WDC für den besseren Schutz von Walen und Delfinen in Großbritannien

WDC arbeitet intensiv daran, den Schutz von Walen und Delfinen in britischen Gewässern zu verbessern, z. B. durch die Implementierung neuer und Verbesserung bestehender Gesetze. Es werden wichtige Feldforschung sowie kritische Sekundärforschung finanziert und Bildungsprogramme in Ganz Großbritannien initiiert. WDC betreibt außerdem ein Delfin-Informationszentrum im Moray Firth, Schottland. Langfristig ist es das Ziel, allen Walen und Delfinen in britischen Gewässern eine sichere Zukunft gewährleisten zu können.

Wale und Delfine in Großbritannien – Eine Einführung

In den Gewässern um Großbritannien leben über 25 verschiedene Arten von Walen und Delfinen und weitere halten sich zeitweise dort auf. Das britische Hoheitsgebiet erstreckt sich von der Küste aus 200 Seemeilen ins offene Meer und schließt die Routen ein, die die Wale nach Nord- und Westschottland nehmen.  Arten, die bereits gesichtet wurden, umfassen: Blauwale – die größten Tiere, die je auf der Welt gelebt haben; Finnwale; Buckelwale; Pottwale; Grindwale; Schwertwale; Gewöhnliche Schweinswale; Schnabelwale und verschiedene Delfinarten, darunter der Große Tümmler.

Manche Wale und Delfine bevorzugen tiefere Hochseegewässer und wagen sich nur hin und wieder in flachere Regionen. Einige Populationen Gewöhnlicher Schweinswale oder Großer Tümmler leben allerdings sehr viel näher an der Küste. In britischen Gewässern gibt es  mindestens drei ansässige Populationen Großer Tümmler – eine in der Cardigan Bay, Wales; eine zweite im Moray Firth, Schottland; und eine weniger bekannte Gruppe vor der Westküste Schottlands. Eine weitere, kleine Gruppe vor der Südwestküste Englands ist außerdem bekannt. Gewöhnliche Schweinswale wurden hingegen schon überall vor den britischen Küsten gesichtet. Einige ihrer Lebensräume sind jedoch bedroht, darunter die nördliche Nordsee (äußerer Moray Firth), der Westen Schottlands (Hebriden, Minch-Meerenge) und der Westen Wales’ (besonders Nord-Pembrokeshire und die südliche Cardigan Bay, Lleyn-Halbinsel und Bardsey Island, und der Norden und Westen der Insel Anglesey). 

Rundkopfdelfine und Zwergwale halten sich auch oft küstennah auf, unter anderem bei den Äußeren Hebriden, Schottland; in der Cardigan Bay, Wales; und dem Moray Firth, ebenfalls Schottland.

Diese reiche Vielfalt der marinen Lebenswelt vor Großbritannien wird durch verschiedene menschliche Eingriffe bedroht. Wale und Delfine werden jedes Jahr in britischen Gewässern unnötigerweise verletzt und getötet. Jeden Tag sehen sie sich den verschiedensten Gefahren gegenüber: Sie können sich in Fischereiausrüstung verfangen, vergiftet oder anderweitig bedroht werden, verhungern oder aus ihren gewohnten Lebens- und Jagdgründen vertrieben werden. Das Risiko ist hoch, im Meer die Fehler zu wiederholen, die wir an Land bereits begangen haben, nämlich viele landbewohnenden Spezies aus ihren angestammten Lebensräumen zu vertreiben und ihre Zahl zu dezimieren oder gar gänzlich auszurotten.

Das gezielte Fangen oder Töten jedweder Walarten ist in Großbritannien seit dem Jahre 1981 durch den Fisheries Limits Act, den Wildlife and Countryside Act desselben Jahres sowie die EU-Habitatrichtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) von 1992 verboten. In Gewässern, die weder der Hoheit Großbritanniens noch der eines anderen EU-Staates unterliegen, können Wale allerdings auch weiterhin völlig legal gejagt werden. Im Rahmen gegenwärtiger norwegischer Walfangoperationen werden beispielsweise Zwergwale in Gebieten getötet, die direkt an britische Gewässer grenzen. Da diese Tiere wandern und große Strecken zurücklegen, kann es sein, dass sie sich vielleicht einen Teil des Jahres in britischen Gewässern aufhalten, dann aber weiter in norwegische ziehen. Unglücklicherweise gibt es derzeit noch keine verfügbaren Informationen über das Wanderverhalten oder die Populationsstruktur der Wale in britischen Gewässern. Norwegische Walfangschiffe unterliegen außerdem keinerlei Auskunftspflicht über die Orte ihrer Fänge. Aus diesen Gründen bleibt der tatsächliche Einfluss des kommerziellen Walfanges auf den Bestand in britischen Gewässern unbekannt, es besteht jedoch Anlass zur Sorge.

Mehr zur Arbeit von WDC in Schottland und Wales

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