Netzwerke für Wale – Meeresschutz grenzübergreifend gestalten!

Tall blow of blue whale
Tall blow of blue whale
In der scheinbaren Grenzenlosigkeit der Meere ziehen Schutzgebiete notgedrungener Maßen Grenzen.

In der scheinbaren Grenzenlosigkeit der Meere ziehen Schutzgebiete notgedrungener Maßen  Grenzen. Schutzgebietsgrenzen werden von Meeresorganismen aber nicht unbedingt eingehalten. Viele Meerestiere sind sehr mobil und schwimmen erhebliche Strecken, seien dies alltägliche Bewegungen oder jahreszyklische Wanderungen. Wale und Delfine sind hierfür ein perfektes Beispiel, aber auch wandernde Fischarten wie Lachse oder Thunfische. Schutzgebiete, die den gesamten Lebensraum solcher Arten umfassen, sind kaum denkbar – weil sie schlicht zu groß wären, um effektiven Schutz zu ermöglichen. Daher ist es wichtig, dass bestimmte Bereiche geschützt werden, in denen diese Arten wichtigen Verhaltensweisen nachgehen, z.B. Nahrungs-, Paarungs- oder Laichgebiete oder auch Wanderungskorridore. Damit bekommen hochmobile Arten Rückzugsräume, wo sich die Populationen trotz der vielfachen Belastungen außerhalb der geschützten Zonen ungestört bewegen und gut entwickeln können.

Biodiversitäts- Hot Spots

Nicht selten gibt es Gebiete im Meer, in denen die Artenvielfalt besonders hoch ist (im Englischen „Biodiversity hot spots“ genannt). Wenn solche Regionen gezielt unter Schutz gestellt werden, kann das wesentlich zur Erhaltung der Biodiversität beitragen, gerade wenn eine Reihe solch geschützter Hot Spots nicht zu weit auseinander liegt. Einerseits hat das den Effekt, dass eine Besiedlung der umliegenden Gebiete aus den Schutzgebieten heraus erfolgt und Schutzgebiete so als Quelle der Artenvielfalt auch in ihrer Umgebung dienen. Andererseits können solche Schutzzonen für wandernde Arten sozusagen als Trittsteine auf ihren langen Wegen dienen.

Deswegen ist es notwendig, geschützte Gebiete in einem Netzwerk miteinander zu verknüpfen, um so der großflächigen Zerstörung ganzer Lebensräume entgegen zu wirken. Ein Mosaik von Schutzgebieten, das die wesentlichen ökologischen Charakteristika eines Meeres (oder die spezifischen Ansprüche bestimmter Spezies) widerspiegelt, trägt zum Erhalt der Arten und Lebensräume bei. Ein solcher Ansatz eines Netzwerks von Schutzgebieten wird innerhalb der EU mit den FFH-Gebieten verfolgt. Aber auch darüber hinaus besteht das Ziel, ein weltweites Netzwerk von Schutzgebieten einzurichten.