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Treibjagden in Japan

Am 17 Januar 2014 wurden über 250 Große Tümmler in die Bucht von Taiji (Japan) getrieben. Von der erteilten Quote von 2.000 Delfinen haben die Fischer seit September 2013 bereits 500 Delfine unterschiedlicher Spezies, getötet, 97 Delfine wurden bereits für  die Delfinarienindustrie ausgesucht. Von den 250 am Freitag gefangenen Delfinen wurden bisher 51 für die Gefangenschaftshaltung ausgesucht, 40 Delfine wurden brutal getötet, ein Delfin ertrank in den Netzen der Fischer und  130 – 140 Delfine wurden nach Tagen des Kampfes und ohne Nahrung wieder aus der Bucht hinaus getrieben. Unter ihnen waren viele sehr kleine Delfine, zu Jung für die Gefangenschaftsindustrie und zu klein für die Quote der Jäger. Mit dem Weg zurück ins offene Meer, beginnt für diese Delfine erneut der Kampf ums Überleben, beraubt um viele Mitglieder ihrer Familie und erschöpft von den Strapazen der letzten Tage.

52 gefangen / 41 getötet / 130 – 140 Delfine zurück getrieben

Diese Zahlen unterstreichen klar den Trend, dass bei den Treibjagden die Selektion von Delfinen für die Gefangenschaftshaltung im Vordergrund steht. Und damit auch das Geld, dass die Delfinarienindustrie für junge Delfine bietet.

Und obwohl Jagden wie diese in Taiji zum Alltag gehören, hat die Tatsache, dass ein extrem seltener, junger Albino-Delfin unter den gefangenen Großen Tümmler war, weltweit ein erhöhtes mediales Interesse hervorgerufen, darunter auch eine Twitter-Meldung der US Botschafterin Caroline Kennedy in Japan, die ihre Besorgnis über die Brutalität der Jagden äußerte.

Der kleine weiße Delfin wurde von seiner Mutter getrennt und in das Taiji Wal-Museum gebracht, wo er bald die Besucher erfreuen soll, wenn er diese Tortur überlebt.

Dies Treibjagden in Taiji werden von der nimmersatten Nachfrage der Zooindustrie angetrieben. Die Hintergründe wurden im WDC Bericht „Driven by Demand“ bereits vor einigen Jahren aufgedeckt, die Dokumentation „The Cove“ hat die schrecklichen Geschehnisse nochmals auf unsere Bildschirme gerufen, doch obwohl wir gemeinsam vieles in Bewegung gesetzt haben, steigt die Zahl der gefangengenommenen Delfine weiter.

WAZA, der internationale Zoo- und Aquarienverband und auch der Verband der Tiertrainer, gaben bereits vor einem Jahrzehnt Stellungnahmen heraus, die die Treibjagden verurteilen. Doch seither gab es von dieser Seite keine weitere Initiativen und das Schweigen der internationalen Delfinarienindustrie legt sich als schützender Mantel über die blutige Bucht von Taiji.

Nun hat ein Zusammenschluss Japanischer Tier- und Umweltschutzorganisationen, darunter auch die Elsa Nature Conservancy, Help Animals und PEACE, den weltweiten Zooverband WAZA (World Association of Zoos und Aquarien) aufgefordert, gegen den japanischen Zooverband JAZA (Japan Association of Zoos und Aquaria) vorzugehen, da sich die JAZA nicht an den Ethikkodex der WAZA hält, der unteranderem die Gefangenahme von Delfinen in Treibjagden verurteilt.

Diese Petition spiegelt die seit Jahren stattfindende Kommunikation von WDC mit WAZA wider und fordert WAZA auf, endlich ehrlich Stellung zu den Treibjagden zu beziehen. Statt sich an den eigen Ethikkodex zu halten, versteckt sich die Organisation bereits seit Jahren, hinter dem sogenannten „Delfin Management Protokoll“, dass festlegt, dass jeweils im September nur Große Tümmler für die Gefangenschaftshaltung zusammengetrieben werden dürfen, jedoch in dieser Zeit keine Tötungen erlaubt sind.  

Leider hat dieses Vorgehen bisher nur dazu geführt, die Treibjagden in manchen Augen zu legitimieren und das Leben der Delfine in Japan weiter zu gefährden. Die Delfinarienindustrie ist aufgerufen, sich in Zukunft endlich offen und proaktiv gegen die Jagden aussprechen und keine Delfine aus den Treibjagden für ihre Delfinarien zu beziehen. Statt sich offen von den Gräueltaten in Taiji zu distanzieren, unterstützt die WAZA jedoch durch ihre Untätigkeit die Treibjagden und steht schweigend knietief im blutigen Wasser.

Wir sind auf der Suche nach Zoos, die mutig und klug genug sind, sich zu verändern und die Delfinhaltung zu beenden. Die den verbleibenden Delfinen n einen Lebensabend in abgetrennten Meeresbuchten ermöglichen und alle Gefangennahmen aus freier Wildbahn verurteilen. Ihr Mutigen, ihr Klugen, wo seit ihr?

Es ist Zeit, dass die Gemeinschaft aus Zoos und Delfinarien, die unbestreitbar verantwortlich ist für diese Tragödie, die jedes Jahr von September bis April in Taiji stattfindet, endlich Verantwortung übernimmt. Die Welt wartet und GENUG IST GENUG.

Sie haben auch genug? Dann helfen Sie uns jetzt:
Was Sie tun können >>>

Quelle: uk.whales.org / Cove Guardian

Über Laura Zahn

Unternehmenskooperationen - Laura Zahn ist bei WDC Deutschland verantwortlich für die Kooperationen mit Unternehmen.