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Was passiert beim Treffen der Internationalen Walfangkommission 2016?

Die Internationale Walfangkommission (IWC) ist eine Organisation, die den Walfang sowie den Schutz von Walen regelt. Das Anti-Walfang-Team von WDC wird auch im Jahr 2016 beim Treffen der Kommission anwesend sein, um die Delegierten zu beraten und sich für den Schutz der Wale einzusetzen.

Alle zwei Jahre treffen sich die Regierungsvertreter, um Walschutz und Walfang zu besprechen. 1986, also vor 30 Jahren, trat das globale Walfang-Moratorium in Kraft. Seither setzt sich WDC dafür ein, das Verbot aufrecht zu erhalten.

Dieses Jahr tagt die IWC von Donnerstag, 20. Oktober, bis Freitag, 28. Oktober, im slowenischen Portoroz. Unser Team wird auf dieser Seite und über Twitter live von den Geschehnissen vor Ort berichten. Die Ergebnisse der Abstimmungen finden Sie hier.

Was bespricht die IWC dieses Jahr?

Hier sind drei der wichtigsten Themen:

1. Japans sogenannter „wissenschaftlicher“ Walfang

Wir müssen dafür sorgen, dass Japan endlich aufhört, das Schlupfloch des „wissenschaftlichen“ Walfangs zu missbrauchen. Diese Problematik wurde bereits beim Treffen der IWC im Jahr 2014 diskutiert, nachdem der Internationale Gerichtshof Japans Walfang in der Antarktis für illegal erklärt hatte. Australien hat sich für eine Resolution stark gemacht, laut der jegliche Tötung von Walen für Forschungszwecke von der IWC genehmigt werden muss. WDC wird sich vor Ort für eine Unterstützung dieses Vorschlags einsetzen. Wenn die Mehrheit der anwesenden Länder für die Resolution stimmt, könnte dies Japans Walfang einen Riegel vorschieben und das Leben von hunderten Walen pro Jahr retten. Auch der IUCN Weltkongress hat Japan erst kürzlich dazu aufgerufen, den Walfang aufzugeben. Den vollständigen Text des australischen Resolutionsvorschlags kann man hier nachlesen (Englisch).

2. Walschutzgebiet im Südatlantik

Seit Jahrzehnten fordert WDC gemeinsam mit vielen Walschutzländern und anderen NGOs die Einrichtung eines Walschutzgebiets zwischen Südamerika und der Westküste von Afrika. 2014 kamen wir diesem Projekt einen Schritt näher und hoffen, dass dieses Jahr die Wale endlich die geschützte Heimat bekommen, die sie brauchen und verdienen. Hier wären sie vor Bejagung und anderen menschgemachten Gefahren wie Öl- und Gasförderung geschützt. Den vollständigen Text des Antrags kann man hier nachlesen (Englisch)

3. Indigener Subsistenzwalfang

Einigen indigenen Völkern ist es trotz des internationalen Walfangverbots erlaubt, andernfalls geschützte Wale zu jagen, da ihre kulturelle Tradition und subsistenzielle Notwendigkeit den Walfang zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage erfordert. Diese Kategorie ist jedoch sehr unzureichend definiert und wird besonders von Grönland zunehmend ausgenutzt. Grönland und andere Länder mit einer solchen Quote schlagen nun vor, in Zukunft selbst zu bestimmen, wie viele Wale sie töten dürfen – ohne Absegnung durch die IWC. Doch wie  Recherchen von WDC in den Jahren 2012 und 2014 zeigten, wird in Grönland Walfleisch immer öfter auch an Touristen verkauft. Unser Ziel ist es, dass der kontinuierliche Missbrauch der IWC-Bestimmungen endlich gestoppt wird.

Weitere Themen

Zwei wegweisende Resolutionsvorschläge beschäftigen sich mit der wichtigen Rolle von Walen und Delfinen für ein gesundes marines Ökosystem.

 

Die IWC muss sich auch mit diversen administrativen Problemen beschäftigen. Diese hätten Einfluss auf die zukünftige Arbeitsweise der Kommission und müssen daher genau geprüft werden.

 

Auch die Walfang-Befürworter haben Vorschläge eingereicht, um ihre Bestrebungen zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs fortzuführen. Darunter befindet sich ein Diskussionspapier von Japan, das eine erneute Debatte  über die Zukunft der IWC und einen möglichen Kompromiss zwischen Walfangbefürwortern und Walfanggegnern entfachen soll.

 

Die vorläufige Tagesordnung, relevante Hintergrundmaterialien und der Zeitplan sind hier verfügbar:

Das Wissenschaftskommittee der IWC hat sich bereits im Juni in Bled (Slowenien) getroffen. Auch Experten von WDC waren wie jedes Jahr vor Ort (Hintergrundinformationen auf Englisch).

 

Veranstaltungsort

Der Veranstaltungsort für das 66. Treffen ist  das Kongresszentrum des Grand Hotel Bernardin in Portoroz:

St. Bernardin Resort
Grand Hotel Bernardin
Obala 2
6320 Portoroz
SLOWENIEN
T: +386 5 695 10 00
F: +386 5 674 64 11