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Alles rund um Wale

Alle Wale gehören entweder zur Unterordnung der „Mysticeti“ (Bartenwale, wie der Buckelwal) oder der „Odontoceti“ (Zahnwale, wie der Pottwal). Zu den vielen verschiedenen Walarten gibt es hier eine Einführung.
Blue whale blow
Blue whale blow

Unterordnung „Mysticeti“ (Bartenwale)

Sämtliche heute lebenden Mysticeti sind große Wale, die Barten statt Zähne besitzen – die exakte Verwendung der Barten variiert allerdings zwischen den Arten: gulp-feeding oder „Schluckfiltrieren“ bei den Balaenopteridae, die gewaltige Mengen Wasser in ihr Maul aufnehmen und, indem sie es durch ihre Barten hindurch wieder herauspressen, die Nahrung herausfiltern; skim-feeding bei den Balaenidae, die das Wasser mit geöffnetem Maul nach Nahrung „durchkämmen“; oder bottom-feeding, die bodennahe Nahrungssuche der Eschrichtiidae. Alle Bartenwale besitzen zwei Blaslöcher, einen symmetrischen Schädel sowie nur einen einzigen Brustbeinknochen.

Familie Balaenidae (Glattwale)

Familie Balaenopteridae (Furchenwale)

Auch als „Furchenwale“ bekannt, umfasst diese Familie acht Arten – allerdings wird der Brydewal möglicherweise bald in mehrere Spezies untergliedert. Mit ihrer schlanken und unglaublich hydrodynamischen Gestalt bewegen sich die Furchenwale trotz ihrer enormen Größe mühelos durch das Wasser. Alle Mitglieder dieser Familie werden über sieben Meter lang und besitzen eine Rückenflosse, die in Form und Größe aber variiert. Sie sind so genannte Lunge-Feeder; ihre langen Furchen reichen von ihrer Schnauze bis zum Nabel, wodurch sie ihr Maul enorm dehnen und somit gewaltige Wassermengen aufnehmen können, aus welchen sie dann ihre Nahrung herausfiltern. Balaenopteridae (oder Furchenwale) können voneinander zum einen durch Länge, Breite und Anzahl ihrer Bartenplatten und zum anderen anhand ihrer generellen Körpergröße sowie ihrer Pigmentierung unterschieden werden.

-          Balaenoptera acutorostrata (Zwergwal oder Minkwal)

-          Balaenoptera bonaerensis (Südlicher Zwergwal)

-          Balaenoptera borealis (Seiwal)

-          Balaenoptera edeni (Edenwal)

-          Balaenoptera musculus (Blauwal)

-          Balaenoptera omurai (Omurawal)

-          Balaenoptera physalus (Finnwal)

-          Megaptera novaeangliae (Buckelwal)

 

Familie Eschrichtiidae

Zu dieser Familie gehört nur eine Art, der Grauwal. Der gedrungene Wal mit dem leicht gewölbten Kiefer ist eine weitere Spezies, die sich langsam bewegt und seichte, küstennahe Gewässer bevorzugt. Grauwale besitzen die kürzesten (und gröbsten) Barten aller Bartenwale, vermutlich weil sie den Meeresboden nach Nahrung „durchpflügen“. Heute gibt es nur noch zwei Populationen von Grauwalen; die atlantische ist vermutlich zwischen 1675 und dem frühen 18. Jahrhundert ausgestorben – möglicherweise aufgrund frühen Walfanges, die genauen Gründe sind jedoch bisher ungeklärt. Die beiden noch heute lebenden Grauwalpopulationen sind im westlichen Nordpazifik (Asien) beziehungsweise im östlichen Nordpazifik ansässig. Sie unternehmen beide jährliche Wanderungen; die zweitgenannte Population zieht von den kalten, nahrungsreichen Regionen des Nordpazifiks in die wärmeren Gewässer der Lagunen von Baja California, Mexiko, wo sie ihre Jungen zur Welt bringen. Über die Wanderbewegungen der asiatischen Population ist hingegen wenig bekannt.

-          Eschrichtius robustus (Grauwal)

Familie Neobalaenidae

Die Neobalaenidae ist eine weitere Familie, die aus nur einer Spezies besteht, dem Zwergglattwal. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um einen relativ kleinen Wal, der „bloß“ bis zu 6,5 Meter lang und 3.400 Kilo schwer wird. Über die Art ist wenig bekannt; nur einige Individuen wurden bisher in Küstenregionen der südlichen Hemisphäre entdeckt.

-          Caperea marginata (Zwergglattwal)

Unterordnung „Odontoceti“ (Zahnwale)

Familie Kogiidae

Diese Familie wird in zwei Spezies unterteilt, den Kleinen Pottwal und den Zwergpottwal. Beide kommen in küstenfernen, tiefen Gewässern vor und sind bisher wenig erforscht. Sie sind deutlich kleiner als Pottwale, mit denen sie nur eine gewisse äußere Ähnlichkeit verbindet.

-          Kogia breviceps (Zwergpottwal)

-          Kogia sima (Kleiner Pottwal)

Familie Monodontidae

Die Familie ist auch als Gruppe der Weißwale bekannt. Sie umfasst zwei Spezies: den Beluga und den Narwal. Beide sind klein und gedrungen mit abgerundeten Köpfen sowie Brust- und Schwanzflossen, sie haben keine Rückenflosse. Der in der Regel für Narwalmännchen typische Stoßzahn kann manchmal auch bei weiblichen Tieren gefunden werden; manche Narwale besitzen zwei Stoßzähne – dann ist aber üblicherweise einer kürzer. Die Halswirbel beider Arten sind nicht miteinander verwachsen, wodurch ihr Kopf relativ beweglich ist. Narwale und Belugas kommen ausschließlich in den kalten Gewässern der Arktis vor.

-          Delphinapterus leucas (Beluga)

-          Monodon monoceros (Narwal)

Familie Physeteridae

Die Physeteridae ist eine Familie, die aus nur einer einzigen Spezies besteht: dem Pottwal. Er ist der größte Zahnwal und gleichzeitig auch die Art mit dem höchsten Grad an Geschlechtsdimorphismus (die Männchen werden bis zu 18 Meter lang und besitzen einen großen Kopf, der etwa 2/5 ihrer Gesamtkörperlänge ausmacht; die Weibchen hingegen werden nur 12 Meter lang). Zähne besitzt der Pottwal bloß in seinem schmalen Unterkiefer und anstelle einer Flosse hat er auf dem Rücken einen kleinen Buckel.

-          Physeter macrocephalus (Pottwal)

Familie Ziphiidae

Diese Familie umfasst 21 Arten von Schnabelwalen. Sie sind alle mittelgroß bis groß, wobei weibliche Tiere in der Regel größer als männliche sind. Mit Ausnahme von zwei Berardius Arten und dem Shepherd-Wal besitzen ausschließlich die Männchen in ihrem Unterkiefer ein oder zwei Paar funktionstüchtiger Zähne. Die geheimnisvollsten und am wenigsten bekannten Wale gehören zu den Ziphiidae; bei manchen zeugen nur Funde von Schädelknochen oder Skelettteilen von der Existenz der Art. Aufgrund dessen ist auch anzunehmen, dass es in Zukunft noch zu Überarbeitungen innerhalb der Taxonomie dieser Familie kommen wird, da jede Sichtung unser Wissen über sie erweitert.

-          Berardius arnuxii (Südlicher Schnabelwal)

-          Berardius bairdii (Baird-Schnabelwal)

-          Hyperoodon ampullatus (Nördlicher Entenwal)


-          Hyperoodon planifrons (Südlicher Entenwal)


-          Indopacetus pacificus (Indopazifischer Schnabelwal)


-          Mesoplodon bidens (Sowerby-Zweizahnwal)


-          Mesoplodon bowdoini (Andrew-Schnabelwal)

-          Mesoplodon carlhubbsi (Hubbs-Schnabelwal)

-          Mesoplodon densirostris (Blainvilles-Schnabelwal)


-          Mesoplodon europaeus (Gervais-Zweizahnwal)

-          Mesoplodon ginkgodens (Japanischer Schnabelwal)

-          Mesoplodon grayi (Gray-Schnabelwal)


-          Mesoplodon hectori (Hector-Schnabelwal)

-          Mesoplodon layardii (Layard-Schnabelwal)

-          Mesoplodon mirus (True-Schnabelwal)

-          Mesoplodon perrini (Perrin-Schnabelwal)

-          Mesoplodon peruvianus (Zwergschnabelwal)

-          Mesoplodon stejnegeri (Stejneger-Schnabelwal)


-          Mesoplodon traversii (Bahamonde-Schnabelwal)


-          Tasmacetus shepherdi (Shepherd-Wal)


-          Ziphius cavirostris (Cuvier-Schnabelwal)