Umweltschutzgruppen fordern eine Kehrtwende beim Tiefseebergbau

Bei ihrer jährlichen Zusammenkunft in Jamaika treffen sich in diesen Wochen die 168 Mitgliedsstaaten der International Seabed Authority (ISA). Umweltschutzorganisationen fordern die teilnehmenden Regierungen auf, endlich die negativen und irreversiblen Folgen von Tiefseebergbau nicht nur für den Meeresboden, sondern für das gesamte Ökosystem Meer anzuerkennen. Auch den globalen Bemühungen um ein nachhaltigeres Wirtschaftssystem würde der Tiefseebergbau schaden. In einer gemeinsamen Stellungnahme an die ISA warnen 45 Organisationen, darunter auch WDC, vor dem drastischen Verlust der Biodiversität in den Meeren, falls der Tiefseebergbau auf Meeresböden erlaubt wird.

Laut der Stellungnahme widerspricht der Tiefseebergbau den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN, besonders dem Ziel, die Ozeane, Meere und Meeresressourcen nachhaltig zu nutzen und zu erhalten. Die Organisationen zweifeln außerdem die Behauptungen der Industrie an, dass der Tiefseebergbau wirtschaftlich notwendig sei.

Die NGOs fordern, dass die ISA ihre Aufmerksamkeit auf den Schutz der Tiefsee lenken sollte, die von der UN als gemeinsames Erbe der Menschheit anerkannt wurde. Weiterhin ersuchen sie die ISA, die Bewilligung von Verträgen für die Erforschung von Tiefseebergbau zu stoppen und auch keine entsprechenden Verträge auszustellen. Die Organisationen sind außerdem besorgt über die fehlende Transparenz und die Kürzung der umweltwissenschaftlichen Expertise in der ISA. Sie fordern einen öffentlichen Prozess, um die möglichen Auswirkungen von Tiefseebergbau einschätzen zu können. Auch das Europäische Parlament hat sich im Januar 2018 entschieden gegen Tiefseebergbau ausgesprochen.

Die Zerstörung der Meeresböden durch die riesigen Schaufelarme der Unterwasserbagger hätte auch negative Folgen für Wale und Delfine: neben der Lärmbelästigung und der potentiellen Anreicherung des Wassers mit austretenden Gasen und Schadstoffen würde mit dem Meeresboden ein essentieller Bestandteil des Lebensraumes von Walen und Delfinen angegriffen werden.

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