Die Jagd auf Wale und Delfine auf den Färöer Inseln

Die Färöer Inseln gehören zum dänischen Hoheitsgebiet und werden selbstverwaltend regiert. Grindwale und andere Arten, wie Große Tümmler und Weißseitendelfine, werden auf den Färöern wegen ihres Fleisches immer noch gejagt. Seit Jahrzehnten unterstützt WDC Kampagnen gegen diese grausame Jagd. Die Jagd ist aus verschiedenen Gründen bedenklich:

Inhumane Jagd- und Tötungsmethoden

Ganze Familienverbände werden durch kleine Motorboote im offenen Meer eingekesselt und zur Küste getrieben, wo sie im niedrigen Wasser getötet werden. Sobald die Tiere stranden, werden ihnen stumpfe Metallhaken in die Atemlöcher geschoben, um sie an den Strand zu ziehen, wo sie  mit einem Messer oder einer spitzen Lanze getötet werden. WDC ist der Meinung, dass das Zusammentreiben und Töten der Tiere, das in Sichtweite der restlichen Mitglieder der Delfin- oder Walschule stattfindet, für diese extrem aufreibend und grausam ist.

Zwar wurde eine Gesetzgebung durchgesetzt, die neue Tötungsmethoden vorsieht, doch diese genügt nicht, um Tötungszeit und Schmerzen zu vermindern. Die chaotische und unkontrollierte Natur der Jagd macht es schwer, die Wale nicht leiden zu lassen. Tatsächlich wurde die sogenannte  „Tötungslanze“,  die von den färöischen Walfängern entwickelt wurde, in abgewandelter Form auch von den Delfinjägern in Japan übernommen und nun bei der Delfintreibjagd in Taiji eingesetzt. Eine tiermedizinische Studie zu dieser Tötungsmethode wurde in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht und widerlegt die Behauptungen, die Methoden seien verbessert oder humaner geworden.

Fehlende Kontrolle

Die Treibjagd der Färöer Inseln wird nicht international kontrolliert, weil nur kleine Walarten betroffen sind (vor allem Grindwale und einige Delfinarten) und die Jagd auf Kleinwalarten momentan von der Internationale Walfangkommission (IWC) nicht geregelt wird. Weil die Färöer Inseln kein Mitglied der Europäischen Union sind, gelten für sie auch nicht die europäischen Gesetze, die die Waljagd verbieten. Damit sind derzeit unglücklicherweise keine rechtlichen Mittel vorhanden, um die Jagd zu verhindern.

Die Jagd ist nicht nachhaltig

Obwohl die Jagden nachhaltig betrieben werden sollen, besteht das weisungsbefugte wissenschaftliche Gremium (NAMMCO) aus Walfangnationen, welche an einem Fortbestehen der Jagden interessiert sind. Selbst NAMMCO hat jedoch erkannt, dass menschliche Aktivitäten, wie die Fischerei und die Verschmutzung der Meere Auswirkungen auf die Grindwale haben, was auf lange Sicht die Gesundheit der Populationen beeinträchtigt. Die Populationsgrößen der auf den Faröern gejagten Arten bleiben umstritten, weil mangelhafte Untersuchungsergebnisse akkurate Schätzungen zur Populationsdichte verhindern.


Chart Faeroer German

Walfleisch ist hoch kontaminiert

Die Grindwale aus der Region weisen hohe Werte an Quecksilber und nicht abbaubaren organischen Substanzen in ihrem Fleisch und Fettgewebe auf. Langzeitstudien an Kindern auf den Färöer Inseln haben neurologische und kardiovaskuläre Probleme sowie weitere Störungen in der Entwicklung in direkten Zusammenhang mit dem Konsum von Walfleisch der Mutter vor der Geburt gebracht. Zusätzlich haben neuere Studien eine Verbindung zwischen dem Auftreten von Parkinson, Arteriosklerose und Typ II Diabetes bei erwachsenen Färingern und dem Verzehr von Grindwalfleisch aufgedeckt.

Diese Beweise haben die führenden Amtsärzte der Färöer Inseln dazu gebracht, den Verzehr von Grindwalfleisch mit Blick auf die menschliche Gesundheit nicht zu empfehlen. Diese Haltung stimmt mit internationalen Forschungsergebnissen überein, die eine deutliche Verbindung zwischen der Quecksilberbelastung in allen Produkten aus Cetacean (Wale, Delfine und Schweinswale) und einer Vielzahl an menschlichen Erkrankungen wie Parkinson, Arteriosklerose, Schwächung des Immunsystems oder Bluthochdruck sehen. Gefahren für Kinder sind unter anderem Autismus, Asperger Syndrom oder Hyperaktivitätsstörungen (ADHS).

Was tut WDC gegen die Jagd auf den Färöer Inseln?

Gespräche von WDC mit engagierten Menschen auf den Faröer Inseln und den zuständigen Behörden haben auf der Suche nach einer Lösung einige vielversprechende Fortschritte gebracht. Für WDC ist keine Form der Wal- und Delfinjagd auf den Färöer Inseln akzeptabel und wir werden weiter nach Möglichkeiten suchen, diese Praxis zu stoppen.

Außerdem versuchen wir zu verhindern, dass die Färöer Inseln den kommerziellen Walfang und den Handel mit Walfleisch wieder aufnehmen. In den letzten Jahren hat die Regierung Interesse an einer kommerziellen Jagd auf Zwergwale und Finnwale geäußert und Walfleisch aus Island importiert. Die Kommerzialisierung von Grindwalfleisch bereitet uns große Sorgen und wir bemühen weiter unsere lokalen Kontakte, um vielfältige Aufklärungsinitiativen zu unterstützen.

Whale meat on sale in Faroe Islands


Was können Sie tun?

Bitte schicken Sie einen höflichen Brief an die Regierung der Färöer Inseln (und eine Kopie an das dänische Außenministerium), in dem Sie Ihren Protest gegen diese Jagd ausdrücken. Die entsprechenden Adressen sind weiter unten in diesem Brief aufgelistet. Bitte nehmen Sie sich die Zeit einen Brief zu schreiben oder ein Fax zu senden, da diese mehr Wirkung zeigen als eine Email.

Adressen:

Office of the Faroese Government
Kaj Leo Holm Johannesen
Logmansskrivstovan
Prime Minister’s Office
Tinganes
P.O. Box 64
FR-110 Tórshavn

Tel.: 298 306000
Fax: 298 306015
info@tinganes.fo

 

Ministry of Foreign Affairs of Denmark
Minister Villy Søvndal
Asiatisk Plads 2
DK-1448 Copenhagen K
Tel. +45 33 92 00 00
Fax +45 32 54 05 33
um@um.dk
udenrigsministeren@um.dk

Wir behaupten nicht, dass es einfach ist, die Jagd auf den Färöer Inseln zu stoppen. Die Jagd ist eine alte und fest verwurzelte Tradition. Doch auch Traditionen können sich über die Zeit weiterentwickeln und WDC wird nicht aufgeben, bis es die Jagd nur noch in den Geschichtsbüchern der Färöer Inseln gibt.