Übereinkommen zur Erhaltung wild lebender wandernder Tierarten, CMS

Humpback whale flukes
Humpback whale flukes
WDC ist bereits seit einigen Jahren in den Gremien des Übereinkommens zur Erhaltung wild lebender wandernder Tierarten tätig (engl.: The Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS) und ist Partnerorganisation des Übereinkommens. Es befasst sich als einziger internationaler Vertrag insbesondere mit dem Schutz wandernder Tierarten.

Die natürlichen Ressourcen der Erde werden nach wie vor in einem Ausmaß verbraucht, das ganze Ökosysteme und viele Arten bedroht. Dieser Druck äußert sich in Form Klimawandels, der Zerstörung natürlicher Lebensräume, Lärmbelastung, uvm.

Diese Gefährdungen betreffen die meisten Arten in irgendeiner Form.  Einige Arten sind jedoch stärker gefährdet als andere. Solche, die saisonal von einem Teil der Welt in einen anderen wandern, können an den Rande der Ausrottung getrieben werden, wenn man sie nicht vor den enormen menschenverursachten Gefährdungen schützt.

Um diesen Gefährdungen entgegen zu wirken, wurde das Übereinkommen zur Erhaltung wild lebender wandernder Tierarten ins Leben gerufen, kurz CMS. Dabei handelt es sich um das einzige globale Regelwerk, das sich insbesondere mit dem Schutz dieser Tierarten befasst. Es wird vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) verwaltet. 

Mitgliedsstaaten, die das CMS unterzeichnet haben, werden als ‚CMS-Vertragsstaaten‘ bezeichnet. Sie alle erkennen die Notwendigkeit an, wandernde Arten – wann immer möglich und angebracht – zu schützen. CMS verfolgt einen zweistufigen Ansatz. Hierfür unterscheiden die Vertragsstaaten zwischen „gefährdeten“ Arten (aufgeführt in Anhang I, CMS) und jenen mit einem „ungünstigen Erhaltungsstatus“ (Anhang II, CMS). Die vorgeschriebenen Verpflichtungen und politischen Maßnahmen unterscheiden sich je nach Kategorie. 

Die Vertragsstaaten haben auch vereinbart:

-          Forschung über wandernde Arten zu fördern, zu betreiben und zu unterstützen

-          sofortigen Schutz für wandernde Arten zu gewährleisten, die von Wissenschaftlern als vom Aussterben bedroht eingestuft wurden

-          globale oder regionale Abkommen zum Schutz und zur Erhaltung von Arten abzuschließen, die nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, aber dennoch von internationaler Zusammenarbeit zum Schutz ihrer Lebensräume und ihres Überlebens profitieren würden

Zwei CMS-Abkommen  haben eine besondere Rolle beim Schutz wandernder Wale, Delfine und Tümmler: 

ACCOBAMS – das Abkommen zum Schutz von Walen, Delfinen und Tümmlern im Mittelmeer, Schwarzen Meer und der angrenzenden Atlantischen Zone. Folgender Link führt Sie direkt zur ACCOBAMS-Website.

ASCOBANS – das Abkommen zum Schutz von Kleinwalen, Delfinen und Tümmlern in der Ostsee, dem Nordostatlantik, der Irischen See und der Nordsee. Folgender Link führt Sie direkt zur ASCOBANS -Website.

Darüber hinaus gibt es zwei CMS-Absichtserklärungen, die eine Rolle beim Schutz wandernder Wale, Delfine und Tümmler spielen:

Die ‘Cetaceans and their Habitats of the Pacific Island Region’-Absichtserklärung

Die ‘Small Cetaceans and Manatees of West Africa‘-Absichtserklärung

Auf der Vertragsstaatenkonferenz im Jahr 2011 (CoP10) vereinbarte CMS einen globalen Arbeitsplan für Wale und Delfine.  Auch wurde im Rahmen von CMS eine Reihe von Beschlüssen in Bezug auf diese Arten gefasst. Dazu zählen zum Beispiel politische Maßnahmen zu Beifang, Lärm und Treibgut, Datenmangel und andere Faktoren, die den guten Erhaltungsstatus der Meeressäuger gefährden. Obwohl diese Beschlüsse nicht rechtlich bindend sind, beeinflussen sie dennoch die politischen Entwicklungen innerhalb der Nebenabkommen und stellen einen zusätzlichen politischen Impuls zum Schutz von Walen und Delfinen durch die CMS-Vertragsstaaten dar.

WDC ist bei den Tagungen des Abkommens und einer Reihe von regionalen Abkommen als Nichtregierungsorganisation regelmäßig präsent, arbeitet in Arbeitsgruppen mit und ist in kontinuierlichem Austausch mit Vertragstaatenvertreten, um ein optimales Ergebnis für Wale und Delfine zu erzielen.  Ohne die Förderung durch unsere Unterstützer, wäre dies nicht möglich!