Dämme brechen für Orcas

Southern Resident orca Muncher (L91) with Baby L122
Southern Resident orca Muncher (L91) with Baby L122
Die südlichen ortstreuen Schwertwale (Southern Residents) leben an der Nordwestküste der USA. Diese kleine Orca-Population ist akut vom Aussterben bedroht. Ihre Nahrung wird immer knapper und Umweltverschmutzung, Unterwasserlärm und Schiffsverkehr sind weitere Gefahren.

Die südlichen ortstreuen Schwertwale (Southern Residents) leben an der Nordwestküste der USA. Diese kleine Orca-Population ist akut vom Aussterben bedroht. Ihre Nahrung wird immer knapper und Umweltverschmutzung, Unterwasserlärm und Schiffsverkehr sind weitere Gefahren.

Das Überleben der Population hängt unmittelbar vom Vorkommen des Königslachses ab, ihrer Hauptnahungsquelle. Doch auch deren Bestände sind dramatisch zurückgegangen. . Dies hat weitreichende Folgen für die Orcas: nur noch 76 Mitglieder zählt die Population momentan (Stand Oktober 2017)!

Dämme und damit verbundener Lebensraumverlust haben die Königslachsbestände stark dezimiert. Gesunde Flusssysteme sind die Grundvoraussetzung für eine Erholung der Bestände, dafür ist der Abriss von Dämmen und die Wiederherstellung der Flusssysteme notwendig. Nur mit gesunden und reichlich vorhandenen Lachsvorkommen haben die Southern Residents eine Überlebenschance!

Grafik Dämme brechen für Orcas WDC

Dämme im Klamath River

Bereits im Jahr 2014 hat sich die Firma PacifiCorp bereiterklärt, vier ihrer nicht mehr genutzten Dämme abzureißen. Der Klamath River war einst mit über einer Million Lachse jährlich das drittgrößte Verbreitungsgebiet der USA, die Hälfte davon waren Königslachse. Davon sind nur noch weniger als fünf Prozent übrig. Wenn der Zugang zu den Laichgebieten hinter den Dämmen wieder ermöglicht wird, können sich die Bestände um etwa 80 Prozent erhöhen. Im April 2016 wurde ein Abkommen unterzeichnet, dass die Dämme bis zum Jahr 2020 abgerissen werden. 

DamNation Iron Gate Klamath River

Dämme im Columbia River

Der Columbia River war eines der größten Lachsreviere weltweit. Geschätzt 10-16 Millionen Lachse kehrten jährlich in ihre Laichgründe dort zurück. Heutzutage gibt es nur noch einen Bruchteil dieser Bestände und die Mehrheit der Lachse kommt aus Zuchten. Die Wildlachs-Bestände gehen dramatisch zurück, da der Fluss durch die Dämme sehr stark verändert wurde. So versperren zum Beispiel vier Dämme im unteren Snake River, einem Nebenfluss des Columbia River, den Zugang zu geschütztem Lebensraum und Laichgründen im oberen Flussteil. Die Entfernung dieser Dämme wäre Experten zufolge eine große Chance für die Lachsbestände dort, sich zu erholen.

2016 urteilte ein Bundesgericht in den USA, dass der Plan zum Schutz gefährdeter Lachsbestände im Columbia-Becken drastisch fehlgeschlagen war. Zum ersten Mal seit vielen Jahren konnte auch die Bevölkerung ihre Meinung äußern und es wurden, auch dank der Unterstützer der WDC-Kampagne in den USA, über 400.000 Kommentare eingereicht, die die zuständigen Behörden auffordern, Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Wildlachse einzuleiten und umzusetzen. 

Salmon