Plastik - Tödliche Gefahr für Wale und Delfine

WDC Pressemitteilung vom 17.05.2016

München, 12.05.2016: Jede Minute landet eine Tonne Plastik im Meer – eine lebensbedrohliche Gefahr für Wale und Delfine. Plastik ist im Meer nicht biologisch abbaubar, es zersetzt sich im Laufe der Jahre in immer kleinere Teile (Mikroplastik), die so noch leichter ins Nahrungsnetz gelangen. Die Wal- und Delfinschutzorganisation WDC hat deshalb eine Kampagne gestartet, um über Plastikmüll im Meer aufzuklären.

Etwa 80 Prozent des Mülls, das im Meer landet, stammt von Land – und ca. 80 Prozent davon ist aus Plastik. Eine erschreckende Zahl, die uns zeigt, welche unmittelbaren Auswirkungen unser Plastikkonsum auf die Ökosysteme hat. Im Jahr 2050 wird es mehr Plastik im Meer geben als Fische, wenn wir unser Verhalten nicht schleunigst ändern!

WDC-Biologe David Pfender: „Wir müssen dringend etwas gegen die dramatischen Ausmaße der Meeresverschmutzung unternehmen. Der Verzicht auf unnötiges Plastik und eine sachgemäße Entsorgung kann einem Wal oder Delfin das Leben retten! Jeder Mensch kann durch sein Verhalten direkt Einfluss auf unser Ökosystem nehmen – im positiven oder negativen Sinn.“

Aktuell ist das Überleben von etwa 700 Arten von Meeresbewohnern durch Plastik bedroht, darunter auch Wale und Delfine. Sie verfangen sich in Geisternetzen, verwechseln Plastikteile mit Nahrung oder nehmen beispielsweise bei der Aufnahme von Plankton Mikroplastik zu sich. Die giftigen Inhaltsstoffe im Plastik können unter anderem Immunschwächen hervorrufen, außerdem beeinträchtigen sie die Fruchtbarkeit der Meeressäuger.

Dramatische Beispiele aus den letzten Jahren zeigen deutlich die Gefahren:

Beispiel 1: In den Mägen der im Januar und Februar 2016 in Deutschland gestrandeten Pottwale wurden große Mengen Plastikmüll gefunden, darunter zum Beispiel Netze aus der Krabbenfischerei, Teile eines Plastikeimers sowie die Plastikabdeckung eines Autos.

Beispiel 2: Im Dezember 2015 strandete ein totes Orca-Weibchen in Südafrika. Die Obduktion ergab, dass ihr Magen voller Plastikabfall war und sie wohlmöglich deshalb verhungerte.

Beispiel 3: Im April 2002 strandete ein Zwergwal in Frankreich. In seinem Magen wurden 800 kg Plastik gefunden, darunter zwei Plastiktüten aus einem englischen Supermarkt.

Beispiel 4: Im September 1997 wurde an der Küste von Neuschottland ein gestrandeter Schweinswal gefunden. In seiner Speiseröhre befand sich zwar Nahrung, aber Magen und Därme waren leer. Eine genauere Untersuchung ergab, dass ein Stück Plastik den Zugang zum Magen blockiert hatte, so dass der Schweinswal schlichtweg verhungert war.

Beispiel 5: Im Magen eines Pottwals, der in Südspanien angeschwemmt wurde, entdeckten Wissenschaftler 17 Kilogramm Plastikmüll – insgesamt 59 verschiedene Teile. Darunter waren neben Plastiktüten beispielsweise auch ein Gartenschlauch, Kleiderbügel oder Teile einer Matratze.

 

WDC hat folgende Maßnahmen ergriffen, um das Thema bekannt zu machen

-          Workshop mit Bloggern und Journalisten in München zum Thema Plastik (Weitere Informationen)

-          Die Erstellung eines Bildungspaketes für Kinder (Unterrichtsmaterialien hier zum Download verfügbar)

-          Animierte GIFs mit interessanten Fakten, die auf Facebook und Twitter geteilt werden (Beispiele auf Facebook)

-          Newsletter an unsere Unterstützer

-          Druck von Postkarten, die in ganz Deutschland in Unverpackt-Supermärkten ausgelegt werden

-          Eine Infografik zum Thema „Wie gelangt das Plastik ins Meer?“ in Zusammenarbeit mit den Künstlern Nele Prinz und Steffen Kraft

-          Gastbeiträge von Experten auf whales.org

-          Wir stellen eine Liste plastikfreier Supermärkte in Deutschland und Österreich zur Verfügung (hier zum Download verfügbar)

Bildmaterial von Plastikmüll im Meer oder an Stränden, die Infografik und das Kampagnenmotiv werden gern zur Verwendung zur Verfügung gestellt!



 Wie gelangt das Plastik ins Meer?
Infografik: Wie gelangt das Plastik ins Meer?