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Screenshot aus der Filmaufnahme, die zwei der Delfine bei der Aussetzung zeigen. (C) Ivanna Kudina...

Am 9. September fand in Eckernförde unter der Leitung des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein der diesjährige Naturschutztag zum Thema „Meeresschutz“ statt.

Ziel der Veranstaltung war es, ein gemeinsames Forum zu schaffen, in dem Vorträge über unsere Meere als Ökosystem, die Fischbestände, die Auswirkungen unseres Handelns diskutiert werden konnten. Konkret wurden die hohe Nährstoffbelastung, der Einfluss invasiver Arten, Klimawandel und der Zustand der Schweinswale thematisiert.

Ebenso bot sich für die WDCS die Gelegenheit, unsere Kampagne „Walheimat – Meeresschutzgebiete jetzt effektiv machen!“ dem Fachpublikum vorzustellen und einige interessante Gespräche zu führen. Besonders interessant war der Austausch mit den Initiatoren der Projekte „schweinswalfreundliche Bucht Eckernförde“ sowie „Fisch vom Kutter“ aus dem Raum Kiel, bei denen Fischer aus Eigeninitiative auf alternative/nachhaltige Fischerei umsteigen wollen und momentan entsprechende Vermarktungsstrategien testen.

Den größten Zuspruch vom Plenum bekam der Schleswig-Holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne), der in seinem Vortrag vor allem ein Lob an die Eckernförder Fischer aussprach, deren Bereitschaft für den Schutz des Schweinswals lobte und sehr engagierte Worte zu Versauerung, Überdüngung , Schadstoffbelastung und Fischerei sowie die Ausweisung von Schutzgebieten fand.

Allerdings wurde die Vorträge vom rustikal auftretenden Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein Lorenz Marquard konterkariert, der von einer „Kriegserklärung an die Fischer“ sprach und grundsätzlich wissenschaftliche Erkenntnisse über Bestandszahlen (Fische/Schweinswale) anzweifelte. Dies war insbesondere bei der abendlichen Podiumsdiskussion der Fall, als die Bedrohung der Fischbestände in der Nord- und Ostsee diskutiert wurde.

Ein wichtiges Fazit der Veranstaltung ist, dass die Fischern eine grundsätzliche Bereitschaft für mehr Naturschutz haben. Dennoch gibt es immer noch stark verhärtete Fronten. Diese gilt es in Zukunft zu überwinden um das gemeinsame Ziel, ein gesundes Ökosystem für Mensch und Natur, zu erreichen.

„Wir hoffen, dass Minister Habeck beim Wort zu nehmen ist und sich Schleswig-Holstein in Zukunft als Vorreiter des Meeresschutzes versteht. In Eckernförde wurden neben den starken Worten aber auch deutlich, dass es praktische Kooperationsprojekte mit Fischern gibt, die das Beifang-Problem offensiv angehen. Es ist gut, zu sehen, dass es eine Annäherung der Fischer an mehr Meeresschutz gibt“ sagt Fabian Ritter, Leiter der Meeresschutzgebiete-Kampagne der WDCS.

Über Laura Zahn

Unternehmenskooperationen - Laura Zahn ist bei WDC Deutschland verantwortlich für die Kooperationen mit Unternehmen.