Die Internationale Walfangkommission (IWC)

Japanese whaling vessel
Japanese whaling vessel
Am 2. Dezember 1946 wurde das Übereinkommen zur Regelung des Walfangs (ICRW) in Washington verabschiedet und damit die Internationale Walfangkommission (IWC) ins Leben gerufen.

Die Geschichte der IWC

1946 wurde das Internationale Übereinkommen zur Regulierung des Walfangs (ICRW) verabschiedet und damit die Internationale Walfangkommission (IWC) ins Leben gerufen, um die Walfangindustrie zu kontrollieren.

Obwohl schon in der Einleitung des Konventionstextes klar darauf hingewiesen wird, dass der Schutz von Walen vor der Ausbeutung durch die Walfänger dringend notwendig ist, ging es den meisten Unterzeichnerstaaten mehr um den Schutz der Industrie. Jahrzehnte der Ausbeutung führten dazu, dass Anfang der 1980er Jahre acht von zehn Bartenwalarten fast ausgerottet waren. Dank des Drucks der Öffentlichkeit und der Arbeit zahlreicher Nichtregierungsorganisationen war es in den vorangegangenen Jahrzehnten gelungen, einige Nationen zur Einstellung des Walfangs zu bewegen. Solche Staaten wie z. B. Australien, Brasilien, Großbritannien und die USA zählen heute zu jenen Ländern, die man als „like-minded“ (sich für den Schutz von Walen einsetzend) bezeichnet. Der diesbezüglich größte Erfolg im Rahmen der IWC wurde 1982 beschlossen, als man erkannte, dass die Situation der weltweiten Walbestände keine weitere kommerzielle Bejagung zulässt und folglich 1986 ein weltweites kommerzielles Fangverbot – ein sogenanntes Moratorium – erließ. Japan, Norwegen, Peru und die damalige UdSSR meldeten einen Vorbehalt gegenüber dieser Entscheidung an und waren somit an den Beschluss nicht gebunden.

In der weiteren Entwicklung stellten aber auch diese Länder den kommerziellen Walfang ein, wobei Island, Korea, Norwegen und Japan unter dem Deckmantel des „wissenschaftlichen Walfangs“ weiter Wale jagten – Japan tut dies bis heute, Norwegen nahm mit Verweis auf den weiterhin bestehenden Vorbehalt 1993 den kommerziellen Walfang wieder auf. Island war im Jahr 2002 der Internationalen Walfangkommission (IWC) in einer umstrittenen Abstimmung mit einem Vorbehalt gegenüber dem kommerziellen Walfangverbot wieder beigetreten und reichte im März 2003 bei der IWC einen „Forschungsantrag“ ein, der bis 2006 die Jagd auf 200 Finnwale (die zweitgrößten Tiere der Welt), 100 Seiwale und 200 Zwergwale vorsah. Im Jahr 2006 nahm Island den kommerziellen Walfang wieder auf.

Ein Erfolg war die Einrichtung von Walschutzgebieten in der Antarktis und dem Indischen Ozean. Trotz dieser Maßnahmen und zahlreicher anderer Initiativen, wie z. B. der Erforschung von Walen und deren Lebensraum, um anderen negativen Einflüssen entgegenwirken zu können, ist der Weg zum endgültigen Schutz von Walen und Delfinen noch lang.

Was macht die IWC und wie arbeitet sie?

Die IWC ist das Entscheidungsgremium des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs. In ihr sind Regierungsvertreter der Mitgliedsstaaten vertreten, die ihre Entscheidungen in verschiedenen Ausschüssen und Sitzungen treffen. Das IWC Sekretariat unterstützt bei der Organisation der Diskussionen sowie bei der Entscheidungsfindung.

Die IWC sagt über sich selbst „Die Hauptaufgabe der IWC ist es, die im Anhang des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs vorgesehenen Maßnahmen kontinuierlich zu überprüfen und erforderlichenfalls zu überarbeiten.“

Die Kommission hat vier Hauptausschüsse: den Wissenschaftsausschuss, Technikausschuss, Finanz- und Verwaltungsausschuss sowie den erst 2004 gegründeten Naturschutz-Ausschuss.

Außerdem gibt es sogenannte Unterausschüsse, die Themen wie den indigenen Subsistenzwalfang oder Verstöße gegen Regularien behandeln sowie weitere Ad-hoc-Arbeitsgruppen, die sich mit einer Vielzahl an Fragen auseinandersetzen. 

Wer ist Mitglied bei der IWC?

Die IWC hat im Moment 90 Mitgliedstaaten, eine vollständige Liste ist auf der Website der IWC abrufbar.

Die IWC erlaubt Beobachtern, den meisten ihrer Sitzungen beizuwohnen. Diese Beobachter können Länder sein, die nicht Mitglied bei der IWC sind, aber auch Presse und Nicht-Regierungsorganisationen wie WDC.

Wie oft tritt die IWC zusammen?

Die gesamte Kommission trifft sich alle zwei Jahre, ihre Unterausschüsse und Arbeitsgruppen kommen häufiger zusammen. Die letzte Jahrestagung (64.) fand 2012 in Panama statt. Die 65. Jahrestagung findet ab dem 11. September 2014 in Portoroz, Slovenien, statt.

Wie werden die Entscheidungen getroffen?

Auf der Tagung der Vertragsstaaten prallen seit Jahrzehnten Walfang- und Walschutzinteressen aufeinander. Die IWC kann einerseits Resolutionen verabschieden, andererseits Änderungen der Anhänge (z. B. Fangquoten, Einrichtung neuer Schutzgebiete etc.) beschließen. Resolutionen, für deren Verabschiedung eine einfache Mehrheit ausreicht, haben lediglich Empfehlungscharakter, drücken aber nichtsdestotrotz den Willen der Mehrheit der IWC Staaten aus. Änderungen des Anhangs, wie beispielsweise eine Änderung von Fangquoten, bedürfen mindestens einer Dreiviertelmehrheit. Abstimmungsberechtigt sind nur Länder, die ihre Mitgliedschaftsbeiträge gezahlt haben und anwesend sind. Oftmals wird einigen wenigen Staaten noch kurz vor Beginn der Tagung oder in deren Verlauf ihr Stimmrecht entzogen, wenn sie bis dato noch kein Mitgliedsbeitrag entrichtet haben.

Was ist der Wissenschaftsausschuss?

Der Wissenschaftsausschuss besteht aus ungefähr 200 Walbiologen und -wissenschaftlern, von denen viele von den Regierungen der Mitgliedsstaaten nominiert werden. Walfang-befürwortende Länder neigen dazu, große Delegationen Wissenschaftler in den Ausschuss zu entsenden, die von der Regierung finanziert werden und ihre Position dort vertreten sollen. In den letzten Jahren lud der Wissenschaftsausschuss auch andere Wissenschaftler ein, um seine Expertise auf verschiedenen Gebieten auszubauen. Die Arbeit des Wissenschaftsausschuss ist stark an den Belangen der Kommission ausgerichtet. Die Pro-Walfangstaaten versuchen regelmäßig, die Arbeit des Wissenschaftsausschusses auf die Empfehlungen für Walfangquoten zu reduzieren. Am Walschutz interessierte Staaten bemühen sich hingegen sicherzustellen, dass der Ausschuss sich auch mit anderen Themen befasst, die eine wichtige Rolle für den Schutz und Erhalt von Walen und Delfinen spielen. Während Island, Japan, Norwegen und ihre Alliierten beispielsweise behaupten, Kleinwale fielen nicht in den Kompetenzbereich der IWC, ist es dem Wissenschaftsausschuss gelungen, bemerkenswerte Arbeit zum Thema Kleinwale voranzutreiben.

WDC ist bei allen Tagungen als Nichtregierungsorganisation vor Ort, sucht das Gespräch mit den Regierungsvertretern, berichtet von den Fotschritten und Problemen und ist auch im Vorfeld mit Kampagnen zum Walschutz aktiv und in kontinuierlicher Diskussion mit den Staatenvertreten, um den Schutz für Wale und Delfine weiter voranzubringen.

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