Aufklärung von Wassersportlern: "See a Spout"

Das WDC Bildungsprogramm “See a Spout” hat sich zum Ziel gesetzt, einen rücksichtsvolleren Umgang von privaten Bootseignern und Wassersportlern im Lebensraum von Walen und Delfinen zu fördern. Das Programm konzentriert sich auf das Schutzgebiet von Stellwagen Bank im Golf von Maine an der Ostküste der USA. Es umfasst Präsentationen in Bootsschulen und die Vermittlung von Informationen in Massachusetts, Maine und New Hampshire, um ein angemessenes Verhalten im „Zuhause“ der Wale und Delfine zu erreichen.

Die Geschichte des Programmes

Im Sommer 1998 kollidierte ein Hochgeschwindigkeits-Walbeobachtungsboot mit zwei Walen, eine der Kollisionen endete tödlich für den Wal. Daraufhin wurde die „Whale Watch Advisory Group (WWAG)“ gegründet, eine Gruppe mit Vertretern aus der Walbeobachtungsindustrie, Umweltschutzorganisationen, der Fischereibehörde NOAA und des Stellwagen Bank National Marine Sanctuary (SBNMS). Die neuen Richtlinien für Walbeobachtungen in Stellwagen Bank und weitere Reglementierungen basieren auf den Treffen dieser Gruppe.

Obwohl die neuen Walbeobachtungsrichtlinien formuliert wurden, gab es kein begleitendes Programm, welches diese auch der Öffentlichkeit (und damit privaten Bootseignern und Urlaubern) näher gebracht hätte. „See a Spout“ ist daher eine wichtige Bildungskampagne, die die Bedeutung des Stellwagen Bank-Schutzgebietes und das richtige Verhalten in Gebieten mit Walen und Delfinen fördern soll.

Fünf Regeln für den rücksichtsvollen Wassersportler

(1) Halten Sie die Augen offen – entdecken Sie den Blas

Wenn Sie den Blas eines Wals oder eine Walfluke entdecken, reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit und beobachten Sie die Umgebung genau. Einige Wale tauchen 20 Minuten und länger, um nach Nahrung zu suchen. Wenn Sie einen Wal in der Ferne gesichtet haben, könnten sich andere in Ihrer Nähe – vielleicht zu nahe an Ihrem Boot – befinden. Fahren Sie vorsichtig weiter!

(2) Abstand halten

Schneiden Sie dem Wal nicht den Weg ab. Wenn Sie einen Wal sichten, dann folgen Sie den offiziellen Richtlinien und kommen Sie dem Wal nicht zu nahe. Halten Sie mit Ihrem Boot immer einen sicheren Abstand zu den Tieren. Das US-Gesetz verbietet die Störung und Belästigung von Meeressäugern. Befolgen Sie die Gesetze und kommen Sie den akut bedrohten Nördlichen Glattwalen nicht näher als 500 Meter.

(3) Abstimmung mit Anderen

Befinden sich mehre Boote im der Nähe der Walen, dann koordinieren Sie sich mit den anderen Booten über Funk (Kanal 9 und 16)

(4) Bleiben Sie den Blasen fern

Buckelwale erzeugen oft sogenannte „Blasen-Wolken“. Dabei entlassen die Wale Luftblasen unterhalb der Wasseroberfläche, um Schwärme kleiner Fische zu verwirren und zusammen zu treiben. Mit ihrem weit geöffneten Maul tauchen die Wale durch die „Blasen-Wolken“ wieder auf und nehmen eine große Menge kleiner Fische auf. Vögel nutzen diese Chance, um etwas vom Festmahl abzubekommen und versammeln sich nicht selten über den „Blasen-Wolken“. Wenn Sie also eine „Blasen-Wolke“ sehen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sich knapp darunter Wale aufhalten.

(5) Jagend Sie die Wale nicht – geben Sie ihnen genug Raum

Kommen Sie einem Wal zu nahe, zieht er sich eventuell aus seinem Nahrungsgebiet zurück. Respektieren Sie daher das Verhalten der Wale und halten Sie genug Abstand. Wenn sich ein Wal entfernt, jagen Sie ihm nicht hinterher. Genießen Sie die Wale – ohne sie zu gefährden.

 

Mehr Informationen zum Programm “See a Spout”  auf der offiziellen NOAA Webseite

http://www.nero.noaa.gov/protected/mmp/viewing/spout/ und http://uk.whales.org/wdc-in-action/see-spout