Das WDC Shorewatch Programme in Schottland

Moray Firth
Moray Firth
Forschung in Zusammenarbeit mit freiwilligen Wal- und Delfinbeobachtern

WDC Shorewatch ist ein Netzwerk aus geschulten Freiwilligen, die Wale und Delfine an bestimmten Küstenabschnitten in Schottland beobachten um wichtige Forschungsdaten zu sammeln und um Aufmerksamkeit zu schaffen. So kann das langfristige Überleben dieser wunderbaren Tiere gesichert werden.

Was machen die Freiwilligen?

‘Shorewatches’ sind jeweils zehnminütige Einheiten zur Wal- und Delfinbeobachtung mit Datenerhebung, die von geschulten Freiwilligenteams an genau festgelegten Küstenabschnitten in Schottland durchgeführt werden. Dabei wird beobachtet, ob sich dort Wale oder Delfine aufhalten.

Was bedeutet das genau?

Bei WDC Shorewatch geht es nicht einfach darum, zu erfassen, ob man einen Wal oder Delfin an einem bestimmten Küstenabschnitt gesehen hat. Wir halten jede Zehn-Minuten-Einheit fest – selbst, wenn kein Wal oder Delfin gesichtet wurde. So können wir zum Beispiel genau sagen, ob die Tiere ein von zehn Mal oder ein von 100 Mal gesichtet wurden. Wir können auch die Häufigkeiten zwischen den Jahreszeiten und den Jahren vergleichen.

Shorewatch Projekt
Shorewatch Projekt

Welches vorbereitende Training erhalten die Freiwilligen?

Alle Freiwilligen nehmen an einem halb- oder ganztägigen Training teil. Dabei lernen sie, wie man die jeweilige Wal- und Delfinart bestimmt und die Datenerhebung durchführt. So wird sichergestellt, dass die Daten jeweils auf die gleiche Art und Weise erhoben werden und entsprechend vergleichbar sind.

Festgelegte Küstenabschnitte

Aktuell haben wir 18 Shorewatch Abschnitte: im Moray Firth (Heimat der WDC Patendelfine), an der Westküste, der Nordküste, den Äußeren Hebriden und in der Region von Angus.  Die Shorewatch Freiwilligen teilen sich Ausrüstung und beobachten von festgelegten Punkten aus, so bündeln wir Kräfte anstatt sie auf die ganze Küste zu verteilen. Mit dieser Methode können wir auch die Sichtungsfrequenz der verschiedenen Abschnitte miteinander vergleichen und Gebiete bestimmen, die unter Umständen besseren Schutz benötigen.

Aufmerksamkeit schaffen

Viele Touristen aber auch Einheimische wissen gar nicht, dass sie Wale und Delfine direkt vor der Küste Schottlands sehen können und dass wir ihren Lebensraum besser schützen müssen. Teil des Trainings der Shorewatch Freiwillige ist deshalb neben den technischen Fertigkeiten zur Datenerhebung auch die Wissensvermittlung über die Wal- und Delfinarten vor der Küste Schottlands, damit die Freiwilligen Fragen zu den Beobachtungen und über Wale und Delfine an sich beantworten können. So werden sie zu Wal- und Delfinbotschaftern.

Delfinbeobachtung am Chanonry Point, Schottland
Delfinbeobachtung am Chanonry Point, Schottland

Wichtige Daten für die Forschung

Die gesammelten Daten helfen uns einerseits dabei, die Präsenz der Wale und Delfine festzuhalten, andererseits können wir so mehr über die Bewegungen zwischen den Gebieten und Veränderungen von Bewegungsmustern verstehen.  Auch sogenannte „Hot Spots“ können wir identifizieren. Das sind besonders wichtige Aufenthaltsorte der Wale und Delfine, auf die WDC anschließend seine Schutzbemühungen fokussieren kann.

Langfristiges Engagement

Es ist wichtig, über einen längeren Zeitraum hinweg Daten zu sammeln, um so langfristige Entwicklungen zu verstehen. WDC verwendet die gesammelten Daten um politische Entscheidungsträger mit verlässlichen und aktuellen Informationen zu versorgen. Diese Daten haben Einfluss auf Entscheidungen, die die Küste und Gewässer vor Schottland betreffen.

Sarah Dolman, unsere Kollegin in Schottland, über das Shorewatch Programme: “Das Programme ist entscheidend für die Bestimmung von wichtigen Lebensräumen dieser erstaunlichen Tiere. Wir brauchen viele Augen, die ihre Blicke langfristig auf die Gewässer rund um Schottland richten. Und das geht nur dank des großen Engagements so vieler Freiwilliger”.