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Island bereitet sich auf Wiederaufnahme der Finnwaljagd vor

Natur- und Tierschutzorganisationen inklusive der WDCS befürchteten bereits, dass Island die Jagd auf gefährdete Finnwale diesen Sommer wieder aufnehmen könnte. 

Die isländische Zeitung „Skessuhorn“ berichtet nun, aus verlässlichen Quellen erfahren zu haben, dass die Finnwaljagd wieder aufgenommen würde, nachdem sie letzten Sommer aufgrund der Auswirkungen des Erdbebens in Japan ausgesetzt wurde. Obwohl Kristjan Loftsoon, Direktor von Hvalur hf, dem einzigen Finnwalfangunternehmen des Landes, diese Aussagen nicht bestätigte, berichtet die Zeitung, dass die Waljagd im Juni beginnen und voraussichtlich 3 Monate andauern werde.

Die WDCS ruft Entscheidungsträger in Europa und den USA auf, strenge diplomatische Konsequenzen zu ziehen,um die andauernden und sich ausweitenden Walfang-Aktivitäten  zu beenden.

„Islands kommerzielle Jagd auf Zwergwale, wie auch die Jagd auf Finnwale, ist grausam und unnötig“, sagt Vanessa Williams-Grey von der WDCS. 

Ein großer Teil des Zwergwal-Fleisches, das in Island verkauft wird, wird von Touristen konsumiert. Touristen aus Großbritannien, den USA und Deutschland, die sich den örtlichen Gepflogenheiten anpassen möchten, obwohl es nicht der Tatsache entspricht, dass die isländische Bevölkerung regelmäßig Zwergwalfleisch konsumiert. Noch bis letzten Herbst wurde Zwergwalfleisch in der Abflughalle des internationalen Flughafens Keflavik verkauft, obwohl die Einfuhr von Walfleisch in die meisten Länder verboten ist und bestraft wird.

Island betreibt seit Jahren aktiv kommerziellen Walfang trotz des seit 1986 von der Internationalen Walfangkommission beschlossenen Moratoriums. Hvalur hat eine jährliche Fangquote von 150 – 170 gefährdeten Finnwalen. Auch die jährliche Zwergwaljagd mit einer Fangquote von 216 Tieren wurde bereits wieder aufgenommen.

Clare Perry von der Environmental Investigation Agency (EIA) warnt: „Island hat in den letzten Jahren fast 2.000 Tonnen Walfleisch nach Japan exportiert. Das isländische Walfang-Unternehmen Hvalur hf generiert bewusst einen Exportmarkt für eine gefährdete Tierart, die von zwei internationalen Abkommen geschützt ist, bei denen auch Island Vertragsstaat ist. Wir rufen die EU und die USA dringend dazu auf, etwas gegen diesen skrupellosen Walfang zu unternehmen.“

Als Reaktion auf Islands Walfang-Aktivitäten hat US-Präsident Barack Obama im September 2011 im Rahmen des so genannten  Pelly-Zusatzes wegen Untergrabung der Wirksamkeit der Convention for the Regulation of Whaling und speziell des Walfang-Moratoriums diplomatische Sanktionen gegen Island verhängt. In seiner Analyse des isländischen Walfangs hat das US-Handelsministerium deutlich gemacht, dass die Wiederaufnahme der Finnwaljagd weitere, beträchtlichere Sanktionen wie Handelsbeschränkungen gegen Island zur Folge haben kann. Die Europäische Union führt momentan Beitrittsverhandlungen mit Island.

“Präsident Obama hat mit Anwendung des Pelly-Zusatzes im September 2011 bereits eine Grundlage für eine starke Antwort der USA auf diese neuen Entwicklungen geschaffen“, so D.J. Schubert von AWI. „Jeder Hinweis auf eine Wiederaufnahme der Finnwal-Jagd sollte eine direkte Antwort der US-Behörden auslösen, Island vor den Folgen der Finnwaljagd, innenpolitisch sowie außenpolitisch, zu warnen.“

AWI, EIA und die WDCS haben den Artikel in der Skessuhorn Zeitung und ihre Bedenken mit relevanten US- und EU-Behörden geteilt und sofortige Maßnahmen ersucht, Island vor der Wiederaufnahme der Jagd auf Finnwale zu warnen.

Weitere Informationen zum Pelly amendment finden Sie hier

Über Laura Zahn

Unternehmenskooperationen - Laura Zahn ist bei WDC Deutschland verantwortlich für die Kooperationen mit Unternehmen.