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München, 6. September 2012: Auf den dänischen Färöer-Inseln sind in diesem Jahr mindestens 590 Grindwale getötet worden. Das veranlasst Organisationen aus fünf europäischen Ländern zu einem gemeinsamen Protest, darunter OceanCare, Pro Wildlife und die Whale & Dolphin Conservation Society. In einem Schreiben an die färingische Regierung verweisen die Verbände auf die Warnungen führender Mediziner der Inseln vor einem Verzehr des stark mit Giftstoffen belasteten Grindwal-Fleischs. Auch die grausamen Tötungsmethoden mit Eisenhaken und Messern stehen in der Kritik.

Im Juli forderten Dr. Pál Weihe, Chefarzt der färingischen Gesundheitsbehörde, und Dr. Høgni Debes Joensen, oberster Amtsarzt der Färöer-Inseln, den Verzehr von Grindwalfleisch zu stoppen. Die Meeressäuger, die am Ende einer komplexen Nahrungskette stehen, sind stark mit Quecksilber, polychlorierten Bipheylen (PCBs) und anderen Chemikalien belastet. Die Mediziner verweisen auf Studien, nach denen Kinder der Färöer-Inseln besonders häufig an Aufmerksamkeits- und Sprachstörungen leiden, Erwachsene an Parkinson, Diabetes und Alzheimer. Die von Dänemark semi-autonomen Inseln gelten hinsichtlich der Giftstoffbelastung in Walfleisch als am besten untersuchte Region der Welt. Ebenfalls im Juli dieses Jahres forderte die Internationale Walfangkommission per Resolution die Walfangländer auf, ihre Bewohner über die Kontamination von Walfleisch zu informieren.

Bis heute ignoriert die färingische Regierung die Warnungen ihrer eigenen Mediziner, empfiehlt der Bevölkerung – mit Ausnahme gebärfähiger Frauen – eine Mahlzeit Walfleisch und -speck pro Monat und verteidigt die Jagd.

Der gemeinsame Appell an die Regierung in Torshavn wurde von folgenden Verbänden unterzeichnet: Animal Welfare Institute (USA), Campaign Whale (England), Cetacean Society International, DOSO Dyreværns Organisationerenes SamarbejdsOrganisation (Dänemark), Dyrenes Venner (Dänemark), Environmental Investigation Agency (England, USA), Humane Society International, OceanCare (Schweiz), Pro Wildlife (Deutschland), Selskab til Bevarelse af Havpattedyr/GSM (Dänemark) und der Whale & Dolphin Conservation Society (Deutschland, England, USA).

Weitere Informationen:
Gemeinsamer Appell der Organisationen in Englisch
Offener Brief an den Premierminister der Färöer-Inseln

Medienkontakt:

Laura Döhring, WDCS
Tel.: +49 89 6100 2395, [email protected]

Über Laura Zahn

Unternehmenskooperationen - Laura Zahn ist bei WDC Deutschland verantwortlich für die Kooperationen mit Unternehmen.