Das Rossmeer – Juwel des Südpolarmeers

Picture of Orca (killer whale)
Picture of Orca (killer whale)
Das Rossmeer ist das größte noch fast unberührte Kontinentalschelf-Ökosystem der Welt. 2016 wurde innerhalb dieser sensiblen Meeresregion ein Gebiet von 1,55 Millionen km2 unter Schutz gestellt. Ein Erfolg der auch auf dem Einsatz der Antarctic Ocean Alliance – einem Zusammenschluss von NGOs dem auch WDC angehört - beruht.

Das Rossmeer liegt ca. 4000 km südlich von Neuseeland und erstreckt sich bis zu den Eisfeldern der Antarktis. Es ist das “Juwel des Südpolarmeers“. Seine Abgeschiedenheit hat es jahrelang vor Umweltverschmutzungen und Überfischung geschützt, mit der zunehmenden Überfischung der Meere hat sich dies geändert, doch heute ist zumindest ein Teil dieses letzten unberührten Ökosystemes unseres Planeten geschützt.

Nachdem Walfänger beinahe alle im Rossmeer lebenden Blauwale töteten, ist es heute vor allem die Heimat von Zwergwalen, Seiwalen, Pottwalen, Schnabelwalen und Stundenglas-Delfinen. Das Rossmeer ist außerdem die Heimat unzähliger Pinguine, Seevögel und Robben.

Das planktonreiche Gebiet ist einer der letzten fast unberührten Flecken dieser Erde und die Heimat von drei genetisch unterschiedlichen Orca-Populationen, die als „Ecotype C“ bezeichnet werden und sich vom Antarktischen Riesendorsch ernähren. Dieser Fisch spielt im Ökosystem eine ähnliche Rolle wie anderen Ortes Haie, wird jedoch zunehmend durch die Fischerei bedroht und bedarf dringend eines intakten Schutzgebietes. Der Antarktische Riesendorsch wird im Vergleich zu anderen Fischarten relativ alt, hat eine langsame Reproduktionsrate und erreicht ein Gewicht von bis zu 150 kg. Wissenschaftler haben bereits in den 1970er Jahren begonnen, diese Fischart zu erforschen, doch seit einigen Jahren konnte nicht mehr genug Exemplare gefangen werden, um die Studien fortzusetzen. Der einzige Weg, um noch eine Regeneration des Riesendorsches zu ermöglichen, ist ein umfassendes Schutzgebiet mit strengen Reglementierungen für die industrielle Fischerei.

Gefahren

Neben der industriellen Fischerei, hat auch der Walfang Japans dem Rossmeer und seinen Bewohnern stark zugesetzt. Seit dem Inkrafttreten des internationalen Moratoriums für kommerziellen Walfang tötete Japan Tausende Zwergwale. Japan setzt seine Walfangaktivitäten unter dem Deckmantel der „wissenschaftlichen Forschung“ trotz der Unterschutzstellung des Südpolaren Meeres als Walschutzgebiet durch die internationale Walfangkommission IWC 2004 fort.

Der antarktische Zwergwale und Orcas werden auf der Roten Liste der IUCN unter „Datenlage unzureichend“ geführt, während der Seiwal als „bedroht“ und der Pottwal als „gefährdet“ gelistet werden. Lange Zeit war die Antarktis eine wichtige Region für den Blauwal, der heute als „vom Aussterbend bedroht“ bezeichnet werden muss. Sollte sich die Blauwalpopulation in der Antarktis jemals von den Folgen des Walfangs erholen, wird das Schutzgebiet im Rossmeer auf jeden Fall eine wichtige dabei Rolle spielen.

Mehr über das Rossmeer und seinen Schutz unter www.antarcticocean.org, www.cetaceanhabitat.org und auf www.asoc.org