Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES)

CITES - Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora - ist ein internationales Übereinkommen, das unter anderem den Handel mit Walen, Delfinen und sämtlichen aus Walen hergestellten Produkten reglementiert. In der Vergangenheit hat CITES sich hinsichtlich der Frage, ob der Handel mit Walen und Walprodukten erlaubt sein soll, an der Internationalen Walfangkommission (engl.: International Whaling Commission, IWC) orientiert. In letzter Zeit spielt CITES eine zunehmend größere Rolle bei der Regulierung des Handels mit einigen kleineren Delfinarten.
Boston Airport - US Customs warnings on marine mammals

Das Sekretariat von CITES hat seinen Sitz in Genf und wird von UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, bereitgestellt. Das Übereinkommen regelt den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten. Die Arten, die geschützt werden, sind unabhängig von der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), einer internationalen Nichtregierungsorganisation.

Die Liste der geschützten Arten ist in den Anhängen der Konvention zu finden und wird von den Mitgliedstaaten auf den Vertragsstaatenkonferenzen bestimmt.

Anhang 1 listet alle Arten, die vom Aussterben bedroht sind und deren Im- und Export daher, da der internationale Handel mit ihnen streng reguliert und ausschließlich in Ausnahmefällen erlaubt ist, einer Aus- oder Einfuhrgenehmigung bedarf.

Anhang 2 listet …     

(a)               Arten, die zwar derzeit noch nicht direkt vom Aussterben bedroht sind, es jedoch bald werden können, wenn der Handel mit diesen Arten nicht derart reguliert wird, dass eine Nutzung der Spezies, welche mit deren Überleben nicht vereinbar ist, vermieden wird;

(b)              andere Arten, deren Handel reguliert werden muss, um Handel mit unter (a) genannten Arten wirksam kontrollieren zu können.  

All die Wale, welche nicht unter Anhang 1 gelistet sind, finden sich unter Anhang 2. Der Handel mit Anhang-2-Arten erfordert eine Exportgenehmigung, die bestimmte Bedingungen erfüllen muss, wie beispielsweise die Bestätigung durch eine wissenschaftliche Behörde des Exportlandes, dass der Handel nicht dem Überleben der Art abträglich ist.

Zwar besitzt CITES bezüglich internationalen Handels mit Walen oder Walprodukten Handlungskompetenzen, das Prinzip staatlicher Souveränität schränkt diese Interventionsmöglichkeiten allerdings ein, wenn sie im Ergebnis den CITES Anforderungen entsprechen.