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Neue Chancen für die Wale in Japan

Bald wird die Flotte der japanischen Walfänger vom südlichen Polarmeer zurückkehren, wo sie wieder Wale gejagt hat. Viele Jahre des Protestierens in aller Welt haben die japanischen Walfänger nicht aufhalten können. Die tieferen Gründe liegen in der japanischen Politik und der Geschichte verborgen. Letztlich wird der Kampf um die Wale in Japan selbst entschieden. Und da keimt in der Tat seit Kurzem Hoffnung auf.

Whale Watching in Japan
Whale Watching in Japan

Vom Walfang zur Walbeobachtung

Ein wesentlicher Schlüssel für einen Wertewandel in Japan liegt in der wachsenden Popularität der Walbeobachtung an den japanischen Küsten. Inzwischen fahren Dutzende von Schiffen hinaus auf See und bieten Whale Watching an, und es sind hauptsächlich Japaner, die diese Touren buchen. Über 200.000 zahlende Gäste verbuchen die Ausflugsschiffe inzwischen jährlich. Und sie haben einen stetigen Zuwachs von jährlich gut sechs Prozent.

Werbetafeln zeigen die Schönheit von Walen und Delfinen
Werbetafeln zeigen die Schönheit von Walen und Delfinen

In der japanischen Reklamewelt sind inzwischen überall Wale und Delfine zu sehen -  als Freunde des Menschen und nicht als ein Stück Fleisch. Vor drei Jahren hat sich in Japan eine Dachorganisation der „Whale Watching-Tourismusindustrie“ gegründet. Der Waltourismus steht im direkten Widerspruch zu den Walfängern. Auf der Gründungsveranstaltung war Erich Hoyt von WDC dabei, und wies darauf hin, dass das Whale Watching in Japan auch international bekannt gemacht werden sollte. Das Ansehen des Whale Watching in Japan könnte dadurch noch deutlich gesteigert werden.

Und diese neue Bewegung in Japan zeigt auch schon Wirkung. Zwei der größten Tageszeitungen in Japan, die Asahi Shimbun und die Mainichi Shimbun, haben vor einiger Zeit in großen Artikeln die japanische Regierung aufgefordert, den Walfang zu überdenken. Genau darauf arbeitet WDC hin: Der Walfang muss in Japan unmodern und sozial geächtet werden.

Natürlich wollen wir dabei nicht vernachlässigen, dass es nach wie vor in Japan das Schlachten von Walen und Delfinen gibt. Das werden wir auch in Zukunft nicht vergessen, und dagegen werden wir weiter kämpfen.


Spannung vor der Ausfahrt
Spannung vor der Ausfahrt

WDC kämpft für einen Wertewandel in Japan

Aber eine grundsätzliche Änderung der Werte und des Bewusstseins kann gelingen. Bis 1978 hat auch Australien noch Walfang betrieben, und dieses Land ist heute einer der stärksten Verbündeten der Wal- und Delfinschützer.

Unsere Chancen sind jetzt besonders groß, da die meisten Orte, von denen die Whale Watching-Boote auslaufen, sehr ländlich geprägt sind und abseits liegen. Es sind meist kleine Häfen, und die Kommunen kämpfen um ihr Überleben. Es fahren immer weniger Schiffe zum Fischfang hinaus. Wenn wir es schaffen, das japanische Whale Watching zu stärken, können wir diesen Kommunen direkt helfen.

WDC will Veranstaltungen organisieren und Schulungen für die Whale Watching-Besatzungen. Die lokalen Tourismus-Manager können dabei lernen, wie sie ihr Whale Watching international vermarkten können. Es ist sehr dringend, dass eine WDC-Delegation mit unserer Expertin Astrid Fuchs nach Japan fliegt, um das Whale Watching dort zu stärken. Bisher scheitert das aber an der Finanzierung. 

UNTERSTÜTZEN SIE UNSEREN EINSATZ FÜR EIN ENDE DES JAPANISCHEN WALFANGS MIT IHRER SPENDE