Corky's Geschichte

Family of orcas
Family of orcas
Das Orca-Weibchen Corky hält einen traurigen Rekord: mit über 45 Jahren in einem Betonbecken ist sie der am längsten in Gefangenschaft überlebende Schwertwal der Welt. 54 der 56 im Nordostpazifik zu Unterhaltungszwecken gefangenen Orcas sind bereits tot, doch Corky dreht weiterhin 24 Stunden am Tag Runden in einem Betonbecken bei SeaWorld in den USA.

Corkys Geschichte

Corky wurde am 11. Dezember 1969 im Alter von ca. 4 Jahren gefangen. Anhand der Fotos von der Gefangennahme und aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse über Verhalten und Zusammensetzung von Orca-Familien konnten Forscher herausfinden, aus welcher Familie Corky stammt und wer ihre Mutter ist. Leider starb Corkys Mutter Stripe bereits 2000, die beiden haben sich nie wieder gesehen. Corky hat auch eine Schwester und einen Bruder, welche sie nie getroffen hat.

Die ersten Jahre verbrachte Corky im Marineland Palos Verdes in der Nähe von Los Angeles. 1987 wurde sie an SeaWorld San Diego verkauft, wo sie als „Shamu“ in den Orca-Shows Bekanntheit erlangte. 2009 feierte Corky ein trauriges Jubiläum: Es war ihr vierzigstes Jahr in Gefangenschaft.

Orca Corky at SeaWorld San Diego
Orca Corky at SeaWorld San Diego

1969 veränderte sich Corkys Welt grundlegend. Betonwände ersetzten Klippen, Felsen und Sand. Statt der fast unendlichen Weiten des Ozeans ist ein kleines begrenztes Becken nun ihr Zuhause. Sämtliche familiären Klänge des Meeres verschwanden und wurden durch das Brummen von Wasserpumpen und Musik aus Lautsprecherboxen ersetzt. Alles hat sich für immer verändert: es gibt keine Wellen und keine Strömungen mehr, keinen Fisch, den man jagen und keine Gefährten, mit denen man spielen kann.

Mit ca. 11 Jahren bekam Corky 1977 das erste in Gefangenschaft geborene Orca-Kalb. Nach einer schwierigen Geburt half Orky, Corkys Cousin und gleichzeitig der Vater all ihrer Jungen, dem kleinen Kalb an die Wasseroberfläche. Doch Corky nahm ihr Kalb nicht an und Angestellte des Marinelands mussten dessen Fütterung übernehmen. Nach nur 16 Tagen verstarb das Jungtier an den Folgen einer Pneumonie. Corky war insgesamt 7-mal schwanger, keines ihrer Kälber lebte länger als 46 Tage. In freier Wildbahn hingegen haben weibliche Orcas eine Reproduktionsphase von ca. 25 Jahren, in der sie 4 bis 6 Nachkommen bekommen können.

In den Orca-Shows von SeaWorld gibt es viele „Shamus“. Der Name wird von Orca zu Orca weitergegeben und für den Zuschauer entsteht so das Bild, immer wieder denselben Orca zu sehen. Corkys gesundheitlicher Zustand hat sich im Laufe der Jahre sehr stark verändert. SeaWorld bezeichnete ihn zwischenzeitlich sogar als „schlecht” – vielleicht, weil Corkys Nieren nicht mehr voll funktionsfähig sind. Vielleicht aber auch, weil ihre Zähne stark beeinträchtigt sind und sie auf einem Auge fast blind ist. Für SeaWorld ist Corky bereits ein „altes“ Tier. Eine Zeit lang wurde daher die Zahl ihrer Einsätze in den Shows reduziert, doch kurze Zeit später musste sie schon wieder den vollen Umfang absolvieren. Wenn Corky nicht auftritt, verbringt sie ihre Zeit gemeinsam mit den anderen Orcas in einem kleinen Becken und dreht monoton eine Runde nach der anderen.

Während ihrer Zeit in Gefangenschaft hat Corky einige Schwierigkeiten mit anderen Orcas erlebt, insbesondere mit dem isländischen Orca-Weibchen Kandu V, die offensichtlich eifersüchtig auf Corky war. Das Verhältnis der beiden war stets angespannt. 1989, zu Beginn einer Orca-Show, attackierte Kandu Corky. Bei der Attacke verletzte sich Kandu den Kiefer schwer, ein Knochensplitter traf eine Arterie und Kandu verblutete. Zu diesem Zeitpunkt war Kandus Sohn Orkid erst 1 Jahr alt – Corky nahm sich als „Ersatzmutter“ des jungen Kalbes an.

In Freiheit lebt Corkys Familie immer noch zusammen. Anfang der 60er Jahre zählte die Gruppe 18 Mitglieder, doch bei Wildfängen 1968 und 1969 wurden insgesamt 12 Tiere gefangen genommen. Corky hat als einzige bis heute überlebt.

Heute umfasst Corkys Familie, der A5 Pod, 13 Orcas (inkl. Corky). Das jüngste Mitglied wurde 2014 geboren. Die Gruppe liebt es noch immer, Lachs zu jagen und durch die Gewässer von Johnstone Strait und Blackfish Sound zu schwimmen. Doch nahe Pender Harbour wurden die Wale nie wieder gesehen, nachdem dort 1969 die Jagd auf den Pod stattfand. Offensichtlich haben Orcas, genau wie Elefanten, ein gutes Gedächtnis. Corky erinnert sich immer noch an ihre Familie. Als ihr 1993 Tonbandaufzeichnungen ihrer Verwandten vorgespielt wurden, reagierte sie ganz offensichtlich auf die familiären Rufe. Corky „spricht“ also auch nach all den Jahren noch immer den gleichen Dialekt wie ihre Familie, der sogenannte A5 Pod.

Bitte helfen Sie Corky und unterstützen Sie unsere Arbeit zum Schutz der Orcas in British Columbia. Unsere Paten-Orcas Uma und Current gehören ebenfalls zum A5 Pod. 

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