Ölverschmutzung

Leider sind Industrieunfälle, wie das gravierende Beispiel der Deep Water Horizon im Golf von Mexiko, die unsere Meere und Ozeane mit Öl verschmutzen, keine Seltenheit mehr. Bis vor kurzem war man davon überzeugt, das größte Risiko bei solchen Katastrophen trügen Seevögel und Fell tragende Säugetiere, da die Verschmutzung von Federn und Fell Flugunfähigkeit und den Verlust der Wärmeisolierung zur Folge hat. Wale und Delfine dagegen wähnte man eher in Sicherheit, da sich die Ölverschmutzung nicht direkt auf ihre Isolierung auswirkt. Mittlerweile ist jedoch klar, dass Wale und Delfine auf vielfältige Weise von Ölkatastrophen betroffen sind.

Die Ölverschmutzung bedroht vor allem die Nahrungsgrundlage der Tiere, denn Krill und kleinere Fische sterben in den Ölteppichen oder reichern in ihrem Körper Giftstoffe aus dem Öl an, die wiederum von Walen und Delfinen aufgenommen werden. Da die Tiere am Ende der Nahrungskette stehen, ist dies besonders gefährlich. 

Öl kann Krebs auslösen

Auch haben Wissenschaftler beobachtet, dass Delfine nicht immer um Ölteppiche herumschwimmen, sondern sehr oft mitten hinein. Sobald sie vom Öl umgeben sind, laufen sie Gefahr, das Öl zu verschlucken oder einzuatmen. Auch gelangen die flüchtigen Gase in ihre Atemsystem, sobald sie zum Luftholen an die Oberfläche kommen. Mit jedem Atemzug steigt das Risiko, kleine Ölpartikel einzuatmen. Diese wiederum können ab einer bestimmten Menge nicht mehr abgeatmet werden, kapseln sich später ein, entzünden sich oder führen langfristig zu Krebs.

Nach der Katastrophe im Golf von Mexiko stieg die Anzahl der gestrandeten Delfine rapide an, wie eine Studie durch die „National Oceanic and Atmospheric Administration“ (NOAA) belegte. Ein weiterer Faktor, dessen endgültiges Ausmaß noch nicht erfasst werden kann, ist die Chemikalie Corexit, die zu tausenden Litern ins Meer eingebracht wurde, um den Ölteppich zu zersetzen. Die Chemikalie setzt sich in den Körpern der Tiere fest, wird mit der Muttermilch weitergegeben und steht deshalb im Verdacht die Tiere nachhaltig zu schädigen.

Auswirkungen der "Exxon Valdez" 

Ein viel länger zurückliegender Unfall hat gezeigt, dass das beim Tankerunglück der „Exxon Valdez“ vor Alaska 1989 ausgetretene Öl noch heute Auswirkungen auf das marine Ökosystem hat. Es wird vermutet, dass durch diese Ölpest ein Drittel der Orca-Population gestorben ist, vermutlich weil die Tiere giftige Dämpfe eingeatmet oder mit Öl verschmierte Robben gefressen haben.

Helfen Sie unseren Patenorcas und unterstützen Sie unsere Schutzprojekte