Norwegens Fischereiminister will jährlich bis zu 2000 Wale töten

WDC-Pressemitteilung vom 07.03.2017

Norwegens Fischereiminister will jährlich bis zu 2000 Wale töten

München, 07.03.2017: Der norwegische Fischereiminister Per Sandberg will die erst kürzlich erhöhte Fangquote von 999 Walen noch einmal verdoppeln. Zudem möchte er den Export von Walprodukten ankurbeln. Norwegen ist bereits jetzt das größte kommerzielle Walfangland weltweit. Die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDC ist empört über die Ankündigung Sandbergs.

„Sandbergs Kommentare sind eine unerträgliche Provokation. Der Minister dient sich der norwegischen Fischereilobby an und betreibt Stimmenfang auf dem Rücken der Wale“, so Astrid Fuchs, Programmleiterin bei WDC.

Schon in den vergangen Jahren stand Norwegen in der Kritik. Im Februar hatte das norwegische Fischereiministerium die Fangquote für 2017 von 880 auf 999 Zwergwale angehoben. Dass einer nochmaligen Erhöhung internationale Proteste folgen würden, nimmt Sandberg dabei in Kauf.

"Nach unseren Berechnungen könnten wir die Quote verdoppeln“, so Sandberg. Der Minister gab jedoch auch zu, dass Norwegen es nicht geschafft hat, die Mitglieder der Internationalen Walfangkommission (IWC) von Norwegens wissenschaftlichem Ansatz zu überzeugen.

Tatsächlich genehmigt Norwegen seit Jahren eine weitaus höhere Fangquote, als die IWC theoretisch als nachhaltig ansehen würde und ignoriert die Ergebnisse des IWC-Wissenschaftsausschusses.

Ein Export in EU-Länder ist streng verboten und die norwegische Walfang-Industrie kämpft mit mangelnder Nachfrage und finanziellen Verlusten. Derzeit dürfen Norwegens Walfänger lediglich nach Japan, Island und auf die Färöer Inseln exportieren. Sandbergs Ziel ist eine Intensivierung des Handels mit Japan. Darüber hinaus möchte er versuchen, Zugang zum EU-Markt zu bekommen.

„Die Europäische Union hat Norwegen mehrfach aufgerufen, den Walfang zu beenden und den Handel einzustellen. Die EU-Gesetze verbieten jeglichen Handel mit Walprodukten. Sandberg versucht hier zu suggerieren, dass eine Ausweitung des Marktes für Walfleisch möglich wäre, anstatt einzugestehen, dass Norwegen mit seinem Festhalten am Walfang den Anschluss verpasst hat“, schließt Fuchs.