Absichtserklärung zum Schutz von Kleinwalen und Manatis vor Westafrika und Makaronesien (MoU)

Atlantic humpback dolphin
Atlantic humpback dolphin
Meeressäuger, die in Meeresarmen entlang der Küste oder direkt in den Küstengewässern vor Westafrika leben, spielen eine wichtige Rolle für die Ökosysteme der Region. Gleichzeitig ist ihr Überleben gefährdet. Sie werden gejagt oder unabsichtlich gefangen, erleben eine rasante Entwicklung der Küstenregion und haben mit der Verschmutzung und dem Verlust ihres Lebensraums zu kämpfen.

Meeressäuger, die in Meeresarmen entlang der Küste oder direkt in den Küstengewässern vor Westafrika leben, spielen eine wichtige Rolle für die Ökosysteme der Region. Gleichzeitig ist ihr Überleben gefährdet. Sie werden gejagt oder unabsichtlich gefangen, erleben eine rasante Entwicklung der Küstenregion und haben mit der Verschmutzung und dem Verlust ihres Lebensraums zu kämpfen. Um die Wale und Delfine dieser Region zu schützen, ist eine Kooperation aller dortigen Länder unabdinglich.  Deshalb überwachte das Abkommen zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) die Schaffung einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) zum Schutz von Manatis und Kleinwalen vor Westafrika und Makaronesien. Unter dem Begriff „Makaronesien“ werden die Inseln im nördlichen Atlantik nahe Europa und Nordafrika zusammengefasst. Dazu gehören: die Azoren, Madeira, die Ilhas Selvagens, die Kanaren und die Kapverdischen Inseln.

Mehr als 30 verschiedene Kleinwalarten leben in den Gewässern vor Westafrika und rund um Makaronesien – also ein Drittel aller weltweit bekannten Kleinwalarten. Dazu zählen der Atlantische Delfin, der Langschnäuzige Gemeine Delfin und der Schweinswal. Dennoch haben wir trotz der Artenfülle in dieser Region im Vergleich zu anderen Regionen verhältnismäßig wenige Informationen zum Zustand dieser Arten. Zum Beispiel ist Wissenschaftlern weniger über diese Wale und Delfine bekannt als über deren Verwandte in den polaren Meeren, einem weitaus unwirtlicheren Lebensraum. 

Während daran gearbeitet wird, diese Wissenslücken zu schließen, müssen sich Wissenschaftler, die sich dem Schutz der Küstenregionen Westafrikas und Makaronesiens verschrieben haben, gleichzeitig vieler Gefahren annehmen, die das Überleben der gefährdeten Meeressäuger-Arten der Region bedrohen. Denn die dortige Bevölkerung steigt an und Ressourcen werden nicht nachhaltig genutzt.

Auf die Absichtserklärung einigten sich Vertreter der folgenden Länder: Angola, Benin, Kapverden, Chad, Kongo, Elfenbeinküste, Äquatorial-Guinea, Gabon, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger und Portugal.

Der MoU-Aktionsplan

Der Aktionsplan dieser Absichtserklärung sieht vor, die Interessen der lokalen Gemeinden und Fischer, der sozialen und ökonomischen Entwicklung in der Region mit der Notwendigkeit, Gefahren für Kleinwale und Manatis sowie deren Lebensräume zu reduzieren bzw. ganz zu stoppen, in Einklang zu bringen. Denn nur so können diese Meeressäuger geschützt werden. Der Aktionsplan berührt viele verschiedene Bereiche, die Kleinwale betreffen, so zum Beispiel nationale, regionale und internationale Kooperationen, Gesetze und Politik, Schutz von Ökosystemen und Lebensräumen, Reduzierung von Gefahren, Förderung von Wissenschaft und Forschung, Hilfe zur Selbsthilfe, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Tourismus.