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Ringen um weltgrößtes Meeresschutzgebiet gescheitert

Mit dem heutigen Scheitern der CCAMLR-Konferenz wurde  eine entscheidende Chance für den Meeresschutz rund um die Antarktis verpasst. Die „Kommission zur Erhaltung lebender Meeresschätze in der Antarktis“ (CCAMLR) konnte sich nicht darauf einigen, die weltweit größten Meeresschutzgebiete im antarktischen Ozean einzurichten. Die mehrtägige Sondersitzung in Bremerhaven endete heute ohne Ergebnis.

Russland hält CCAMLR für nicht zuständig

Alle CCAMLR-Mitgliedsstaaten – einschließlich derer, die Bedenken hinsichtlich der beiden Schutzgebietsvorschläge hatten, wie Norwegen, Chile, Japan und China, – haben sich an konstruktiven Verhandlungen beteiligt, um bei diesem Treffen ein Ergebnis zu erzielen. Dagegen hat Russland mit Unterstützung der Ukraine die rechtliche Befugnis der CCAMLR Kommission, Meeresschutzgebiete auszuweisen, grundsätzlich in Frage gestellt. 

„Nach zwei Jahren Vorbereitung und obwohl Russland dieses Treffen zur Beilegung wissenschaftlicher Bedenken hinsichtlich der Schutzvorschläge für das Rossmeer und die Ostantarktis beantragt hat, verlassen die  Mitglieder von CCAMLR Bremerhaven nun mit leeren Händen“, kritisiert Steve Campbell, Direktor der Antarctic Ocean Alliance. „Außer Russland sind alle Staaten mit guter Hoffnung angereist.“

„Historische Chance vertan

Deutschland hatte speziell zu diesem Anliegen zu der Sondersitzung eingeladen und als Gastgeber zum Auftakt die Bedeutung des Meeresschutzes in der Antarktis unterstrichen.  Auf der Sondersitzung in Bremerhaven verhandelten die 24 Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Union über zwei Anträge: Der erste von den USA und Neuseeland sah vor,  im Rossmeer eine Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometer als Meeresschutzgebiet auszuweisen, einschließlich einer 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Zone, die für kommerzielle Fischerei gesperrt sein soll. Der zweite Vorschlag  von Australien, Frankreich und der Europäischen Union bezog sich auf sieben Meereszonen mit einer Gesamtfläche von 1,63 Millionen Quadratkilometern, die in den Küstengewässern der Ostantarktis geschützt werden sollten.

„Wir erkennen das Engagement derjenigen Mitglieder von CCAMLR an, die bis zuletzt versucht haben, eine Lösung für die Einrichtung der Meeresschutzgebiete in der Antarktis zu finden. Wir sind jedoch zutiefst enttäuscht darüber, dass vor allem Russland, aber auch andere Länder die Verhandlungen blockierten. Hier in Bremerhaven wurde auf diese Weise eine historische Chance für den Meeresschutz vertan“, sagt Fabian Ritter, Kampagnenleiter von Whale and Dolphin Conservation (WDC).

 „Auf dem nächsten regulären Treffen im Oktober in Hobart in Australien erwarten wir von allen Mitgliedern der CCAMLR, dass konstruktive Wege gefunden werden, um die Einrichtung von Meeresschutzgebieten ermöglichen.“   

Der antarktische Ozean ist Heimat für mehr als 10.000 Arten, darunter die meisten Pinguine der Welt, Wale, Seevögel, Koloss-Kalmare sowie der kommerziell gefragte Riesen-Antarktisdorsch.

Nächstes Treffen von CCAMLR im Oktober

Die Antarctic Ocean Alliance wird auch die nächste Sitzung der CCAMLR in Hobart in Australien begleiten. Die Umweltorganisationen werden die CCAMLR weiter darin bestärken, den Schutz des Südpolarmeers auszubauen und weitere einzigartige Lebensräume in der Antarktis zu erhalten. Insgesamt hat die AOA 19 Gebiete im Südpolarmeer als schutzbedürftig identifiziert, die zusammengenommen über 40 Prozent des südlichen Ozeans ausmachen.

Mehr als 1,3 Millionen Menschen weltweit haben sich dem Aufruf der AOA angeschlossen, im Südpolarmeer rund um die Antarktis ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten einzurichten.

Über Laura Zahn

Unternehmenskooperationen - Laura Zahn ist bei WDC Deutschland verantwortlich für die Kooperationen mit Unternehmen.