen der für sie unnatürlichen Taucherkrankheit. Für viele Meerestiere ist das Gehör, was für die Menschen die Augen sind. Denn sie orientieren sich akustisch und sind für Nahrungs- und Partnersuche, Kommunikation und Gefahrenerkennung auf das Gehör dringend angewiesen. Unterwasserlärm jedoch übertönt die Rufe der Meerestiere. Nach aktuellem Wissensstand wirkt sich intensiver Unterwasserlärm auf mindestens 55 marine Arten negativ aus. Unter anderem auf das grösste Lebewesen der Welt: Innert weniger Jahrzehnte ist die Reichweite der Sonarsignale von Blauwalen von rund 2000 auf 200 km gesunken.

Mehr Informationen zur Kampagne Silent Oceans: www.silentoceans.org

Über Laura Zahn

Unternehmenskooperationen - Laura Zahn ist bei WDC Deutschland verantwortlich für die Kooperationen mit Unternehmen.