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Screenshot aus der Filmaufnahme, die zwei der Delfine bei der Aussetzung zeigen. (C) Ivanna Kudina...

Das Georgia Aquarium sorgt in den USA mit der höchst umstrittenen Beantragung einer Einfuhrgenehmigung für 18 Beluga-Wildfänge über einen Zeitraum von fünf Jahren für Wirbel. Das Aquarium repräsentiert ein Zucht-Konsortium bestehend aus fünf weiteren Einrichtungen, darunter die drei SeaWorld-Parks sowie das Shedd und Mystic Aquarium. Der Antragsteller würde 6 der geforderten Tiere erhalten, der Rest teilte sich auf die anderen Einrichtungen auf.

Dieser Antrag ist aus verschiedenen Gründen von entscheidender Bedeutung: Seit 1993 gab es keine Importe von Wildfängen für US-Haltungseinrichtungen.  Die einzigen Importe von Wildfängen in die USA waren entweder so genannte „Rettungen“ von Tieren aus mangelhafter Haltung anderer Einrichtungen, das Resultat von Strandungen oder stammten aus Einrichtungen, in denen die Tiere zuvor schon Jahrzehnte lang gehalten worden waren. Dieser Antrag hingegen ist ein direkter Fangauftrag des Vergnügungspark-Konsortiums, der durch eine Populationseinschätzung der Belugas in Russland unterstützt wird.

Mit dem Antrag leiten die US-Vergnügungsparks eine Art Kehrtwende ein: Zuvor waren diverse Versuche unternommen worden, die derzeit in Gefangenschaft gehaltene Population von Tieren als nachhaltig zu verkaufen – ganz ohne Nachschub aus der Natur. Auf kritische Stimmen zu seinem Delfinprogramm „Dolphin Tales“ gab das Georgia Aquarium 2011 zurück, es handle sich bei all ihren Delfinen um Nachzuchten, die in Gefangenschaft geboren seien.

Alle bis auf zwei der 18 angeforderten Belugas sind in den Jahren 2010 und 2011 gefangen worden – die Hälfte von ihnen hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal das dritte Lebensjahr erreicht. Fünf Tiere waren jünger als zwei Jahre und somit möglicherweise noch nicht von der Mutter entwöhnt gewesen.

Nun riskieren das Georgia Aquarium als auch die anderen Einrichtungen harsche Kritik von Tierschutz- und Artenschutzseite. Während sich diese Vergnügungsparks rückschrittlich wieder auf Wildfänge konzentrieren, haben sich andere große Aquarien wie der Ocean Park Hong Kong offiziell gegen Nachschub aus freier Wildbahn ausgesprochen. Dort sollen nun keine Beluga-Wildfänge aus Russland in der neuen Polar Adventure Ausstellung zu sehen sein. Zudem lehnt die Einrichtung nun auch den Import von in Gefangenschaft geborenen Belugas ab.

Die Spezialistengruppe für Waltiere bei der IUCN setzt die Entnahme von Waltieren aus freier Wildbahn für die Ausstellung und/oder Forschung mit unbeabsichtigter oder beabsichtigter Tötung gleich, denn die Tiere könnten nicht weiter dazu beitragen, ihre natürliche Population am Leben zu erhalten. Da zudem die ‚Zuchtprogramme‘ von SeaWorld noch nie zur Auswilderung von Tieren und damit von genetischem Material geführt haben, um die Arterhaltung zu unterstützten, sollte jede Entnahme eines Wildfangs zu ‚Zuchtzwecken‘ als direkte Tötung betrachtet werden.

Seit 1993 gab es keine Wildfänge in US-amerikanischen Gewässern – vorwiegend auf Grund von öffentlichem Druck und Opposition. Statistiken der National Marine Fisheries Behörde zufolge wurden zwischen 1972 und 1993 allein mehr als 2.300 Große Tümmler zu Ausstellungszwecken in US-amerikanischen Gewässern gefangen. Die Behörde forderte auf Grund von fehlenden Daten über die Delfinpopulationen im Jahr 1989 ein freiwilliges Moratorium für den Fang von Großen Tümmlern im Golf von Mexiko und entlang der amerikanischen Atlantikküste.

Der letzte Versuch in den USA, Wildfänge für US-Vergnügungsparks zu importieren, scheiterte 1993, als der Indianapolis Zoo und Marine World Africa USA sich um den Import von Kleinen Schwertwalen aus Japan bemühten. Die Tiere stammten aus Treibjagden.

Die letzten Wildfänge in US-amerikanischen Gewässern fanden ebenfalls im Jahr 1993 statt, als das Shedd Aquarium Pazifische Weißstreifendelfine vor der Küste Kaliforniens fing.

Der Fang ist grausam und sehr stressreich für die Tiere. Verletzungen und sogar der Tod können die Folge sein – nicht nur für die gefangenen Tiere, sondern auch für die hinterbliebenen.

Die WDCS macht sich bereit, diese Importe in die USA zu stoppen – dazu werden wir Ihre Hilfe brauchen!

Halten Sie sich auf unserer Website auf dem Laufenden, wir werden bald erste Aktionen für Sie hier bereithalten.

Bitte unterstützen sie uns, um diese Importe zu stoppen und die Belugas zu rehabilitieren, wenn möglich sogar auszuwildern.

Über Laura Zahn

Unternehmenskooperationen - Laura Zahn ist bei WDC Deutschland verantwortlich für die Kooperationen mit Unternehmen.