ACCOBAMS

WDC arbeitet eng mit ACCOBAMS zusammen, um die Gefahren für Wale und Delfine im Mittelmeer und Schwarzen Meer zu verringern. Diese Meere gehören zu den am meisten belasteten marinen Ökosystemen weltweit.

ACCOBAMS, das Abkommen zur Erhaltung von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, ist das zweite Abkommen für Wale und Delfine im Rahmen von CMS, des Abkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten. Es trat 2001 in Kraft. 

Der Zweck von ACCOBAMS ist es, gegen die Gefährdungen für Wale und Delfine im Schwarzen Meer und im Mittelmeer sowie vor den südportugiesischen und nordmarokkanischen atlantischen Küsten vorzugehen. Die Ökosysteme des ACCOBAMS-Abkommensgebietes sind stark beeinträchtigt, durch Verschmutzung, Küstenentwicklung, Schiffsverkehr, Überfischung und durch die negativen Auswirkungen eingeschleppter Arten. Die Wale und Delfine sind in diesem halbgeschlossenen Meeressystem durch die Aktivitäten zahlreicher Länder betroffen.

Das Ziel des Abkommens ist es, eine enge Zusammenarbeit zwischen den Vertragsparteien zu fördern, um eine günstige Erhaltungssituation für alle im Vertragsgebiet vorkommenden Wale und Delfine herbeizuführen und aufrechtzuerhalten. 

Vertragsstaaten sind Albanien, Algerien, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, der Libanon, Libyen, Malta, Monaco, Marokko, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Syrien, Tunesien und die Ukraine.

Welche Arten stehen unter Schutz durch ACCOBAMS?

Wie sieht die Arbeit von ACCOBAMS aus?

  • Die Mitgliedstaaten führen nationale Gesetze ein, um die Auswirkungen von Fischereiaktivitäten und Umweltverschmutzung auf Wale und Delfine zu reduzieren. Anschließend überwachen sie deren Umsetzung.
  • Die Mitgliedstaaten stellen über Fachgutachten eine Basis für die Beurteilung bestimmter Schutzmaßnahmen sicher.
  • Die ACCOBAMS-Partner bemühen sich, nationale Institutionen zu stärken oder schaffen neue,  die bei der Ausführung der Aktionspläne zum Schutz von Walen und Delfinen helfen.
  • Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass potentiell  gefährliche Interaktionen zwischen Menschen, Walen und Delfinen unterbunden, bzw. diesbezügliche Richtlinien entwickelt werden.  
  • Die Vertragsnationen errichten und erhalten spezielle Schutzgebiete für Wale und Delfine im Abkommensgebiet.
  • Die ACCOBAMS-Parteien führen Beobachtungsprogramme durch, um Informationen über  Migrationsrouten, Fortpflanzungs- und Futtergebiete  der Arten zu sammeln.

  • Die Mitgliedstaaten fördern die Entwicklung von Erhebungstechniken für Populationsstudien von Walen und Delfinen.

  • ACCOBAMS-Partner tauschen sich in Bezug auf Forschungsmethoden und Ergebnisse ihrer Populationsstudien aus.

  • Die Vertragsstaaten kooperieren hinsichtlich der Entwicklung von Notfallmaßnahmen wie zum Beispiel durch einen großen Chemieunfall.

Ein Beispiel einer Initiative einiger ACCOBAMS-Vertragsstaaten ist die Einrichtung eines Internationalen Meeresschutzgebietes für Meeressäuger im Mittelmeer (International Sanctuary for Mediterranean Mammals).

Darauf einigten sich  die Regierungen Frankreichs, Italiens und Monaco im Jahr 1999. Es trat 2002 in Kraft. Das Schutzgebiet hat zum Ziel, Wale und Delfine vor einer besonders gefährlichen Fischereimethode, der sogenannten Treibnetzfischerei, vor Hochseeschiffen und Stadtentwicklung an der Küste zu schützen. 

Da illegale Treibnetze bis zu 1.6 km lang und bis zu 30 Meter hoch werden können und einige Tage im Meer bleiben, bis sie wieder eingeholt werden, können Luft-atmende Säugetiere, die sich in Treibnetzen verfangen und nicht in der Lage sind, sich selber zu befreien, ersticken. Treibnetzfischerei führt besonders oft zu Beifang von Walen und  Delfinen.

Um sicherzugehen, dass alle Mittelmeerländer die Ziele des Internationalen Meeresschutzgebietes einhalten, wurde es zum „Besonderen Schutzgebiet im Mittelmeer“ (Specially Protected Area of Mediterranean Importance) ernannt.