Delfintherapie (Dolphin Assisted Therapy - DAT)

Delfintherapie
Delfintherapie
Delfintherapie hat Konjunktur. Doch hinter der oftmals als Wundertherapie für geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder dargestellten Methode verbergen sich meist nur die kommerziellen Interessen von Delfinarien. Die Therapieform gilt als höchst kontrovers – nicht zuletzt wegen der Risiken für Mensch und Tier. WDC setzt sich für ein Ende der Delfintherapie ein.

Selbst Mitbegründer der exotischen Behandlungsmethode bezweifeln inzwischen deren Nutzen. Doch die Delfintherapie hat sich zu einem finanziell lukrativen Geschäftszweig entwickelt. So werden für fünf Einheiten Delfintherapie à 40 Minuten 2000 US-Dollar und mehr berechnet, zu denen noch Flüge, Hotel und Verpflegung kommen. Die Studie „Delfintherapie: eine Faktensammlung“ analysiert die Therapieform jenseits der durchaus verführerischen Klischees und informiert die Öffentlichkeit über die Hintergründe dieser Therapie. Dazu gehören auch ein verstärktes Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier sowie der Fang von freilebenden Delfinen aus dem Meer.

Unterstützung erhält WDC dabei auch von therapeutischer Seite. So betrachten Vereine wie „autismus Deutschland“ und die „Deutsche Kinderhilfe Direkt“ die Therapieform eher skeptisch. Die Verhaltensforscherin Dr. Carola Otterstedt vom „Bündnis Mensch & Tier“ stellt vor allem die Nachhaltigkeit der Nutzung von Delfinen für therapeutische Zwecke in Frage: „Therapeutisch und ökologisch sinnvolle Therapiekonzepte erreichen einen nachhaltigen Effekt durch die Arbeit mit Tieren aus der eigenen Umgebung“, und fügt hinzu: „Wir benötigen die Intensivierung kostengünstiger und effizienter Konzepte der tiergestützten Therapie als breites Angebot für die Betroffenen und keine Millionenprojekte, die noch dazu fragwürdig erscheinen.“

WDC ist über die Ausweitung von Fangaktionen besorgt, die auch mit der starken Zunahme von Einrichtungen in Verbindung steht, die Delfintherapien anbieten. So bestätigte zum Beispiel die türkische Regierung im November 2007 den Fang von 23 Delfinen und begründete diesen mit der Nutzung von Delfinen für therapeutische Zwecke.

Schlussfolgerungen

Gesundheit und Wohlbefinden der therapierten Personen sowie der involvierten Tiere sollten in einer tiergestützten Therapie immer an erster Stelle stehen.  Allerdings ist WDC auf Grund der besonderen Umstände, unter denen die Delfintherapie stattfindet, davon überzeugt, dass die Therapie nicht nur ineffektiv ist, sondern auch mit gesundheitlichen Risiken für Teilnehmer und Delfine verbunden sein kann.

  • Es wurde noch kein wissenschaftlicher Beweis dafür erbracht, dass die Delfintherapie effektiver ist als andere tiergestützte Therapien, inklusive der Therapien, die günstiger und zugänglicher sind.
  • Es wurden noch keine positiven Langzeitwirkungen durch Delfintherapie bei den Teilnehmern eines solchen Programms nachgewiesen.
  • Delfintherapie-Programme, die in Gefangenschaft lebende oder wilde Delfine nutzen, setzen alle Teilnehmer einem Verletzungrisiko und potentiellen Gesundheitsrisiken aus.
  • Es gibt keine offiziellen Regelwerke oder Richtlinien zur Delfintherapie oder für Personen, die eine solche Therapie durchführen.

Unsere Erkenntnisse werden von 'Research Autism' unterstützt:

“We believe this type of therapy is extremely expensive and potentially harmful to both people with autism and the dolphins. There is no good quality research to support its use and therefore we would urge people to exercise caution when considering such an undertaking.” Richard Mills, Research Autism.

Berichte: