Orca Tilikum gestorben

WDC-Pressemitteilung vom 06.01.2017

München, 6. Januar 2017: Der seit ca. 33 Jahren in Gefangenschaft gehaltene Orca Tilikum ist heute verstorben, seine Todesursache ist bisher unbekannt. Die Wal- und Delfinschutzorganisation WDC fordert: Tilikum muss der letzte Orca sein, der in Gefangenschaft stirbt und kämpft gegen das weltweite Geschäft mit gefangenen Meeressäugern.

Tilikum erlangte 2010 durch den Film BLACKFISH und durch den Tod dreier Menschen, den er mitverursacht hat, traurige Berühmtheit. Doch seine bewegende Geschichte begann lange Zeit davor. Im Alter von etwa zwei Jahren wurde Tilikum vor der Küste Islands gefangen genommen und an den Vergnügungspark Sealand in Kanada verkauft. 1992 starb dort eine junge Trainerin, nach dem sie ins Becken gefallen war und von Tilikum und zwei weiteren Orcas tödlich verletzt wurde. Tilikum wurde daraufhin an SeaWorld in Florida verkauft. 1999 wurde ein Besucher, der sich nachts Zugang zu Tilikums Becken verschafft hatte, tot darin aufgefunden und 2010 kam es zu einem weiteren folgenschweren Unglück. Tilikum zog die Trainerin Dawn Brancheau ins Wasser und tötete sie.

Tilikum verbrachte nur seine ersten Lebensjahre in Freiheit - aber ca. 33 Jahre in Gefangenschaft.

„Orcas in Gefangenschaft zu halten ist Tierquälerei. Kein Betonbecken kann die Weite des Ozeans und die Geborgenheit einer Familie ersetzen. Die Haltung von sozialen und intelligenten Meeressäugern zu Unterhaltungszwecken ist eine unzeitgemäße Praxis, die sofort beendet werden muss“, so Ulla Ludewig, Leiterin der WDC-Kampagne gegen Orcas in Gefangenschaft.

WDC setzt sich seit Jahren dafür ein, dass weiteren Orcas Tilikums Schicksal erspart bleibt. Schwertwale sind hochintelligente Tiere, sie leben in engen Familienverbänden zusammen und entwickeln sogar eigene Dialekte. In Delfinarien werden sie willkürlich in Gruppen zusammengewürfelt. Langeweile und Bewegungsmangel verursachen schwere Verhaltensstörungen und führen häufig zu einem frühzeitigen Tod.

Nach Tilikums Tod leben weltweit noch 55 Orcas in Vergnügungsparks. Davon rund ein Fünftel in Europa, doch auch in Delfinarien in Übersee finanzieren europäische Touristen die Tierquälerei mit.

 „Delfinarien betonen oft, dass die dort gehaltenen Meeressäuger Botschafter ihrer Art sind. Tilikums Beispiel zeigt jedoch deutlich, dass Wale und Delfine nicht in Gefangenschaft gehalten werden können. Wir werden uns weiterhin unermüdlich für die Schließung von Delfinarien einsetzen. Bereits in Gefangenschaft lebende Meeressäuger, die nicht in die freie Wildbahn zurück gebracht werden können, sollen ihr weiteres Leben in Refugien verbringen können“, so Ulla Ludewig weiter.

Hintergrundinformationen:

Orca-Chronologie: Was ist seit dem Tod zweier Trainer geschehen?

Das Schicksal in Gefangenschaft lebender Orcas