Schärfere Maßnahmen gegen Japans Walfang gefordert

WDC-Pressemitteilung vom 09.07.2016

München, 08.07.2016: Artenschützer und EU Parlament drängen die EU auf schärfere Maßnahmen  gegen Japans Walfang. Dazu gehört die Forderung, den Walfang zum Thema zu machen, bei den aktuellen Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU.

Hierzu hat die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDC nun die Ergebnisse einer Umfrage* veröffentlicht, die zeigen, dass über  9 von 10 Deutschen (96 %) sich gegen den kommerziellen Walfang aussprechen. 68% zeigten sich besorgt über Japans Walfang in der Antarktis, sollten die Freihandelsverhandlungen fortgeführt werden. Die Befragten hatten zuvor angegeben, dass die EU Tier- und Umweltschutz bei Handelsverhandlungen in Betracht ziehen sollte.
 
“Die Zahlen sprechen für sich. Japan will in den nächsten 12 Jahren 4000 Wale in der Antarktis töten, doch die EU und ein Großteil der deutschen Bevölkerung sind gegen den Walfang.“, sagt Astrid Fuchs, Programmleiterin bei WDC. „Es wäre geradezu unverantwortlich ein Freihandelsabkommen zwischen der “walfreundlichen” EU und einem Walfangland wie Japan zu schließen, während nach wie vor hunderte Wale jedes Jahr völlig unnötig sterben.“

Japan missachtet seit Jahren das internationale Walfangmoratorium und betreibt Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Trotz fehlender Erlaubnis der Internationalen Walfangkommission (IWC) war die japanische Walfangflotte im Dezember 2015 ausgelaufen und mit 333 getöteten Zwergwalen zurückgekehrt. 90% der erwachsenen Weibchen waren trächtig. Im März 2014 hatte der Internationale Gerichtshof (IGH) Japans „wissenschaftlichen“ Walfang in der Antarktis für illegal erklärt und bestätigt, dass das Programm gegen das Internationale Walfangmoratorium verstoße.

Mitglieder des EU Parlaments aus allen politischen Fraktionen hatten sich kürzlich den internationalen Protesten bezüglich Japans Walfang angeschlossen. Während einer Plenarsitzung im Juni stimmten die Abgeordneten überein, dass die EU stärkere Maßnahmen ergreifen muss, um den Druck auf Japan zu erhöhen.

Mit großer Mehrheit hat das EU Parlament nun am Mittwoch (06.07.2016)  eine Resolution verabschiedet, die von der EU schärfere Maßnahmen gegen Japans Walfang fordert.

Die Abgeordneten stimmten mit 610 Stimmen (11 Gegenstimmen und 77 Enthaltungen) für die Resolution, die Japans Walfang und diesbezügliche Verstöße gegen internationale Vereinbarungen scharf verurteilt. Die Resolution nimmt ausdrücklich Bezug auf die aktuellen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU. Das Dokument fordert die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf, „über bilaterale und multilaterale Kanäle beim Thema Walfang zu vorgeblich wissenschaftlichen Zwecken ständig mit Japan zusammenzuarbeiten, damit diesem ein Ende gesetzt wird“. Das Europäische Parlament vertritt die EU Bürger und muss zum Abschluss eines Freihandelsabkommen seine Zustimmung  geben.

Der angenommene Text unterstreicht zudem, " dass der Walfang den einzelnen Tieren großes Leid zufügt und eine Gefahr für den Erhaltungszustand der Walbestände insgesamt darstellt“ und fordert die EU und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Konflikt zu lösen. “Gegenüber einer solch klaren Stellungnahme von gewählten Vertretern der EU-Bevölkerung die Augen zu verschließen, würde das falsche Signal an Japan senden. Ein Versäumnis den Walfang im Rahmen der Freihandelsverhandlungen zu thematisieren wird Folgen haben. Die EU Kommission sollte die Verhandlungen nutzen, um Japan zu einer Richtungsänderung beim Artenschutz zu bewegen“, so Fuchs.