Schwimmen mit Delfinen

Die Interaktion mit Delfinen, von Berühren und Füttern bis zu Schwimmen mit den Tieren, sowohl in Gefangenschaft als auch in freier Wildbahn, nehmen an Popularität und Anzahl zu. Die nachvollziehbare Zuneigung und Bewunderung für Delfine kann dazu führen, dass Menschen einen besonders nahen Kontakt zu den Tieren suchen. Oft entsteht dieser Wunsch aus dem Glauben heraus, dass diese Nähe zu den Tieren zumindest eine Entlastung vom täglichen Stress bedeuten könnte. Andere erhoffen eine Art Wunderheilung für physische und mentale Krankheiten oder Handicaps. Aus diesen Gründen werden immer öfter Interaktionsprogramme von kommerziellen Unternehmen und alternativen Therapeuten angeboten. Die meist unkritische Berichterstattung fördert ein Bild, das nicht der Realität entspricht.

Schwimmen mit gefangenen Walen und Delfinen - Delfintherapie

WDC ist zunehmend besorgt über die steigende Zahl der sogenannten »Dolphin Assisted Therapy«- Programme (DAT), die vor allem in den Vereinigten Staaten, in Lateinamerika und anderswo mit Delfinen in Gefangenschaft durchgeführt werden.

WDC ist der Ansicht, dass die Argumente gegen die Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen so gravierend sind, dass die Haltung der Tiere in Gefangenschaft abgelehnt werden muss. WDC hat eine ganze Reihe von Vorbehalten gegen Interaktionen zwischen Menschen und Delfinen in Gefangenschaft.

  1. Gefährdung von Mensch und Tier
  2. das Risiko aggressiven Verhaltens gegenüber Menschen
  3. das Risiko der Krankheitsübertragung vom Menschen auf den Delfin und umgekehrt
  4. das Risiko, dass Delfine zu Interaktionen mit Menschen gezwungen werden könnten
  5. die Tatsache, dass für viele DAT-Programme und andere Interaktionen Delfine aus freier Wildbahn entnommen werden. Sie werden tausende Kilometer transportiert, um in Gefangenschaft ein tristes Dasein zu fristen - unter Bedingungen, die mit jenen in freier Wildbahn keinesfalls zu vergleichen sind.

Delfine sind große und starke Tiere, die an ein Leben im Meer perfekt angepasst sind. Werden sie auf beengtem Raum gehalten und zu Interaktionen mit Menschen gezwungen (durch Konditionierung), so kann es zu aggressivem Verhalten mit ernsten Konsequenzen kommen. Eine von WDC durchgeführte Studie über Interaktionen zwischen Delfinen und Besuchern in Meeresparks in Amerika listet mehrere Vorfälle, wie z.B. Drohgebärden, Bisse und Stöße. Auch lassen die Ergebnisse der Studie eine mögliche Übertragung von Krankheiten zwischen Menschen und Delfinen vermuten. Es existieren nur unzureichende regulierende Maßnahmen für diese Form des Kontaktes zwischen Menschen und gefangenen Delfinen.

WDC informiert über diese Gefahren regelmäßig die betroffenen Regierungen und andere Stellen, die sich mit diesen Konsequenzen auseinandersetzen müssten.

Schwimmen mit Walen und Delfinen in freier Wildbahn

Das Schwimmen mit wilden Walen und Delfinen mag ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis sein. Allerdings ist es unmöglich sicherzustellen, dass Wale und Delfine die Art und Weise der Begegnung selbst bestimmen und das Erlebnis für die Tiere ohne Stress abläuft. Aus diesem Grund kann WDC keine Empfehlung für kommerzielle Schwimmprogramme mit Delfinen in freier Wildbahn geben.

Obwohl es verantwortungsvolle Veranstalter solcher Schwimmprogramme gibt, ist es Fakt, dass in einigen Gebieten Wale und Delfine belästigt und wiederholt von Booten gestört wurden, die Schwimmer meist in unmittelbarer Nähe der Tiere ins Wasser lassen. Untersuchungen ergaben, dass Delfine in Gegenden, in denen viele kommerzielle Schwimmtouren und andere Aktivitäten stattfinden, ihren natürlichen Lebensraum verlassen, um ruhigere Gebiete aufzusuchen.
Es besteht die begründete Annahme, dass Störungen bei der Nahrungsaufnahme, beim Säugen der Kälber und bei anderen Aktivitäten sowie in Zeiten der Erholung Langzeitauswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von einzelnen Individuen und auch ganzer Populationen haben.

Ein weiterer Punkt ist die Sicherheit von Schwimmern und Delfinen. Die Meeressäuger sind durchaus in der Lage, Schwimmer zu verletzen, entweder aus Versehen oder - wenn sich die Tiere in irgendeiner Weise bedroht fühlen - in verteidigender Absicht. Wie viele andere Tierarten beschützen auch Wale und Delfine ihren Nachwuchs.

  • Wale und Delfine wurden auch bereits des Öfteren von Schiffspropellern sowie von unbedacht agierenden Schwimmern verletzt.
  • Das Füttern wilder Delfine ist grundsätzlich abzulehnen und vielerorts bereits verboten.
  • Die Übertragung von Krankheiten stellt eine weitere mögliche Gefahr dar.
  • Viele Menschen sind sich zudem nicht darüber im Klaren, dass ihre Versicherung Unfälle bei Aktivitäten, die als risikoreich eingestuft werden, nicht abdecken könnte. Das Schwimmen mit Walen und Delfinen fällt in der Regel darunter
  • Bevor nicht mehr über die tatsächlichen Langzeitauswirkungen von Schwimmprogrammen bekannt ist, empfiehlt WDC, auf die Teilnahme an Schwimmprogrammen mit Delfinen zu verzichten und eine dem Vorsorgeprinzip entsprechende Haltung einzunehmen.

Solitärdelfine 
WDC ist auch um die sogenannten Solitärdelfine oder ‘alleinlebenden’ Delfine besorgt. Diese Tiere sind extrem sensibel und haben mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Um mehr über die Gefahren für diese Individuen sowie über die Risiken der Interaktion mit ihnen zu erfahren, lesen Sie unsere ‚Solitary Dolphins‘ Informationen.