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Walfang in Grönland

Die Internationale Walfangkommission (IWC) vergibt Fangquoten im Rahmen des Indigenen Subsistenzwalfanges (engl.: Aboriginal Subsistence Whaling ASW), um die Nahrungsversorgung indigener Völker zu sichern und ihren kulturellen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Auch Grönland wird eine solche Quote erteilt, damit der kulturelle und ernährungsbedingte Bedarf an Walfleisch gedeckt werden kann. Infolge des zunehmenden Druckes des Marktes wird Grönlands Walfang jedoch mehr und mehr kommerzialisiert. WDC befürchtet, dass auf diese Weise der einst traditionelle Subsistenzwalfang zu einer Form kommerziellen Walfanges wird.
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Nur einzelne Länder sind vom IWC-Moratorium für kommerziellen Walfang ausgenommen und erhalten von der IWC spezielle Quoten für die Jagd auf Großwalarten. Diese Form des Walfanges wird als Indigener Subsistenzwalfang bezeichnet.

Unterzeichner des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfanges können Vorschläge einbringen – aber allein die IWC entscheidet, ob ein Antrag die Anforderungen an den Subsistenzwalfang erfüllt.

Grönland fordert, dass jeder - Einheimische wie Touristen gleichermaßen - Zugang zu Walfleisch haben sollte.


2012 kam die IWC Grönlands Forderung, die Fangquote zu erhöhen, nicht nach. Grönland war damals nicht in der Lage, Zweifel der IWC hinsichtlich der zunehmenden Kommerzialisierung des grönländischen Walfanges auszuräumen. Viele Beobachter waren vor allem vom Verkauf des Fleisches gefährdeter Arten, wie beispielsweise des Grönlandwales, in Restaurants an Touristen beunruhigt.

Grönland, als Teil des dänischen Königsreiches, weigert sich, die Kritik anzuerkennen und fordert auch entgegen der Sorgen anderer Mitgliedsstaaten erhöhte Fangquoten. Der vorgeschlagene Kompromiss wurde nicht angenommen und stattdessen brachte Dänemark fürGrönland den ursprünglichen Vorschlag zur Abstimmung – in dem Wissen, dass dieser abgelehnt werden würde. Im Ergebnis bekam Grönland gar keine Quote zugesprochen.

Im Vorfeld der IWC-Tagung 2014 hatteDänemark gedroht, aus der IWC auszutreten und damit die EU zu erpresst, die Forderungen Grönlands zu unterstützen. Die EU-Kommission ergriff daraufhin tatsächlich Partei für Dänemark und forderte alle EU-Staaten auf, Dänemarks Missbrauch des Subsistenzwalfanges zu unterstützen und gemeinsam eine Resolution einzubringen:

 

Noch beunruhigender ist allerdings die Tatsache, dass Dänemark, Grönland und Japan im Vorfeld der IWC offenbar ihre Strategien gemeinsam vorbereitet haben.. Japan hat seinerseits selbst einen Antrag hinsichtlich kommerzieller Walfangquoten eingereicht. Große Teile der dort aufgeführten Argumentation basieren auf „Fortschritten“, die Grönland erzielen konnte.

Gemeinsam versuchen Grönland, Dänemark und Japan jetzt, eine neue Form des Walfanges zu etablieren, welche das IWC-Moratorium für kommerziellen Walfang unterwandert. 

 


Wie sollte es weitergehen?

  • WDC vertritt die Ansicht, dass Subsistenzwalfang nur in im Rahmen der ursprünglich durch die IWC eng abgesteckten Kriterien genehmigt werden sollte.
  • Die Mitglieder der IWC sollten bei der 65. Tagung keinerlei Anträge unterstützen, die die Kommerzialisierung des Indigenen Subsistenzwalfanges legalisieren würden.
  • Das Verfahren der Vergaben von ASW-Fangquoten sollte überprüft und überarbeitet werden, damit eine Kommerzialisierung indigener Walfänge ausgeschlossen werden kann.
  • Die EU-Kommission sollte den Schutz von Walen sowie die damit verbundenen Verpflichtungen nach EU-Recht und der internationalen Umweltschutzgesetzgebung über die eigenen politischen Interessen stellen. 

Was tut WDC?

  • Seit mehreren Jahren schon untersucht WDC gemeinsam mit anderen anderen Tier- und Artenschutzorganisationen, wie dem Animal Welfare Institute (AWI), die Kommerzialisierung der grönländischen Waljagden.
  • Die Problematik der verschiedenen Walfagnbereichethematisiert WDC regelmäßig in Gesprächen mit Regierungen, der EU-Kommission sowie der IWC.