Das Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten, 1979 (Bonner Konvention)

WDC arbeitet seit vielen Jahren mit dem „Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten“ (The Convention on Conservation of Migratory Species of Wild Animals CMS) zusammen und wurde als offizieller Partner des Abkommens anerkannt. Das Übereinkommen trat am 1. November 1983 in Kraft und ist das einzige internationale Abkommen, das sich dem Schutz und der Erhaltung wandernder Tierarten widmet. Es ist auch unter dem Namen „Bonner Konvention“ bekannt.

Wir verbrauchen die natürlichen Ressourcen unseres Planeten in einem Maße, das nicht mehr nachhaltig ist und großen Druck auf viele Ökosysteme und Arten ausübt. Die Folgen sind die Veränderung des Klimas, Verbreitung von Krankheiten rund um den Globus als Resultat von internationalem Handel und Reisen, die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen,  ländliche Entwicklung, die erhöhte Lichtbelastung, Lärmverschmutzung, Pestizid-Einträge und der Handel mit Wildtieren

Dadurch ist ein Großteil aller Arten weltweit bedroht – auf die eine oder andere Weise. Einige Arten sind allerdings stärker gefährdet als andere. Arten, die saisonabhängig weite Strecken wandern, können an den Rand des Aussterbens getrieben werden -  es sei denn, sie werden in all ihren Lebensräumen vor den Bedrohungen durch den Menschen geschützt.

WDC glaubt, dass der Ressourcenverbrauch durch den Menschen nicht unbedingt einen negativen Einfluss auf Überleben und Gesundheit von wandernden Arten, so wie Walen und Delfinen, haben muss. Mit dieser Ansicht sind wir nicht allein. Tatsächlich treffen sich regelmäßig Vertreter aus mehr als 100 Ländern der ganzen Welt, um über Aktionspläne zu Schutz und Erhaltung von bedrohten wandernden Arten und deren unterschiedlichen Lebensräumen, die sie über das Jahr aufsuchen, zu verhandeln. Diese Konferenzen werden aufgrund eines internationalen Vertrages, dem sogenannten „Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten“  (The Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals), abgehalten. CMS ist das einzige Abkommen weltweit, das sich insbesondere auf den Schutz und Erhalt von wandernden Arten spezialisiert hat. Es ist dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme (UNEP)) unterstellt.

Länder, deren Vertreter das CMS unterzeichnet haben, sind als ‘Vertragsstaaten von CMS' bekannt. Alle Mitglieder von CMS haben sich bereit erklärt, wo immer möglich wandernde Arten zu schützen.

Die Bonner Konvention arbeitet nach einem zweistufigen Klassifizierungs-System: Dabei wird zwischen Arten, die als „gefährdet“ gelten (gelistet in Anhang I), und Arten mit „nachteiligem Schutzstatus“ (aufgelistet in Anhang II) unterschieden. Jeder Anhang sieht verschiedene Schutzmaßnahmen und – strategien für diese Arten vor. Dazu zählt die Regulierung menschlicher Aktivitäten, die diesen Arten oder ihrem Lebensraum Schaden zufügen können.

Die Vertragsstaaten haben sich auch zu folgenden Punkten geeinigt:

  • die Erforschung wandernder Arten zu unterstützen, zu fördern und diesbezüglich Kooperationen anzustreben
  • die Bemühung um sofortigen strikten Schutz für wandernde Arten, die von Wissenschaftlern als vom Aussterben bedroht eingestuft worden sind
  • das Bestreben, weltweite oder regionale Abkommen ins Leben zu rufen, um den Schutz und das Management von wandernden Arten zu fördern, die - obwohl sie nicht direkt vom Aussterben bedroht sind - von internationalen Kooperationen zum Schutz ihres Lebensraums und  Überlebens profitieren

Es gibt verschiedene Formen dieser Abkommen unter CMS. Eine Form wird einfach nur als „Vereinbarung“ (Großbuchstabe „A“ von „Agreement“) bezeichnet. Eine weitere Form ist die sogenannte „Absichtserklärung“ (Memorandum of Understanding), mit „MoU“ als Abkürzung. Bis jetzt gibt es vier Vereinbarungen und MoUs, deren Ziele der direkte Schutz und Erhalt von wandernden Walen, Delfinen und Schweinswalen sind.

Momentan gibt es zwei Abkommen die relevant für den Erhalt und Schutz von wandernden Walen und Delfinen sind:

  • ACCOBAMS – Abkommen zur Erhaltung von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer
  • ASCOBANS – Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See.

Es gibt zurzeit zwei Absichtserklärungen (MoUs), die relevant für den Erhalt und Schutz von wandernden Walen und Delfinen sind:

Auf der letzten Konferenz der Vertragsstaaten im Jahr 2011 hat CMS beschlossen, einen umfangreichen, weltweiten Arbeitsplan für Wale und Delfine mit potentiell weitreichenden Konsequenzen für den Schutz dieser Arten zu erstellen.  Diese Initiative ist Ergebnis langfristiger Bemühungen, die Situation von Walen und Delfinen zu verbessern. In Folge dessen wurden einige Resolutionen in Bezug auf diese Arten verabschiedet, wie zum Beispiel Strategien zur Reduzierung von Beifang, Lärm im Meer, Müll und zur Verbesserung der ungenügenden Datenlage. Obwohl diese Resolutionen  formal nicht bindend sind, haben sie doch zu politischer und strategischer Weiterentwicklung innerhalb der Bonner Konvention geführt und einen zusätzlichen Impuls zum Schutz und Erhalt von Walen und Delfinen unter CMS geliefert.