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Wale und Delfine in Der Blaue Planet II

In der zweiten Staffel der BBC-Dokumentarserie „Blue Planet“ (auf Deutsch: Der Blaue Planet) sind zahlreiche Wal- und Delfinarten zu sehen: Große Tümmler, Schwertwale, Buckelwale, kleine Schwertwale, Ostpazifische Delfine, Grindwale und Pottwale.
Humpbacks feeding

Der Blaue Planet II: Ab 19.2.2018 immer montags um 20.15 Uhr auf ARD (6 Folgen)

In diesem Beitrag möchten wir die Wale und Delfine in alphabetischer Reihenfolge genauer vorstellen. Sollten wir eine Art übersehen haben, die in der Dokumentation vorkommt, finden Sie diese in unserem Artenführer.

Unter den vielen Bedrohungen, denen Wale und Delfine ausgesetzt sind, stellt Meeresmüll (insbesondere Plastikmüll) ein großes Problem dar. Wir wissen um die wichtige Rolle der Wale und Delfine im Ökosystem und wie sie zum Erhalt unserer Ozeane beitragen. Ohne sie gibt es keinen gesunden Planeten.

Auf unserer Seite zur Kampagne Weniger Plastik ist Meer finden Sie Hintergrundinformationen rund um das Thema Plastikmüll und Tipps dazu, wie Sie Ihren Plastikverbrauch im Alltag einfach reduzieren können.

WDC ist die führende gemeinnützige Organisation, die sich dem Schutz von Walen und Delfinen weltweit widmet. Mit Ihrer Spende, egal ob groß oder klein, tragen Sie dazu bei, dass diese großartigen, charismatischen und intelligenten Lebewesen auch zukünftige Generationen faszinieren dürfen.

Die Wale und Delfine aus Der Blaue Planet II / Blue Planet II

Australischer Stupsfinnendelfin

Lange galt der Australische Stupsfinnen-Delfin als isolierte Population des Irawadi-Delfins, aber seit 2005 ist er als eigenständige Art anerkannt. Australische Stupsfinnen-Delfine sind scheue Geschöpfe, die nicht in den Bugwellen von Schiffen reiten und für längere Zeit abtauchen, wenn sie sich gestört fühlen. Manchmal schauen sie sich an der Wasseroberfläche um, klatschen mit den Schwanzflossen aufs Wasser oder rollen sich auf eine Seite und „winken“ mit der Brustflosse. Sie leben in kleinen Gruppen und können spielerisch springen, was sie stets flach und mit großem Gespritze tun. Sie bevorzugen flache Küstenbereiche, die meist weniger als zehnt Meter tief sind, und versammeln sich gerne in Bach- oder Flussmündungen. In Blue Planet II konnte das Kamerateam die Stupsfinnendelfine zum vermutlich ersten Mal dabei filmen, wie sie Wasserfontänen speien. Damit bringen sie Fische dazu, aus dem Wasser zu springen, um diese dann zu verspeisen! Ein einzigartiges Schauspiel.

Beluga

Der Beluga (auch Weißwal genannt) lebt in arktischen und sub-arktischen Gewässern. Belugas haben eine faszinierende Wirkung auf uns Menschen, einerseits wegen ihrer einzigartigen weißen Färbung und andererseits wegen ihrer fehlenden Rückenflosse. Bei der Geburt ist ein Beluga-Baby dunkelgrau, manchmal mit einer bläulichen oder bräunlichen Tönung, die mit dem Alter aufhellt. Zwischen dem fünften und dem zwölften Lebensjahr wechseln sie ihre Farbe auf reines Weiß. Belugas werden auch „Kanarienvögel der Meere“ genannt, weil sie vielfältige und manchmal zwitschernde Töne von sich geben. Belugas gehören zu den wenigen Walen, die ihre Lippen bewegen können, deshalb wirken sie oft besonders ausdrucksstark. Belugas können sogar rückwärts schwimmen.

Beluga
Beluga

Blauwal

Der Blauwal ist das größte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. Blauwale sind größer als jeder uns bekannte Dinosaurier. Das größte je gesichtete Blauwalweibchen wurde mit einer Länge von 30,5 Meter im Antarktischen Ozean entdeckt: Dreimal so lang wie ein Doppeldeckerbus und so lang wie eine Boeing 737 - mit einem geschätzten Gewicht von 144 Tonnen (so schwer wie 2.000 Menschen).

Die Zunge allein kann so viel wiegen wie ein Elefant und ein ganzes Fußballteam hätte darauf Platz! Sein Herz hat die Größe eines Kleinwagens und ein Gewicht von bis zu 450 Kilogramm. Durch die Aorta (Hauptschlagader) des Blauwals könnte ein Kind schwimmen.

Blauwal
Blauwal

Buckelwal

Das Beispiel der Buckelwale vor der Küste Montereys der BBC Dokumentation zeigt, wie beliebt diese Wale bei Beobachtungstouren sind. Wenn sie an die Oberfläche kommen, vollführen sie oft akrobatische Sprünge. Ein sehr eindrückliches Erlebnis ist aber auch ihr Fressverhalten.

Männliche Buckelwale singen von allen Tieren die längsten und komplexesten Lieder, die aus einer ausgefeilten Abfolge von Pfeif- und Quietschtönen sowie tiefen, sonoren Rufen bestehen. Die Lieder haben einen Rhythmus, werden in „Strophen” gegliedert und in einer bestimmten Reihenfolge gesungen, was bis zu 30 Minuten lang dauern kann, deshalb sind es echte Lieder. Die Männchen eines Paarungsgebietes singen stets das gleiche Lied, das sich im Lauf der Zeit aber immer wieder leicht verändert. Vom WDC Büro in Plymouth (Massachusetts, USA) aus, lässt sich jeden Sommer die lokale Population gut beobachten. Mit einer Buckelwalpatenschaft tragen Sie persönlich zum Schutz der Tiere bei und werden regelmäßig über die neuesten Aktivitäten „Ihres“ Wals informiert!

Buckelwal
Buckelwal

Grindwal

Die Wissenschaft beschreibt zwei Grindwal-Arten: den Gewöhnlichen und den Indischen Grindwal. Auf See ist es sehr schwierig, die beiden Arten auseinander zu halten, allerdings überschneiden sich ihre Verbreitungsgebiete kaum. Der Indische Grindwal bevorzugt warmgemäßigte und tropische Gewässer, während der Gewöhnliche Grindwal kaltgemäßigte Bedingungen vorzieht. Sie reiten hin und wieder Bugwellen, schlagen mit der Fluke oder strecken den Kopf über Wasser, um sich umzusehen. Erwachsene Grindwale springen nur sehr selten, Jungtiere häufiger.

Meist sind Gewöhnliche Grindwale in stabilen Gruppen von zehn bis 20 Tieren unterwegs, davon mehr weibliche als männliche Individuen. Gelegentlich bilden sich auch Gruppen mit hunderten Grindwalen. Ihr starker Familienzusammenhalt ist vielleicht auch ein Grund, warum bei Grindwalen Massenstrandungen häufiger sind als bei den meisten anderen Arten. Leider sind Strandungen mit mehr als 100 Tieren nicht ungewöhnlich, wir wissen sogar von einer Strandung von mehr als 800 Grindwalen.

Grindwal
Grindwal

Großer Tümmler

Die Großen Tümmler in Blue Planet II sind Bewohner der Gewässer vor Südafrika und wie zu sehen ist, lieben sie es, zusammen in den Wellen zu surfen. Große Tümmler sind weit verbreitet und können in nahezu allen Meeren angetroffen werden, weswegen sie zu den bekanntesten Delfinen der Welt gehören. Ortstreue Tümmler sind während den Sommermonaten vor der Nordostküste Schottlands sogar von Land aus zu sehen – unsere Patendelfine. WDC beobachtet sie in der Nähe unseres Besucherzentrums (Scottish Dolphin Centre) beim Spielen, Springen und Schlagen mit den Fluken. Mit einer Delfinpatenschaft unterstützen Sie unsere Arbeit und werden mehrmals im Jahr über Ihr Patentier informiert!

Großer Tümmler
Großer Tümmler

Kleiner Schwertwal

Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Kleine Schwertwal nicht näher mit dem Schwertwal verwandt. Er wird im Englischen auch als „blackfish” bezeichnet, ebenso wie Zwergschwertwal, Breitschnabeldelfin und Grindwal. Kleine Schwertwale sind schnelle, energetische Tiere, aktiv und verspielt. Auf Schiffe reagieren sie nicht scheu. Beim Auftauchen haben sie nicht selten ihren Mund geöffnet und zeigen ihre Zähne. Sie sind sehr sozial und haben einen starken Gruppenzusammenhalt. Wenn sie in Gruppen von zehn bis 60 Tieren kraftvoll unterwegs sind, sieht man sie springen und mit der Fluke aufs Wasser klatschen. Mitunter schließen sich die Gruppen zu Verbänden von mehreren hundert Tieren zusammen.

Orca

Schwertwale stehen an der Spitze der Nahrungskette im Meer und sind die größten Vertreter der Delfinfamilie. Sie sind hochintelligent, sehr anpassungsfähig und kommunikativ. So koordinieren ihr Verhalten und haben lokal unterschiedliche Jagdtaktiken entwickelt. Orcas sind extrem schnelle Schwimmer, es wurden Geschwindigkeiten bis 54 km/h gemessen.

WDC ist stolz auf die Zusammenarbeit mit dem OrcaLab in Britisch Kolumbien (Kanada), einem Forschungslabor, dass sich der Erforschung von Orcas in ihrem natürlichen Lebensraum widmet. Übernehmen Sie eine Patenschaft für einen Orca, um mehrmals im Jahr Neuigkeiten über diese wichtige Arbeit und Ihr Patentier zu erhalten.

Orcas
Orcas

Ostpazifischer Delfin

Ostpazifische Delfine sind sehr energiegeladen und zu erstaunlichen Sprüngen fähig. Bei Sprüngen bis drei Meter Höhe können sie sich bis zu sieben Mal um die eigene Körperachse drehen, bevor sie wieder eintauchen. Die Drehsprünge könnten eine Form von Kommunikation dieser hochsozialen Tiere darstellen. Ostpazifische Spinnerdelfine nähern sich gerne Schiffen und verbringen bis zu einer halben Stunde mit Bugwellenreiten - länger als die meisten anderen Delfinarten.

Meist sind sie in Gruppen von fünf bis 200 Tieren unterwegs, in gemischten Gruppen mit anderen Delfinarten wurden aber auch schon Ansammlungen mit mehr als 1.000 Individuen beobachtet. Häufig jagen sie in der Nacht nach kleinen Fischen, Kalmaren und Garnelen, während sie tagsüber in küstennäheren Gewässern ruhen. Da sich Gelbflossenthunfische gerne mit Ostpazifischen Spinnerdelfinen und Schlankdelfinen zusammentun, sind diese beiden Arten von einer hohen Tötungsrate als Beifang betroffen. Im tropischen Ostpazifik dürfte der Bestand Ostpazifischer Spinnerdelfinen dadurch auf weniger als ein Drittel seiner ursprünglichen Größe reduziert worden sein und bis dato gibt es keine Anzeichen einer Bestandserholung.

Pottwal

Pottwale sind unter den Säugetieren die Meister im „Freitauchen”. Typischerweise tauchen sie in Tiefen bis 500 Meter, sie schaffen aber bis zu 3.000 Meter. Dabei können sie bis zu zwei Stunden lang ihren Atem anhalten, wenngleich die durchschnittliche Tauchzeit „nur” 45 Minuten beträgt. Zudem hat der Pottwal das größte Hirn auf unserem Planeten. Dieses wiegt mit etwa acht Kilogramm fast fünf Mal so viel wie ein menschliches Gehirn!

Manche Pottwale tragen Narben, die ihnen Riesenkalmare mit ihren Tentakeln zufügen. Zwar haben Pottwale ein breites Spektrum an Beutetieren, am liebsten erbeuten sie jedoch Tiefseekalmare.

Im Ozeaneum in Stralsund kann man ein lebensgroßes Walskelett bewundern.

Pottwale
Pottwale