START DES WASHINGTONER ARTENSCHUTZABKOMMENS: WALSCHUTZ SOLL GESCHWÄCHT WERDEN

Eine Koalition von Natur- und Tierschutzorganisationen hat heute bestätigt, dass Island erneut mehr als 1.500 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan verschifft hat. Finnwale sind nach wie vor stark bedroht. Die Meldung kommt pünktlich zu Beginn der 17. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), die in diesem Jahr in Johannesburg stattfindet.

Island und Norwegen weiten Walfleischhandel aus

 

JOHANNESBURG, 23. September 2016: Eine Koalition von Natur- und Tierschutzorganisationen hat heute bestätigt, dass Island erneut mehr als 1.500 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan verschifft hat. Finnwale sind nach wie vor stark bedroht. Die Meldung kommt pünktlich zu Beginn der 17. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), die in diesem Jahr in Johannesburg stattfindet.

Die Artenschützer der Wal- und Delfinschutzorganisation WDC, OceanCare, Pro Wildlife, des Animal Welfare Institute (AWI) und der Environmental Investigation Agency (EIA) hatten zwischen Juli und September den Weg des Transportschiffs „Winter-Bay“ vom isländischen Hafnarfjörður, über die Nordostpassage, bis ins japanische Osaka verfolgt. Der Verdacht, dass es sich bei der Ladung um das Fleisch bedrohter Finnwale handelt, wurde schließlich durch die isländischen Handelsdatenbank Hagstofa und isländische Medienberichte bestätigt.  Die Winter-Bay  hatte bereits im letzten Jahr 1.800 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan geliefert.

Das CITES Sekretariat hat für die morgen beginnende Konferenz  den umstrittenen Vorschlag eingebracht,  Entscheidung 14.81 zu Großwalen aufzuheben. Dies könnte zu einer verfrühten Neueinstufung des Schutzstatus vieler Walarten führen und das Walfangverbot gefährden.

Astrid Fuchs, Programmleiterin bei WDC, erklärte: "Es ist unverständlich, dass CITES diesen Vorschlag überhaupt in Erwägung zieht. Der Handel mit Walprodukten eskaliert Dank Island, Japan und Norwegen momentan, trotz Handelsverbot und Walfangmoratorium.“

"Die CITES-Vertragsparteien müssen sicherstellen, dass die Entscheidung 14.81 beibehalten wird, wie sie ist", sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. “Eine Aufhebung könnte erneut dazu führen, dass der Handel eine unkontrollierbare Walfangindustrie befeuert.”

 Auch aus Norwegen steht gerade die Ausfuhr von 195 Tonnen Zwergwalfleisch nach Japan an. Dies wäre die größte norwegische Lieferung seit Einführung des internationalen Walfangverbots vor 30 Jahren.

Auch Susan Millward, Geschäftsführerin von AWI, äußerte sich besorgt: "Island, Norwegen und Japan tun, was sie können, um den kommerziellen Walfang und den Handel mit Walprodukten anzuheizen. CITES muss das IWC-Moratorium unterstützen und den ausufernden Handel mit Walfleisch endlich thematisieren“.

Island, Norwegen und Japan haben gegen das Handelsverbot mit Finn- und Zwergwalprodukten einen sogenannten Vorbehalt eingelegt, was ihnen den Im- und Export untereinander ermöglicht.

"Es gibt keine Entschuldigung für Island und Norwegen weiterhin Wale unter Missachtung des seit 30 Jahren bestehenden Walfang-Moratoriums zu schlachten. Die internationale Gemeinschaft muss  endlich entschieden einschreiten“, so Clare Perry, Kampagnenleiterin von EIA.

 

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Kontakt für Interviews und weitere Informationen:

Astrid Fuchs, astrid.fuchs@whales.org, Tel. +49 (0)176 9924 4144
Ruth Schlögl, ruth.schloegl@whales.org, Tel. +49 (0)160 433 2483

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Über Whale and Dolphin Conservation (WDC) 
Whale and Dolphin Conservation, ist die weltweit größte gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen widmet. Gegründet 1987 in Großbritannien sind wir seit 1999 mit einem Büro in Deutschland vertreten. Weitere Büros befinden sich in Argentinien, den USA und in Australien. Im Rahmen von Kampagnen, politischer Überzeugungsarbeit, Bildung, Beratung, Forschung, Rettungs- und Schutzprojekten verteidigen wir Wale und Delfine gegen die zahlreichen Gefahren, denen sie heute ausgesetzt sind. WDC WissenschaftlerInnen arbeiten in nationalen, europäischen und internationalen Arbeitsgruppen, sind in allen relevanten internationalen Foren vertreten und haben direkten Einfluss auf maßgebliche Entscheidungen zur Zukunft von Walen und Delfinen. Wir sind AnsprechpartnerInnen für EntscheidungsträgerInnen, Medien und Öffentlichkeit. WDC ist eine als gemeinnützig anerkannte Körperschaft. Wir arbeiten politisch unabhängig und finanzieren uns über Spenden und Stiftungsmittel.
www.whales.org

Über OceanCare
Seit 1989 setzt sich OceanCare weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie intensivem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Seit 2004 ist OceanCare Partnerorganisation des Abkommens der Mittelmeer-Anrainerstaaten zum Schutz der Wale und Delphine (ACCOBAMS). Im Juli 2011 erhielt die Organisation von den Vereinten Nationen den UN-Sonderberaterstatus zugesprochen. 2012 schaffte die Schweiz nach langjähriger Lobby-Arbeit von OceanCare mit dem Importverbot für Wale und Delphine einen Präzedenzfall in Europa. 
www.oceancare.org

 

Über Pro Wildlife
Über Pro Wildlife:  Pro Wildlife setzt sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume ein. Weltweit unterstützt der gemeinnützige Verein Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC), dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES) oder der Konvention zum Erhalt der Biodiversität (CBD) teil, um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern. 
www.prowildlife.de

Über EIA
Die “Environmental Investigation Agency” ist eine gemeinnützige Non-Profit Organisation mit Büros in Großbritannien und den USA. Die Organisation setzt sich gegen den illegalen Handel mit  gefährdeten Tierarten, die illegaler Abholzung und den Klimaschutz ein.
www.eia-international.org

Über AWI
Das Animal Welfare Institute ist eine gemeinnützige Non-Profit Organisation. Gegründet 1951 setzt sie sich für einen besseren Tierschutz ein. AWI arbeitet mit Politikern, Wissenschaftlern, der Industrie und Öffentlichkeit, um das Wohlergehen von Tieren zu verbessern – in Labors, der Agrarindustrie, von Haus- und Wildtieren.
www.awionline.org